OAKLAND, Kalifornien — Alysa Liu gewann am Donnerstag mit einer nahezu perfekten Freeskate-Routine das Gold im Eiskunstlauf der Frauen und beendete damit einen 22-jährigen US-amerikanischen Siegfasten. Die 22-jährige Athletin aus Oakland absolvierte alle Sprünge und Pirouetten ohne Fehler und erzielte eine Punktzahl, die sie vor ihren Konkurrentinnen platzierte.
Liu schließt sich einer exklusiven Liste amerikanischer Goldmedaillen-Gewinnerinnen an, zu denen Sarah Hughes, Tara Lipinski und Kristi Yamaguchi gehören. Sie wird zur achten US-amerikanischen Eiskunstlauf-Goldmedaillengewinnerin. Die Richter lobten ihre technische Präzision und künstlerische Ausdruckskraft, und betonten, wie gelassen sie sich auf dem Eis verhielt, obwohl die Situation hochgestapelt war.
Dieser Sieg markiert eine dramatische Rückkehr für Liu. Sie nahm erstmals an den Olympischen Spielen 2022 in Peking teil, verließ jedoch kurz darauf den Sport, aufgrund von Erschöpfung und Verletzungen. Zwei Jahre später kehrte sie zum Training zurück, dank neuer Leidenschaft für den Sport und Unterstützung der Familie. „Das Comeback fühlte sich richtig an“, sagte Liu in einem Interview nach dem Wettbewerb. Ihre Entscheidung zahlte sich in Mailand erstaunlich gut aus.
Lius Weg zum Podest hat tiefere Schichten, die mit der Familiengeschichte verbunden sind. Ihr Vater, Arthur Liu, floh 1989 aus China, nachdem er an Demonstrationen für Demokratie in der Tiananmen-Straße teilgenommen hatte. Er floh vor Verfolgung durch die Kommunistische Partei Chinas und siedelte sich in den Vereinigten Staaten an, wo Alysa geboren und aufgewachsen ist.
Jahre später, als Alysa in der Eiskunstlauf-Welt aufstieg, kontaktierten chinesische Beamte sie, um sie international für China zu gewinnen, wie Liu in öffentlichen Aussagen erklärte. Sie lehnte ab und entschied sich, für das US-Team zu kämpfen, das ihre Familie aufgenommen hatte. Liu sprach offen über den Druck, einschließlich angeblicher Einschüchterungsversuche.
FBI-Beamte entdeckten einen Plan, bei dem chinesische Agenten Alysa und ihren Vater in den USA verfolgten, um sie zu zwingen, ihre Nationalität zu wechseln, berichtete Liu in Interviews. Die Agenten warnten die Familie und verhinderten den Versuch. „Sie versuchten uns zu erschrecken, aber wir blieben standhaft“, sagte sie. Es wurden keine Verhaftungen im Zusammenhang mit dem Vorfall gemeldet.
Dieser Vorfall unterstreicht die Spannungen zwischen US-Athleten chinesischer Herkunft und der aggressiven Talentakquise durch Peking. Liu’s Entscheidung, für Amerika zu laufen, hallte weit, mit Fans und Kommentatoren, die sie als Symbol für ihre Adoptivheimat bezeichneten. Soziale Medien explodierten mit Lob, viele nannten ihre Reise „von der Flucht zur Exzellenz“.
Auf dem Eis beinhaltete Lius Programm einen Triple-Axel, einen Quadruple-Salchow und feine Fußarbeit zu emotionaler Musik. Sie beendete mit einer Punktzahl, die Silber- und Bronzemedaillengewinnerin deutlich hinterließ. Die US-Eiskunstlauf-Verwaltung nannte ihre Leistung eine „Meisterklasse“.
Liu trainiert in Scottsdale, Arizona, bei der Eisbahn Ice Den unter dem Trainer Adam Rippon, einem Olympiasieger von 2018. Ihr Sieg stärkt die Hoffnungen der US-Team-Veranstaltung, die noch andauert. Als Konfetti in Mailand fiel, umhüllte Liu sich mit der amerikanischen Flagge, die Augen glänzend. Ihr Goldmedaille strahlt nicht nur für ihre Fähigkeiten, sondern auch für die Geschichte dahinter.
Kommentare
Noch keine Kommentare
Be the first to share your thoughts