Ein Hafen in der Straße von Hormuz, der im Februar zu sehen war, ist ein Brennpunkt einer wachsenden wirtschaftlichen Krise geworden, da iranische Raketen- und Drohnenangriffe kritische Handelsrouten gestört haben. Die wirtschaftlichen Auswirkungen des Krieges werden nun weit über die Ölexporte und Erdgasschiffe hinaus gespürt, die normalerweise durch diese Region fließen, und beeinflussen den Luft- und Seeverkehr zwischen Asien und Europa.
Störungen im Luft- und Seeverkehr
Erst eine Woche nach dem US-Israelischen Angriff auf den Iran hat sich die wirtschaftliche Belastung des Krieges auf den Luft- und Seeverkehr ausgewirkt. Der Schließung mehrerer internationaler Flughäfen, darunter Dubaïs, haben nahezu ein Fünftel der globalen Luftfrachtkapazität den Betrieb eingestellt. Laut Ryan Petersen, CEO von Flexport, hat dies die Frachtkosten von Asien nach Europa um 45 Prozent erhöht, mehr als doppelt so viel wie die Steigerung für Frachtgut nach den Vereinigten Staaten.
Der Einfluss auf den Seeverkehr spiegelt eine breitere wirtschaftliche Realität wider: Europa und Asien werden stärker und schneller von dem Krieg getroffen als die Vereinigten Staaten. „Europa und Asien sind stark von Energieimporten abhängig, was sie anfälliger für negative makroökonomische Auswirkungen macht“, sagte Maurice Obstfeld, ehemaliger Chefökonom des Internationalen Währungsfonds.
Regionale Auswirkungen und steigende Kosten
Laut AAA sind die Benzinpreise in den Vereinigten Staaten auf 3,41 Dollar pro Gallone gestiegen, was von 2,98 Dollar pro Woche vorher stammt. Gleichzeitig spüren europäische und asiatische Wirtschaften die volle Auswirkung der Krise. Der Tankerverkehr durch die Straße von Hormuz ist um 90 Prozent gegenüber dem Kriegsbeginn gesunken, laut dem Tracking-Dienst MarineTraffic. Zudem sind 57 Containerschiffe in der Region festgefahren, was Wellen durch die globalen Lieferketten auslöst.
Maersk, einer der weltweit größten Seefrachter, hat neue Buchungen für fast alle Frachtgut-Transporte in oder aus den Vereinigten Arabischen Emiraten, Oman, Irak, Kuwait, Katar, Bahrain und Saudi-Arabien eingestellt. „Diese Container werden dann einfach in den Hafenstädten weltweit verbleiben und nicht geladen werden“, sagte Petersen von Flexport.
Störungen im Luftverkehr und steigende Kraftstoffkosten
Der Luftverkehr wurde stärker beeinträchtigt als der Seeverkehr. Die Schließung von Luftraum in mehreren Ländern, einschließlich der Vereinigten Arabischen Emirate, Katar, Bahrain, Kuwait, Irak und Iran, führte zu einem starken Rückgang der Frachtkapazität. Laut Oscar de Bok, CEO von DHL Global Forwarding, benötigen die Frachter mindestens eineinhalb Wochen, um jede Woche angesammelte Fracht aufzuholen, wenn die Luftfracht für eine Woche ausfällt.
Flugzeuge, die zwischen Asien und Europa fliegen, müssen nun längere Strecken zurücklegen, was die Kraftstoffkosten erhöht. Ein europäischer Indikator für Jetkraftstoffpreise ist seit Beginn des Krieges um 72 Prozent gestiegen und nähert sich dem Höchststand von 2022, nachdem Russland die Ukraine überfallen hat. „Die steigenden Luftfrachtkosten auf der Route von Asien nach Europa werden wie eine Preisanhebung bei Uber wirken“, sagte Brian Bourke von SEKO Logistics.
Als Lieferkettenmanager sich an eine weitere Krise anpassen, werden die Einschränkungen bei der Kapazität von Flughafennaschalen und Lagerhäusern deutlich. „Die gute Nachricht ist, dass Flugzeuge zu anderen Flughäfen fliegen können. Allerdings haben diese Flughäfen nicht unendliche Kapazität, um Frachtgut aus anderen Regionen zu empfangen“, sagte Chris Rogers von S&P Global.
Die wirtschaftlichen Auswirkungen des Iran-Krieges breiten sich rasch aus, wobei Länder wie Indien, China und Südkorea erhebliche Herausforderungen zu spüren bekommen. Der Krieg beeinflusst nicht nur den Handel, sondern auch die staatlichen Finanzen, wie es beispielsweise in Indien sichtbar wird, wo die Währung ein 50-jähriges Tief gegenüber dem Dollar erreicht hat. „Wenn dieser Konflikt andauert, wird Asien eine sehr schwere Belastung aus diesem Krieg spüren“, sagte Eric Robertsen von Standard Chartered PLC.
Comments
No comments yet
Be the first to share your thoughts