Frankreich schickt beinahe ein Dutzend Kriegsschiffe, darunter eine Flugzeugträger-Staffel, in den Mittelmeerraum, den Roten Meer und möglicherweise in den Hafen von Hormuz, um Bündnispartner im Nahen Osten zu unterstützen, sagte Präsident Emmanuel Macron während eines Besuchs auf Zypern.
Verteidigungsmaßnahmen im Zusammenhang mit regionalen Spannungen
Macron äußerte sich nach einem Treffen mit dem zypriotischen Präsidenten Nikos Christodoulides und dem griechischen Premierminister Kyriakos Mitsotakis in Paphos, wo die Flugzeugträger Charles de Gaulle am Wochenende in den östlichen Mittelmeerraum eingetroffen war. Der Schritt folgt auf die Abfangung von Drohnen, die auf Zypern zustrebten, was Bedenken hinsichtlich der regionalen Sicherheit auslöste.
„Wenn Zypern angegriffen wird, dann wird Europa angegriffen“, sagte Macron und betonte die breiteren Auswirkungen der Situation. Der Präsident betonte, dass Frankreichs Mission ausschließlich verteidigend sei und Länder unterstützen wolle, die von iranischen Gegenmaßnahmen bedroht werden, während die Freiheit der Schifffahrt und die maritime Sicherheit gewährleistet werden.
Regionale Auswirkungen und steigende Ölpreise
Der angespannte Konflikt zwischen den USA, Israel und dem Iran hat die Schifffahrtsrouten im Nahen Osten erheblich beeinflusst, wodurch der Ölpreis über 100 Dollar pro Barrel anstieg. Europäische Mächte, darunter Frankreich, stehen nun vor der Herausforderung, ihre Interessen zu schützen und die regionale Stabilität zu gewährleisten, während die Krise andauert.
„Unser Ziel ist es, eine strikt verteidigende Haltung zu verfolgen, an der Seite aller Länder zu stehen, die von Irans Gegenmaßnahmen angegriffen werden, um unsere Glaubwürdigkeit zu sichern und zur Entspannung in der Region beizutragen“, sagte Macron während des Treffens.
Die wichtigste europäische Marineoperation in der Region, die unter dem Namen Aspides (Schilder auf Griechisch) läuft, wurde im Frühjahr 2024 gestartet, um Schiffe vor Angriffen durch milizionäre Verbündete Irans zu schützen. Die Mission ist ein Schwerpunkt europäischer militärischer Bemühungen, um Schifffahrtsrouten im Roten Meer zu sichern.
Europäische Solidarität und strategische Verlegung
Griechischer Premierminister Kyriakos Mitsotakis drückte seine Unterstützung für die Stärkung der Aspides-Mission durch zusätzliche Schiffe aus. „Nur wenige von uns sind an der Teilnahme beteiligt, aber auch hier müssen wir unsere europäische Solidarität praktischer zeigen“, sagte er.
Frankreich, das bereits ein Kriegsschiff für die Aspides-Mission bereitstellt, plant, insgesamt zwei Schiffe für diese Operation zu entsenden. Zusätzlich will das Land acht Kriegsschiffe, darunter die Flugzeugträger-Staffel und zwei Hubschraubercarrier, in die Region entsenden.
Macron sagte, die Verlegung könnte schließlich bis zum Hafen von Hormuz ausgeweitet werden, wo Handelsschiffe in Gefahr sind. „Wir befinden uns im Prozess, eine rein verteidigende, rein Begleitmission einzurichten, die gemeinsam mit europäischen und nicht-europäischen Staaten vorbereitet werden muss“, sagte er.
Die Mission, fügte er hinzu, solle die schrittweise Wiedereröffnung des Hafens von Hormuz ermöglichen, nachdem die intensivste Phase des Konflikts vorbei ist. Macron gab jedoch keine konkrete Zeitspanne an, wann dies geschehen könnte.
Dieser Schritt signalisiert eine wachsende europäische Verpflichtung, die destabilisierenden Auswirkungen des Nahost-Konflikts zu bekämpfen, der auch Golfstaaten und Libanon einbezogen hat, wobei von iranischer Seite unterstützte Hisbollah-Angriffe auf Israel stattfanden.
Die Verlegung von beinahe einem Dutzend Kriegsschiffen durch Frankreich unterstreicht seine strategische Rolle bei der Aufrechterhaltung der regionalen Stabilität und der Sicherstellung der Sicherheit internationaler Schifffahrtsrouten. Die Mission wird voraussichtlich mit anderen europäischen und nicht-europäischen Verbündeten koordiniert werden, um ihre Ziele zu erreichen.
Comments
No comments yet
Be the first to share your thoughts