Rigathi Gachagua, Chef der Demokratie der Bürgerpartei (DCP) und ehemaliger Vizepräsident, berichtete über ein angebliches spätabends Gespräch mit dem verstorbenen Abgeordneten Johana Ng’eno aus Emurua Dikirr, bei dem Ng’eno angeblich von Präsident William Ruto bedroht wurde, seine Amtsenthebung zu unterschreiben.
Drohungen und emotionale Appelle
Gachagua machte die Aussagen während eines Gottesdienstes in Nyandarua County am 1. März, wo er erklärte, dass Ng’eno um 2 Uhr morgens bei ihm aufgekreuzt sei, sichtlich erschüttert und mit Botschaften von Ruto. Laut Gachagua enthielten die Botschaften Warnungen, dass Ng’eno schwerwiegende Konsequenzen erleiden würde, wenn er die Amtsenthebung nicht unterstütze.
„Er kam zu mir und zeigte mir Nachrichten, die William Ruto ihm geschickt hatte, und drohte ihm, dass er, wenn er mich nicht absetzen würde, schwerwiegende Konsequenzen erleiden würde, und er weinte. Er kam um 2 Uhr morgens“, sagte Gachagua während des Gottesdienstes.
Gachagua berichtete, er habe Ng’eno geraten, die Amtsenthebung zu unterschreiben, und argumentierte, Ruto habe bereits die nötige Unterstützung sichergestellt. „Ich hörte ihm zu und sagte ihm, Ruto hat die Zahlen; er hat alle gekauft, selbst wenn du die Amtsenthebung nicht unterschreibst, wird sich nichts ändern. Anstatt dich und dein Leben und deine Familie in Gefahr zu bringen, geh einfach vor und unterschreibe“, sagte er.
Amtsenthebung und Entfernung
Laut Gachagua unterschrieb Ng’eno die Amtsenthebung in Tränen. Er war einer von 281 Mitgliedern des Nationalen Parlaments, die Gachagua am 8. Oktober 2024 absetzten. Der Senat fand Gachagua später wegen fünf Anschuldigungen, darunter schwerwiegende Verletzung der Verfassung, Korruption und Ungehorsam, schuldig und entließ ihn offiziell am 17. Oktober 2024 aus seinem Amt.
Gachagua behauptete zudem, Rutos Regierung habe Ng’eno sogar während eines Besuchs in Kisumu abgehört, wobei der Nationale Nachrichtendienst (NIS) angeblich ihr Gespräch aufgezeichnet und dem Präsidenten berichtet habe.
Gachagua erklärte, Ng’eno sei nach Kisumu gereist, um ihn über einen Plan zu warnen, ihn aus dem Amt des Vizepräsidenten zu entfernen, und behauptete, dieser Plan würde Rutos Regierung destabilisieren. Er erwähnte auch, dass Abgeordneter Muhammad Ali aus Nyari ähnliche Einschüchterung erlebte und Nachrichten teilte, die Ruto angeblich aus den USA geschickt habe, um ihn wegen der Amtsenthebung zu bedrohen.
Letzter Kontakt und tragischer Tod
Gachagua sagte, er und Ng’eno blieben auch nach der Amtsenthebung in engem Kontakt und sprachen sogar bis zuletzt Sonntag. Laut dem ehemaligen Vizepräsidenten ermutigte Ng’eno Gachagua, Bomet zu besuchen.
Ng’eno starb am 28. Februar, als ein Privatflugzeug mit der Registrierung 5Y-DSB in der Gegend von Chepkieb in Mosop, Nandi County, abstürzte, um 16:45 Uhr, wodurch alle sechs Insassen ums Leben kamen. Der Absturz hat Fragen zu den Umständen seines Todes aufgeworfen, insbesondere in Anbetracht der Vorwürfe von Einschüchterung und Überwachung.
Gachagua forderte umfassende Ermittlungen zu dem Absturz, wobei er sagte, keine nationale Behörde solle den Vorfall untersuchen, sondern internationale Organisationen wie das Federal Bureau of Investigation (FBI) und andere relevante internationale Institutionen beteiligt werden sollten.
Die Aussagen von Gachagua haben weitreichende Auswirkungen auf das politische Umfeld Kenias, insbesondere hinsichtlich der Integrität des Amtsenthebungsverfahrens und der Rolle der Exekutive bei der Beeinflussung legislativer Entscheidungen. Die Vorwürfe werfen auch Bedenken hinsichtlich der Sicherheit von Abgeordneten und der Möglichkeit politischer Einschüchterung auf.
Diese Ereignisse sind nicht isoliert, da ähnliche Vorwürfe politischen Drucks und Einschüchterung in der Vergangenheit gemacht wurden, insbesondere während früherer Amtsenthebungsverfahren. Die aktuelle Situation hat jedoch eine neue Dringlichkeit angenommen, insbesondere in Anbetracht des kürzlichen Todes von Ng’eno und der Beteiligung prominenter politischer Persönlichkeiten.
Als die Ermittlungen zu Ng’enos Tod weitergehen, werden die politischen und rechtlichen Auswirkungen von Gachaguas Aussagen wahrscheinlich weiterhin unter die Lupe genommen. Die Beteiligung internationaler Organisationen an der Untersuchung des Absturzes hat auch Debatten über den angemessenen Grad der Aufsicht in solchen sensiblen Fällen ausgelöst.
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