Der Iranische Fußballverband hat behauptet, dass FIFA die Ticketvergabe für Fans bei den drei Gruppenspielen in den USA widerrufen habe, nur Tage vor dem Beginn der WM. Laut dem Verband. Diese Entscheidung erfolgte inmitten gestiegener Spannungen zwischen Iran und den USA, die am 28. Februar militärische Angriffe auf Iran starteten, während iranischen Fußballbeamten auch Visa zum Einreisen in die USA verweigert wurden.
Ticketvergabe und politische Bedenken
Der iranische Fußballverband erklärte in einer Erklärung, die von halbamtlichen Medien berichtet wurde, dass er nun nicht mehr Tickets an seine Anhänger verteilen könne, jede der 48 WM-Teams ist berechtigt, 8 % der Stadionkapazität für ihre Spiele zu erhalten. Der Verband beschuldigte die US-Regierung, die Anwesenheit iranischer Anhänger in den Stadien zu behindern, und vermutete, dass politische Überlegungen die Organisation der WM beeinflussen. „Dieser Vorfall wirft ernste Fragen über den Einfluss nicht-sportlicher und politischer Überlegungen auf die Organisation des größten Fußballereignisses der Welt auf“, hieß es in der Erklärung.
Zu der Kontroverse. Der iranische Sportminister Ahmad Donjamali teilte FIFA mit, dass das iranische Team das Feld verlassen würde, wenn politische Parolen laut wurden oder Fans die alte persische Flagge bei Spielen zeigten. Zwei der drei Gruppenspiele Irans finden in Los Angeles statt, wo geschätzt zwei Millionen Iraner leben – die alte persische Flagge mit dem Löwe-und-Sonnen-Emblem gilt als Symbol der Opposition gegen die islamische Regierung Irans.
Proteste und diplomatische Spannungen
Los Angeles, oft als „Tehrangeles“ oder „Irangeles“ bezeichnet, ist ein zentraler Knotenpunkt für die iranische Diaspora in den USA; die Stadt wird zwei der Gruppenspiele Irans ausrichten: gegen Neuseeland am 16. Juni und gegen Belgien am 21. Juni. Das dritte Gruppenspiel findet in Seattle gegen Ägypten am 27. Juni statt – der militärische Konflikt zwischen den USA und Iran hat die Teilnahme Irans an der WM weiter überschattet.
Donjamali warnte, dass das Team das Feld verlassen würde, wenn politische Parolen laut wurden oder die alte Flagge gezeigt wurde. Der Iranische Fußballverband hat auch gebeten, dass FIFA nur die offizielle Flagge der Islamischen Republik in den Stadien erlaubt. Beobachter zweifeln an der Durchsetzung eines solchen Verbots, bedingt durch die Größe der iranischen Diaspora in den USA.
FIFA-Präsident und politische Äußerungen
Gianni Infantino, Präsident von FIFA, hielt eine Pressekonferenz in Mexiko-Stadt vor der WM, bei der er verschiedene Themen ansprach, einschließlich seiner Behandlung der Situation im Iran. Er lobte seine Maßnahmen im Zusammenhang mit Iran, forderte aber auch Ruhe im Fall eines abgelehnten Schiedsrichters. Infantino sprach 33 Minuten lang, ohne ein technisches Problem mit dem WLAN des Events anzusprechen, das kurz vor seinem Auftritt gelöst worden war. Während der Pressekonferenz blieb ein Sitz leer für den französischen Journalisten Christophe Gleizes, der seit Mai 2024 in Algerien inhaftiert ist. Infantino erwähnte nicht, wo er festgehalten wird, vermutlich, um Algerien, einen der Gastgeber der WM, nicht zu verärgern.
In seiner Rede betonte Infantino die Wichtigkeit, sich auf Fußball zu konzentrieren, und minimierte andere Themen. Seine Äußerungen galten jedoch als umstritten, insbesondere im Licht der politischen Spannungen um die Teilnahme Irans an der WM. Infantino zog auch Parallelen zu seiner Pressekonferenz in Doha vor der WM 2022, bei der er eine Reihe ungewöhnlicher Äußerungen über sein Gefühl, ein Katarer, ein Araber, ein Afrikaner, ein homosexueller und ein behinderter Mensch zu sein, abgab.
Die US-Regierung hat Reisebeschränkungen für Iraner verhängt, was die Verteilung von Tickets erschwert hat. Laut Berichten waren iranische Fans bereits einem Reiseverbot unterworfen, als die Ticketverkäufe im Dezember begannen. Die neuesten Entwicklungen haben Bedenken hervorgerufen, dass die WM politisch genutzt wird und der Stimmung des Turniers negativ zugeschnitten werden könnte.
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