Ayatollah Alireza Arafi hat sich inmitten unvorhergesehenen Wirren nach dem Tod des Obersten Führers Ayatollah Ali Khamenei zu einem zentralen Akteur im Machtgefüge Irans entwickelt. Der harte Kleriker, nun einer von drei führenden Beamten, die das Land durch seine heftigsten Zeiten seit der Revolution von 1979 führen, wurde am 28. Februar in einen Übergangsrat berufen, nachdem Angriffe der USA und Israel auf Iran begonnen hatten.

Leadership Herausforderungen inmitten des Krieges

Arafi, zusammen mit Präsident Masoud Pezeshkian und Chefjustiz Gholam-Hossein Mohseni-Ejei, wurde mit der Aufgabe betraut, staatliche Angelegenheiten während einer Zeit intensiver äußerer Druck zu managen. Neben der Reaktion auf Angriffe der USA und Israel ist die Verwaltung des Nachfolgeprozesses für die Rolle des Obersten Führers ein zentrales Ziel, eine entscheidende Funktion im theokratischen Regierungssystem Irans.

Wenn ein neuer Oberster Führer nicht rasch benannt wird, besteht die Gefahr, dass die klerikale Elite als schwach und unfähig, Kontinuität zu gewährleisten, wahrgenommen wird. Der Prozess steht unter besonderem Druck, da das Land auf mehreren Fronten Krieg führt und innenpolitische Unsicherheit besteht.

Arafi’s Aufstieg und politische Ausrichtung

Arafi, der in seinem späten 60. Lebensjahr ist, ist im Ausland weniger bekannt als andere prominente Kleriker, doch seine Karriere wurde durch mehrere Ernennungen durch Khamenei geprägt, die ihm Momente im Rampenlicht verschafften. Einige in der klerikalen Elite sehen Arafi als möglichen Nachfolger Khameneis, obwohl er relativ wenig politische Erfahrung hat.

Um zur Rolle des Obersten Führers aufzusteigen, müsste Arafi mehrere verfahrenstechnische Hürden überwinden. Ein Ausschuss innerhalb des 88-Mitglieder starken Ausschusses der Experten – der Körper, der für die Auswahl des nächsten Führers zuständig ist – müsste zuerst seinen Namen auf einer Sitzung vorlegen, an der mindestens zwei Drittel der Mitglieder teilnehmen.

Danach würde er immer noch die Zustimmung von zwei Dritteln der Anwesenden benötigen – etwa 40 führende Kleriker. Es gibt keine Garantien in jedem Schritt des Prozesses, was die Komplexität des Nachfolgeverfahrens unterstreicht.

Obwohl er keine praktische politische Erfahrung hat, gilt Arafi, geboren 1959, als eng mit Khamenei und seiner ideologischen Vision verbunden. Er argumentiert konsistent dafür, dass die Regierung auf der umfassenden Anwendung der schiitischen Rechtslehre beruhen sollte.

Klerikale Einflussnahme und Institutionelle Rollen

Arafi’s Macht basiert auf den mächtigen Positionen, die er innehat, einschließlich des Vorsitzes der Al-Mustafa International University und des Rektors der Seminare in der iranischen heiligen Stadt Qom. Er ist auch Mitglied des Guardian Council, das alle Kandidaten für gewählte Ämter genehmigt, und Mitglied des Ausschusses der Experten – Positionen, die er mit der Unterstützung und Vertrauenswürdigkeit von Khamenei erlangte.

Seine Position als führender Akteur in der iranischen religiösen Elite geht auf seine frühen Jahre als 11-jähriger Schüler der Islam zurück, als er in die Stadt Qom zog, das Zentrum der schiitischen theologischen Forschung. Im Laufe der Jahre absolvierte Arafi, der Sohn eines Ayatollahs, fortgeschrittene Studien in Recht und Philosophie.

Arafi’s Karriere begann, nachdem Khamenei 1989 zum Obersten Führer ernannt wurde. Er begann seine Arbeit in seiner Heimatstadt Meybod als Leiter der Freitagspredigt mit 33 Jahren, einer der ersten Zeichen, dass er das Vertrauen von Khamenei gewonnen hatte, der strategisch loyalen Anhänger suchte.

Später übernahm er dieselbe Rolle in der heiligen schiitischen Stadt Qom, wo er religiöse Autorität und politischen Einfluss innerhalb des klerikalen Systems gewann. Arafi wurde auch zum Vorsitzenden der Al-Mustafa International University ernannt, einer Institution, die mit religiösen Seminaren und islamischen Colleges in über 50 Ländern verbunden ist und die Ideologie der islamischen Republik im Ausland fördert.

Laut der persischen Website von Al-Mustafa sind über 50.000 ausländische Studenten eingeschrieben. Studenten auf den Campus in Iran erhalten kostenlose Unterkunft, Kredite für ihre Wohnungen und Gesundheitsversorgung für sich und ihre Familien. Arafi trat 2018 von diesem Posten zurück.

Zwei Jahre später bezeichnete das US-Außenministerium die Quds-Einheit offiziell als ausländische terroristische Organisation, was ihre Rekrutierungsnetzwerke hervorhob. Es wurde gesagt, dass die Einheit pakistanische und afghanische Studenten aus der Al-Mustafa International University in die Zaynabiyoun-Brigade und die Fatemiyoun-Abteilung rekrutierte – Milizen, die in Syrien unter dem Kommando der Quds-Einheit der Revolutionsgarden eingesetzt wurden und zuvor unter US-terroristischen und Menschenrechtsmaßnahmen sanktioniert wurden.

Während seiner Amtszeit behauptete Arafi, dass etwa 50 Millionen Menschen innerhalb von acht Jahren durch die Ausrichtung der Institution zum Schiiten-Islam konvertiert haben. Kritiker fragten diese Aussage skeptisch.

Im Jahr 2016 wurde er zum Chef des nationalen Seminarsystems Irans ernannt. Arafi stieg drei Jahre später seine politische Stellung, als er von Khamenei ausgewählt wurde, um dem Guardian Council beizutreten, einer mächtigen Wachbehörde, die Gesetze prüft und Kandidaten für Wahlen qualifiziert.