Mindestens fünf Menschen wurden am Sonntag in israelischen Luftangriffen in Libanon getötet, wie Al Jazeera meldet. Die Gewalt geschah trotz einer 45-tägigen Verlängerung der Feuerpause, die zuvor in der Woche angekündigt worden war. Israelischer Premierminister Benjamin Netanjahu sagte, Israel sei dabei, „Gebiet zu halten, zu befreien, die Sicherheit der israelischen Gemeinschaften zu schützen, aber auch einen Feind zu bekämpfen, der versucht, uns zu überlisten“, wie Al Jazeera-Mitarbeiter in Tyrus berichtete.

Weitere Gewalt unter Feuerpausenvertrag

Die Angriffe fanden statt, als die dritte Runde von Feuerpausengesprächen in Washington, D.C. endete. Dabei fand nach Jahrzehnten das erste direkte Treffen zwischen israelischen und libanesischen Behörden statt. Das libanesische Gesundheitsministerium berichtete, dass seit dem Wiederausbruch des Krieges am 2. März mindestens 2988 Menschen in israelischen Angriffen getötet und 9210 verletzt wurden, wie Al Jazeera angibt.

Die Iran-verbündete Miliz Hisbollah kritisierte die Gespräche und bezeichnete sie als „Sackgasse“. Der Hisbollah-Abgeordnete Hussein Hajj Hassan sagte, die Gespräche hätten zu „einem Kompromiss nach dem anderen“ geführt.

Netanjahu genehmigt neue Luftangriffe

Zwei Tage nach der Ankündigung der Feuerpause durch US-Präsident Donald Trump gab israelischer Premierminister Benjamin Netanjahu der Armee den Befehl, „mächtige Luftangriffe auf Hisbollah“ zu starten, wie AFP meldet. Die israelische Armee bestätigte, dass die Angriffe Hisbollah-Infrastruktur im Süden Libanons ins Visier nahmen, und betonte, sie würden „entschlossen auf Bedrohungen für israelische Zivilisten und die Streitkräfte reagieren“.

Netanjahu gab in einem Post auf X bekannt, Israel habe den Kommandanten der Elitetruppe Radwan der Hisbollah getötet. „Kein Terrorist kann davon ausgenommen sein, und der lange Arm Israels wird jeden Feind und Mörder ergreifen“, schrieb er. Der stellvertretende Generalstabschef Eyal Zamir betonte, „es gäbe keine Einschränkungen im Einsatz von Gewalt“ und dass Israel „nicht zurückweichen werde, bis die Sicherheit der Einwohner im nördlichen Israel gesichert ist“, wie der zweite koreanische Bericht angibt.

Regionale Spannungen und US-Mediation

Trotz Berichten, dass die Gespräche zwischen den USA und Iran über ein Kriegsende im Endspurt seien, verschärfen sich die regionalen Spannungen durch die Ausweitung der israelischen Angriffe. Al Jazeera berichtete, dass Israel zum ersten Mal seit der Feuerpause mit Libanon einen Luftangriff auf Beirut durchgeführt und zudem Angriffe im Gaza-Streifen gestartet habe.

Die verlängerte Feuerpause sollte ermöglichen, dass am 29. Mai ein von den USA geführter Sicherheitsdialog beginnt. Die nächste Runde der Gespräche ist für den 2. und 3. Juni in Washington, D.C. geplant. Experten sagen jedoch, „es gab nie eine Feuerpause von Anfang an“, da der am 17. April begonnene ursprüngliche Vertrag nicht eingehalten wurde.