Die Federal Trade Commission (FTC) hat eine Initiative gestartet, um ihre langjährige Regelung zu negativen Optionen erneut zu prüfen. Am 11. März 2026 veröffentlichte die FTC eine Vorankündigung zur möglichen Regeländerung (ANPRM), in der Verbraucher und Branchenakteure gebeten wurden, Feedback zu möglichen Änderungen der Regel zu geben. Dies geschah im Anschluss an eine kürzlich erfolgte Gerichtsentscheidung, die im Juli 2025 aktualisierte Bestimmungen der Regel für ungültig erklärte.
Hintergrund zur Regelung zu negativen Optionen
Die Regelung zu negativen Optionen wurde erstmals 1973 verabschiedet und diente ursprünglich dazu, sogenannte Pre-Notification-Pläne zu regulieren – Marketingstrategien, bei denen ein Verkäufer regelmäßig Waren an Verbraucher sendet, es sei denn, diese weisen im Voraus auf das Angebot hin. Im Laufe der Zeit hat die FTC versucht, die Regel modern zu gestalten, um der wachsenden Verbreitung von Online-Marketing mit negativen Optionen Rechnung zu tragen.
Im Oktober 2024 aktualisierte die FTC die Regel, um sie breiter auf Online-Optionen anzuwenden. Die aktualisierte Regel enthielt spezifische Vorgaben zu Fehlinformationen, Offenlegungen, Einwilligung und Kündigungsverfahren. Allerdings blieben diese Änderungen nicht lange in Kraft. Im Juli 2025 hob das Berufungsgericht des achten Bezirks die geänderte Regel vollständig auf, da Fehler im Regelfestlegungsprozess festgestellt wurden.
Im Anschluss an die Gerichtsentscheidung hat die FTC nun den Regelfestlegungsprozess erneut über die ANPRM geöffnet. Die Behörde bittet um Stellungnahmen der Öffentlichkeit, um zu entscheiden, ob und wie die Regel geändert werden sollte. Die ANPRM legt mehrere Schlüsselthemen fest, einschließlich der Fairness von Angeboten oder Anreizen, sogenannten „Saves“, um Verbraucher in Programmen mit negativen Optionen zu halten.
Unterlagen zur Überprüfung
Die ANPRM bittet um eine detaillierte Kosten-Nutzen-Analyse möglicher Regelungen, einschließlich der Frage, wie sich Einhaltungskosten je nach Branche, Unternehmensgröße und im Laufe der Zeit unterscheiden könnten. Die FTC ist besonders an dem Einfluss der „Saves“ auf das Verbraucherverhalten und den Wettbewerbsrahmen des Marktes für negative Optionen interessiert.
Die ANPRM bittet um wirtschaftliche Daten zu der Anzahl der Verbraucher, die solche Anreize annehmen, zu den Kostenersparnissen, die sie bieten, und zu ihrem Einfluss auf die Fähigkeit der Verbraucher, ihre Abonnements zu kündigen. Die Behörde prüft auch, ob eine neue Regel Ausnahmen enthalten sollte, wie beispielsweise einen Antragungsprozess, der in der aufgehobenen Regel verwendet wurde, oder ob bestimmte Marktbereiche von der Regel ausgenommen werden sollten.
Laut der FTC könnte die Behörde Elemente der aufgehobenen Regel in ihre neue Regelung einbeziehen. Die aufgehobene Regel enthielt vier Schlüsselvorgaben, einschließlich spezifischer Offenlegungen, Einwilligungsmechanismen und Kündigungsverfahren. Die FTC bittet nun um detaillierte Stellungnahmen zu jeder dieser Vorgaben.
Konsumerschutz und Durchsetzungsmaßnahmen
Die FTC nannte die hohe Anzahl von Verbraucherbeschwerden als Hauptgrund für die Wiederaufnahme des Regelfestlegungsprozesses. Die Behörde stellte fest, dass viele Verbraucher Schwierigkeiten haben, Abonnements zu kündigen oder sich aus Programmen mit negativen Optionen abzumelden, oft aufgrund irreführender oder unklarer Bedingungen.
Unabhängig vom Ausgang des aktuellen Regelfestlegungsprozesses bleibt das Gesetz zur Wiederherstellung des Vertrauens der Online-Käufer (ROSCA) weiterhin in Kraft, um Online-Optionen zu regulieren. Unter ROSCA hat die FTC die Befugnis, Unternehmen durchzusetzen, die sich unredlich oder unfair verhalten.
Seit Januar 2025 allein hat die FTC fünf neue Fälle gestartet und sechs Einigungen genehmigt, die sich auf vorgeschriebene Verstöße im Bereich der negativen Optionen beziehen. Die Behörde hat auch aktiv Maßnahmen zur Durchsetzung der überlappenden Anforderungen unter den staatlichen Automatikverlängerungsgesetzen ergriffen, die je nach Bundesland unterschiedlich sind.
Unternehmen, die Online-Optionen nutzen, werden dringend gebeten, die Einhaltung von ROSCA, Abschnitt 5 des FTC-Gesetzes und geltenden Bundesgesetzen sicherzustellen. Selbst ohne eine aktualisierte Regel kann die FTC weiterhin Durchsetzungsmaßnahmen gegen Unternehmen ergreifen, die diese Standards nicht erfüllen.
Der Kommentierungszeitraum für die ANPRM ist jetzt geöffnet, und alle Einreichungen müssen bis zum 13. April 2026 bei der FTC eingegangen sein. Die Behörde bittet um Stellungnahmen von einer breiten Palette von Interessengruppen, einschließlich Verbraucher, Branchenvertreter und Rechtsexperten.
Das Ergebnis dieses Regelfestlegungsprozesses wird erhebliche Auswirkungen auf die Zukunft des Online-Marketings und des Verbraucherschutzes in den USA haben. Die Entscheidung der Behörde, ob die Regel zu negativen Optionen geändert werden soll, wird bestimmen, wie Unternehmen in diesem Bereich tätig sind und wie Verbraucher vor möglichen betrügerischen Praktiken geschützt werden.
Die FTC betont die Bedeutung der öffentlichen Stellungnahmen bei der Gestaltung der endgültigen Regel. Verbraucher und Unternehmen werden ermutigt, an dem Kommentierungsprozess teilzunehmen, um sicherzustellen, dass die endgültige Regel einen ausgewogenen Ansatz für den Verbraucherschutz und die Flexibilität von Unternehmen widerspiegelt.
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