Washington — Die Verkäufe neuer Einzelhäuser stiegen im Juli deutlich an und erreichten ein saisonal angepasstes jährliches Niveau von 745.000 Einheiten, wie Daten des Handelsministeriums am Donnerstag zeigten. Ökonomen, die von Reuters befragt wurden, hatten mit 732.000 Verkäufen gerechnet. Das Ergebnis ist ein klarer Übertreffer und das stärkste seit Mai 2024.

Der Anstieg bedeutete einen Zuwachs von 13,4 % gegenüber dem nach unten korrigierten Wert von 656.000 im Juni. Der Wert für diesen Monat war ursprünglich niedriger angesetzt worden, bevor heute die Korrektur erfolgte. Die Lagerbestände blieben bei 465.000 Häusern stabil, was bei dem aktuellen Verkaufsritmus für 7,5 Monate ausreicht, wie der Bericht festhält.

Immobilienanalysten verwiesen auf sinkende Hypothekenzinssätze und stabile Arbeitsmarktwachstumsraten als Schlüsseltriebkräfte. Der 30-jährige Festzins für Hypotheken sank Ende Juli unter 6,8 %, was ein Rückgang von über 7 % zu Beginn des Jahres bedeutet, wie Freddie Mac meldete. „Käufer reagieren auf bessere Finanzierungsmöglichkeiten“, sagte Nancy Lazar, Chefökonomin bei Piper Sandler. Sie verwies darauf, dass der Anstieg mit den allgemeinen Erholungen des Verbraucherzuvertrauens übereinstimmt, die diese Woche gemeldet wurden.

Verglichen mit dem Vormonat stiegen die Verkäufe im Süden um 20 % auf 372.000 Einheiten. Im Westen gab es einen Anstieg um 5 % auf 154.000, während der Northeast und Midwest geringere Zuwächse verzeichneten. Die Medianverkaufspreise sanken leicht auf 402.600 Dollar von 407.200 Dollar im Juni, was auf etwas Erleichterung bei der Bezahlbarkeit hindeutet.

Die Daten haben Gewicht auf den Finanzmärkten. Neue Wohnungsverkäufe weisen oft Trends im größeren Bestandsimmobilienmarkt voraus, wobei die beiden Berichte über die Zeit eng miteinander korrelieren. Ein besser als erwartetes Ergebnis stärkt in der Regel den US-Dollar, da es Widerstandsfähigkeit der Wirtschaft signalisiert. Der Dollar-Index stieg unmittelbar nach der Veröffentlichung um 0,3 % und notierte nahe 104,20.

Federal Reserve-Beamte beobachten den Wohnungsbau sorgfältig, um Hinweise auf Inflation und Ausgaben zu erhalten. Vorsitzender Jerome Powell betonte die Rolle des Sektors in seiner Rede in Jackson Hole im letzten Monat, wobei er anhaltende Lieferengpässe erwähnte. Die aktuellen Zahlen deuten darauf hin, dass Bauunternehmen ihre Aktivitäten erhöhen, wobei die Startzahlen für Einzelhäuser im Juli um 5,8 % gegenüber dem Vorjahreszeitraum stiegen, wie Daten des Zensus zeigen.

Trotzdem bleiben Herausforderungen bestehen. Hohe Immobilienpreise und Versicherungskosten verhindern den Kauf für einige Käufer, insbesondere in Regionen, die von Hurrikanen betroffen sind. Der Sentiment-Index der National Association of Home Builders stieg im August auf 44 von 42, bleibt aber unter dem kritischen Schwellenwert von 50. „Bezahlbarkeit ist das Wildcard“, sagte Robert Dietz, Chefökonom der NAHB.

Investoren begrüßten den Bericht. Aktien von Immobilienbauunternehmen wie D.R. Horton stiegen um 1,2 %, während Lennar um 0,9 % zulegte. Der breite S&P 500-Immobilienindex kletterte um 0,8 %. Anleihenkurse stiegen leicht, wobei der Zinssatz für den 10-jährigen US-Staatsanleihen auf 3,92 % stieg.

Ausblick: Die Daten zu den neuen Wohnungsverkäufen im August werden am 30. Oktober veröffentlicht. Prognosen rechnen mit einem leichten Rückgang auf 728.000, da Zinsschwankungen möglich sind. Politiker und Märkte werden den Trend analysieren, um Hinweise auf nachhaltige Impulse im 2 Billionen Dollar großen Immobilienmarkt zu erkennen.