Der ehemalige Premierminister und Gründungsleiter der Pakistan Tehreek-e-Insaf (PTI) Imran Khan hat beim Obersten Gericht von Islamabad einen Antrag eingereicht, um medizinische Behandlung für eine kritische Augenkrankheit zu erhalten. Seine Rechtsvertreter stellten die Bitte am Montag ein, wobei sie betonten, dass angemessene Pflege während seiner Haft nicht möglich sei.

Medizinischer Zustand und rechtlicher Antrag

Laut dem Antrag leidet Khan an einer schweren Augenkrankheit, die von Dr. Muhammad Arif des Pakistan Institute of Medical Sciences (PIMS) diagnostiziert wurde. Ärzte bestätigten, dass Blutgerinnsel erheblichen Schaden an seinem rechten Auge verursacht haben und nur noch 15 Prozent seiner Sehkraft vorhanden sind.

Imran Khans Anwälte Salman Safdar und Khalid Yousuf Chaudhry stellten den Antrag, wobei sie erklärten, dass der ehemalige Führer auf Kaution freigelassen werden müsse, um angemessene Behandlung zu erhalten. Der Antrag enthält auch eine Bitte um eine vorzeitige Verhandlung zur Aufhebung seiner Strafe im Zusammenhang mit dem Fall von 190 Millionen Pfund.

Der Anwalt Salman Safdar erklärte Journalisten, dass Khan ihm mitgeteilt habe, dass die Ärzte von PIMS nach Tests und Untersuchungen bestätigt hätten, dass er 85 Prozent seiner Sehkraft im rechten Auge verloren habe. „Imran Khan hat eine Nachricht gesendet, die besagt, dass er nicht mehr sehen kann“, sagte Aleema Khan, eine Verwandte des ehemaligen Premierministers.

Auswirkungen auf die Gerichtsverfahren

Der Antrag erfolgt inmitten der laufenden Gerichtsverfahren, denen Khan gegenwärtig standhält, unter anderem im Fall Toshakhana-II. Seine Kaution beantragt die Aufhebung seiner Strafe aufgrund der schwerwiegenden Gesundheitsprobleme, die sein rechtes Auge betreffen.

Das Gericht wird voraussichtlich in den nächsten Wochen über den Antrag entscheiden. Sollte dieser genehmigt werden, wäre es Khan erlaubt, die Behandlung im Shifa International Hospital in Islamabad zu erhalten, wie im Antrag gefordert. Seine Rechtsvertreter haben auch das Gericht gebeten, den Zugang zu seinen persönlichen Ärzten, Dr. Faisal Sultan und Dr. Asim, für spezialisierte Pflege zu ermöglichen.

Der Antrag betont die Herausforderungen, mit denen Personen in Haft konfrontiert sind, wenn es um den Zugang zu angemessener medizinischer Behandlung geht. Er argumentiert, dass die Gefängnisumgebung nicht förderlich für die spezialisierte Pflege sei, die Khan benötigt.

Imran Khan, der 73 Jahre alt ist, wurde seit Mai 2023 nach seiner Verurteilung im Fall Toshakhana-II unter Hausarrest gestellt. Seine Rechtsvertreter haben zuvor argumentiert, dass seine Gesundheit aufgrund des Stress der laufenden Gerichtsverfahren verschlechtert worden sei.

Weitere Auswirkungen auf das politische und rechtliche Umfeld

Der Fall hat sowohl Unterstützer als auch Kritiker Khans aufmerksam gemacht. Einige betrachten den medizinischen Antrag als strategischen Schachzug, um öffentliche Sympathie zu gewinnen und möglicherweise die Entscheidung des Gerichts zu beeinflussen. Andere argumentieren, dass die Situation die Notwendigkeit unterstreicht, den Zugang zu medizinischer Versorgung für Gefangene in Pakistan zu verbessern.

Analysten vermuten, dass das Ergebnis des Antrags erhebliche Auswirkungen auf den Gerichtsprozess haben könnte. Sollte das Gericht die Kaution gewähren, könnte das eine Vorbildfunktion für ähnliche Fälle mit gesundheitlichen Anträgen haben. Sollte die Bitte abgelehnt werden, könnte das die rechtliche Situation Khans weiter verschlimmern und die laufenden politischen Spannungen im Land intensivieren.

Laut dem Antrag haben die Ärzte von PIMS angemerkt, dass ohne schnelle und spezialisierte Behandlung Khans Sehkraft weiter abnehmen könnte. Dies unterstreicht die Dringlichkeit, mit der das Gericht den Fall prüfen muss, wobei ein Verhandlungstermin in naher Zukunft erwartet wird.

Das Oberste Gericht von Islamabad hat noch keinen Verhandlungstermin festgelegt, doch Rechtsexperten erwarten, dass der Fall sowohl von der Öffentlichkeit als auch von politischen Akteuren sorgfältig beobachtet wird. Die Entscheidung des Gerichts könnte auch das breitere Diskussionsfeld über die Rechte von Gefangenen und die Rolle des Gerichts in solchen Angelegenheiten beeinflussen.