IAG Neuseeland, einer der größten Versicherer des Landes, hat eine Warnung ausgesprochen, dass die aktuelle Formulierung des Planungsgesetzes – das den Resource Management Act (RMA) von 1991 ersetzen soll – die Versicherbarkeit zukünftiger Entwicklungen in Neuseeland begrenzen könnte. Der Versicherer informierte das Parlament, dass Unklarheiten in der Behandlung von ‚proportionalem‘ und risikobasiertem Planung im Gesetz die Bewertung von Landnutzungsentscheidungen beeinflussen könnten, was sich auf die Praxis der Versicherungsvergabe, die Versicherungspreise und den breiteren Kreditmarkt auswirken könnte.
Versicherungsbranche äußert Bedenken
Die Warnung kommt, während die Regierung die Reform des RMA verfolgt, das seit 1991 die Landnutzung und Umweltkontrollen in Neuseeland regelt. IAG betonte, dass die neue Gesetzgebung, insbesondere in Bezug auf natürliche Gefahren, Unsicherheit für Versicherer schaffen könnte, die die Versicherbarkeit neuer Entwicklungen bewerten. Dies könnte zu höheren Prämien, reduzierten Versicherungsoptionen oder sogar zum Verzicht auf Versicherungen für Immobilien mit hohem Risiko führen.
Laut IAG könnte der Fokus des Planungsgesetzes auf ‚proportionaler‘ Planung nicht ausreichend die langfristigen Risiken berücksichtigen, die mit Naturkatastrophen wie Überschwemmungen, Erdrutschen und extremen Wetterereignissen verbunden sind. Der Versicherer argumentiert, dass ohne klare Definitionen und Standards der Risikobewertungsprozess in verschiedenen Regionen und Entwicklungsformen ungleichmäßig sein könnte.
Auswirkungen auf Immobilienentwickler und Eigentümer
Die potenziellen Änderungen des RMA könnten erhebliche Auswirkungen auf Immobilienentwickler und Eigentümer haben. Wenn Versicherer aufgrund unklarer regulatorischer Rahmenbedingungen höhere Risiken wahrnehmen, könnten sie weniger bereit sein, Policen für neue Entwicklungen zu unterzeichnen, insbesondere in Gebieten mit hohem Risiko. Dies könnte zu einem Mangel an erschwinglichen Versicherungsoptionen führen, die Kosten für den Wohnungsbau erhöhen und potenziell die Entwicklung in Risikogebieten hemmen.
Für Eigentümer könnte dies höhere Versicherungsprämien oder sogar die Unfähigkeit, Versicherung für ihre Immobilien zu sichern, bedeuten. In einigen Fällen könnten Banken auch zögern, Kredite für Immobilien zu gewähren, die als zu riskant angesehen werden, was die Wohnoptionen in gefährdeten Regionen weiter einschränken könnte.
Laut einem Bericht von IAG könnte die Unklarheit im Planungsgesetz auch den Kreditmarkt beeinflussen, da Finanzinstitute auf Versicherungen zur Risikominderung angewiesen sind. Wenn die neue Gesetzgebung Unsicherheit schafft, könnte dies zu einer konservativeren Haltung von Kreditgebern führen, was den Zugang zu Krediten für Immobilienkäufer und Entwickler reduzieren könnte.
Was Analysten sagen
Branchenanalysten haben die Bedenken von IAG bestätigt und betont, dass der Übergang vom RMA zum Planungsgesetz ein entscheidender Moment für das regulatorische Umfeld Neuseelands ist. Dr. Sarah Thompson, eine Experte für Landnutzungspolitik an der University of Auckland, sagte: ‚Der Erfolg der neuen Gesetzgebung hängt davon ab, wie gut sie Umweltschutz mit den wirtschaftlichen Realitäten von Entwicklung und Versicherung ausbalanciert. Wenn der risikobasierte Planungsrahmen nicht klar definiert ist, könnte dies einen regulatorischen Vakuum schaffen, das sowohl Versicherer als auch Immobilienbesitzer in der Unsicherheit lässt.‘
Andere Experten haben darauf hingewiesen, dass ähnliche Probleme in der Vergangenheit aufgetreten sind, wenn regulatorische Änderungen die Komplexität der Risikobewertung nicht berücksichtigt haben. Zum Beispiel führten die Änderungen des RMA im Jahr 2004, die darauf abzielten, die Landnutzungsplanung zu vereinfachen, zu erhöhter Unsicherheit auf dem Versicherungsmarkt, was zu höheren Prämien für Immobilien in Risikogebieten führte.
Das Planungsgesetz wird derzeit vom Parlament geprüft, wobei mit einer Entscheidung Mitte 2025 gerechnet wird. Während dieser Zeit loben Branchenakteure, einschließlich Versicherer, Entwickler und Umweltgruppen, Änderungen, um sicherzustellen, dass das neue Gesetz die langfristigen Risiken, die mit natürlichen Katastrophen verbunden sind, angemessen berücksichtigt.
IAG hat die Regierung aufgefordert, klarere Definitionen für ‚proportionale‘ Planung zu geben und sicherzustellen, dass der neue Rahmen Mechanismen für die Bewertung und Minderung von Risiken natürlicher Katastrophen enthält. Der Versicherer hat auch Politiker gebeten, mit der Versicherungsbranche zusammenzuarbeiten, um sicherzustellen, dass das neue Gesetz nicht versehentlich Barrieren für die Entwicklung und den Wohnungsbau schafft.
Da der Streit um das Planungsgesetz weitergeht, bleibt die Versicherungsbranche wachsam und fürchtet, dass die neue Gesetzgebung zu einem fragmentierten und unvorhersehbaren regulatorischen Umfeld führen könnte. Für gewöhnliche Neuseeländer könnte das Ergebnis dieses Streits langfristige Auswirkungen auf die Wohnverfügbarkeit, die Kosten für Immobilienversicherungen und die Verfügbarkeit von Krediten in Risikogebieten haben.
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