Gianni Infantino hat laut UEFA das Vertrauen verloren, nachdem ein umstrittenes WM-Investitionsprogramm gescheitert ist. Dies löste Forderungen nach einer umfassenden Prüfung aus. Die Kritik verstärkt sich, während Infantino im März um seine Wiederwahl kämpft.
Führung unter Beobachtung
UEFA war die erste große Institution, die auf Infantinos Entscheidung reagierte, die Investitionspläne abzulehnen. Der Schweizer Führer habe seine Versprechen nicht eingehalten, hieß es. „Die aktuelle FIFA-Führung hat nicht nur das Vertrauen von UEFA verloren, sondern auch das vieler anderer Mitglieder der Fußballfamilie“, teilte die Organisation mit. In ihrer Erklärung wies sie auf Infantinos Wahlkampfversprechen aus dem Jahr 2016 hin, in denen er Transparenz versprach und betonte: „Das Geld der FIFA ist Ihr Geld.“
Später stellte auch Concacaf Kritik daran an, dass „Verantwortung nicht optional sein kann“. Die Organisation sagte: „Wenn Menschen, die dafür verantwortlich sind, das Spiel zu schützen, zu dem Schluss kommen, dass sie dies nicht mehr aus der eigenen Reihen tun können, ist die Fußballfamilie berechtigt zu fragen, wie ein solcher Vorschlag überhaupt genehmigt werden konnte und wer dafür verantwortlich ist.“
Versprechen bröckeln, Finanzen im Fokus
UEFA betonte, dass Infantino an beiden Fronten, Transparenz und Nutzung der Mittel – versagt habe. „Der schäbige, hinter den Kulissen abgeschlossene, undurchsichtige Deal, den er ausheckte und durchsetzen wollte, war alles andere als transparent“, hieß es in der Erklärung. Mit über 5 Milliarden US-Dollar an Rücklagen betonte UEFA, dass Infantino das Geld nicht im Interesse des Fußballs eingesetzt habe.
Die Organisation forderte eine gründliche Prüfung und erklärte: „Wir können nicht einfach so weitermachen, als ob nichts wäre, mit geheimen Plänen, die in kürzester Zeit von namenlosen Personen ausgearbeitet werden und fragwürdig für das Spiel sind. Wir müssen die Verantwortlichen identifizieren und sie zur Rechenschaft ziehen.“
Vorschläge und nächste Schritte
„Keine Option sollte tabu sein“, hieß es in der Erklärung. UEFA kündigte an, mit ihren Mitgliedsverbänden und anderen Konföderationen zusammenzuarbeiten, um zu prüfen, wie der Vorschlag entstanden ist, und einen Plan zu entwickeln, um zukünftige Probleme zu vermeiden. „Diese Prüfung muss gründlich und grundlegend sein“, betonte die Organisation. Zudem will UEFA das bestehende FIFA Forward-Programm nutzen, um Ressourcen besser zu verteilen.
UEFA betonte auch die Notwendigkeit, einen Teil des „schlafenden“ Geldes in FIFA-Banken zu nutzen, um den Breiten- und Nachwuchssport in allen 211 Ländern zu fördern. „Wir müssen nicht das Familiensilber verkaufen, um das zu finanzieren“, sagte die Organisation. Die Erklärung endete mit der Feststellung: „Dies ist ein Sieg für das gesamte Spiel. Aber es darf nicht das Ende der Geschichte sein.“
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