Der Goldpreis ist am Sonntagmorgen um 5.292,66 Dollar pro Feinunze gestiegen, getrieben von einer Kombination aus geopolitischen Spannungen und der Nachfrage nach sicheren Anlagen. Der Anstieg folgt auf die Angriffe Irans auf Dubai, Bahrain, Katar und Saudi-Arabien, die in ihren zweiten Tag gingen, sowie die vorübergehende Schließung des Hormuzkanals, eines wichtigen globalen Öltransportweges. Angesichts der Sorgen um einen potenziellen Konflikt zwischen den USA und dem Iran und einem schwächeren Dollar strömen Investoren in Gold als Absicherung gegen Unsicherheiten.

Gold steigt auf 5.292 Dollar pro Unze inmitten geopolitischer Unruhen

Am 1. März 2026 um 8:46 Uhr Ortszeit lag der aktuelle Goldspotpreis bei 5.292,66 Dollar pro Feinunze. Dies entspricht einem deutlichen Anstieg vom Vortagesschlusskurs von 5.194,20 Dollar, was einen nahezu 2-prozentigen Anstieg in der Nachtsession und am frühen Sonntagmorgen bedeutet. Ein Gramm Gold wird derzeit zu 170,16 Dollar gehandelt, während ein Kilogramm 170.162,97 Dollar kostet. Der Intraday-Bereich für Gold am Sonntag liegt zwischen 5.182,90 und 5.299,00 Dollar, was den Intensität der Marktreaktion auf geopolitische Entwicklungen zeigt.

Analysten haben festgestellt, dass der sprunghafte Anstieg des Goldpreises der größte Einzelhandelssprung seit dem Einfall in die Ukraine im Februar 2022 ist. Die Kombination aus Irans Racheangriffen auf Infrastruktur im Golf, der vorübergehenden Schließung des Hormuzkanals und der Unsicherheit über eine mögliche Eskalation des Konflikts hat eine perfekte Sturm für die Nachfrage nach sicheren Anlagen geschaffen.

Starker Goldkurs im Jahr 2026 und Investitionstrends

Gold hat bislang im Jahr 2026 um 22 Prozent zugelegt, was seine beste Leistung seit 2010 darstellt. Das Metall hat bereits sieben Monate in Folge Gewinne erzielt, ein Rekord, der in über einem Jahrzehnt nicht mehr erreicht wurde. Diese Leistung wird durch eine Kombination aus Faktoren getragen, einschließlich sinkender realer Zinsen, anhaltender geopolitischer Spannungen und starker Zentralbank- und institutioneller Nachfrage nach Gold.

Zentralbanken haben im Jahr 2025 863 Tonnen Gold gekauft, und dieser Trend wird voraussichtlich in 2026 fortgesetzt, mit Käufen, die nahe 850 Tonnen liegen. Der World Gold Council erwartet, dass die Investitionsnachfrage weiterhin strong bleibt, getrieben von geopolitischen Spannungen, Erwartungen an Zinssenkungen und Druck auf den US-Dollar.

Die Nachfrage nach Verbraucher-Schmuck hat jedoch deutlich abgenommen. Globale Schmucksales fielen 2025 um 18 Prozent, da die Preise außergewöhnlich hoch waren, doch dieser Rückgang wurde durch den Anstieg der Investitionsnachfrage mehr als ausgeglichen. Analysten glauben, dass die strukturelle Grundlinie, die durch Zentralbankkäufe gebildet wird, den Goldpreis in absehbarer Zeit weiter stützen wird.

Einfluss des Goldpreises auf andere Edelmetalle und Währungen

Der Anstieg des Goldpreises hat sich auch auf andere Edelmetalle und Währungen ausgewirkt. Silber wird derzeit über 93 Dollar pro Unze gehandelt, und Analysten glauben, dass ein klarer Durchbruch es in naher Zukunft auf 100 Dollar bringen könnte. Goldfutures-technische Ziele für den Aufwärtstrend können bis zu 5.608 Dollar pro Unze erreichen, wenn der bullische Impuls bis zum Start der Handelswoche am 2. März besteht.

Auch die Ölpreise steigen, wobei Rohöl Brent voraussichtlich um 5 bis 10 Dollar pro Barrel ansteigen wird, wenn COMEX am Montag öffnet. Dieser Anstieg verstärkt die Inflationsangst, die Investoren weiterhin in harte Vermögenswerte wie Gold und Silber treibt. Der Schweizer Franken hat sich ebenfalls deutlich gestärkt, da Kapital in klassische sichere Währungen fließt, zusammen mit Edelmetallen.

Die Federal Reserve wird voraussichtlich die Zinssätze unverändert bei 3,50–3,75 Prozent belassen, eine Entscheidung, die mit 98 Prozent Wahrscheinlichkeit vom CME Group abgepreist wird. Dieser Entscheidung entfernt eine potenzielle Hürde für Gold, während geopolitische Risiken weiterhin der dominante Treiber für jede Transaktion im Metall sind.

Goldpreisprognose-Modelle rechnen damit, dass das Metall bis zum 7. März 5.496 Dollar pro Unze erreichen wird, was bei einem nicht abklingenden geopolitischen Spannungsniveau einen weiteren Gewinn von 4,14 Prozent bedeutet. Aggressivere langfristige Prognosen zielen auf 7.720 Dollar pro Unze bis Dezember 2026 ab, basierend auf aktuellen Trendmodellen, obwohl diese Prognosen breite Unsicherheitsbänder haben.

Wichtige Widerstandsniveaus für Goldfutures am 2. März liegen bei 5.320,89 und 5.426,67 Dollar, mit wichtigen Unterstützungsniveaus bei 5.052,87 Dollar. Die anhaltenden geopolitischen Spannungen und das Potenzial für weitere Eskalation werden voraussichtlich die Goldpreise in den nächsten Wochen und Monaten weiter beeinflussen.