Seit der Boston Celtics Jaylen Brown in ihrem erfolglosen Versuch einbrachten, Giannis Antetokounmpo von Miami zu holen, war ein Tausch erwartet worden. Doch es kam überraschend: Brown wechselt zu einem Rivalen aus der Atlantic Division, den Philadelphia 76ers.

Details des Tauschs und Sichtweisen der Teams

Laut Jay King und Sam Amick von The Athletic erhielten die Celtics Paul George, zwei erste Runden-Picks und zwei zweite Runden-Picks im Austausch gegen Brown. Obwohl dieser Tausch im Vergleich zu den hohen Forderungen Boston für Brown bescheiden wirkt, sagte eine Quelle, dass die Teamverantwortlichen alle vier Picks als wertvoll betrachten – egal, ob sie behalten oder später weitergetauscht werden.

Wahrnehmung versus Marktwirklichkeit

Andere Teams begannen daran zu glauben, dass die Celtics ernsthaft daran dachten, Brown zu verkaufen, nachdem ihr Versuch, Antetokounmpo zu holen, gescheitert war. Quellen aus dem Team sagten, dass Brown während der Tauschverhandlungen stets informiert wurde. Doch er war verärgert über die Art und Weise, wie das Team die Angelegenheit handhabte, und fand dies gegenüber seinen Leistungen in Boston unhöflich. Brown bestätigte seine Empfindungen in einer Live-Stream-Übertragung am vergangenen Donnerstag.

Laut King und Amick machte Boston Brown im Tauschtermin im Februar für einen letzten Versuch, Antetokounmpo von Milwaukee zu holen, verfügbar. Als dieser erneut fehlschlug und Boston nach anderen Optionen für Brown suchte, wurde klar, dass sein Wert in der Liga nicht so hoch war, wie er es sich erhofft hatte.

Trotz prominenten Nennens der Nuggets und Trail Blazers in Tauschgerüchten wollte kein Team Bostons berichtetes Angebot von vier ersten Runden-Picks erfüllen. Führer in der Liga kritisierten die Celtics dafür, einen unrealistischen Preis für Brown verlangt zu haben. Selbst die Rockets, die den ehemaligen Coach von Brown, Ime Udoka, während der NBA Finals 2022 einsetzten, beteiligten sich nicht an den Gesprächen.

Eine Quelle aus den Portland Trail Blazers sagte, dass das Team kein Interesse an Brown hatte, wegen seiner hohen Gehaltslast (183 Millionen Dollar über die nächsten drei Jahre und eine mögliche Verlängerung im Sommer) und weil ihre Analyse zeigte, dass er bei diesem Preis negativ sei. „Wir haben uns nie aktiv für einen Tausch mit ihm interessiert“, sagte die Quelle. „Und erst recht nicht bei ihrem Preis.“

Ein unbekannter General Manager aus einem anderen Team unterstützte diese Meinung, erklärte den Autoren, dass er Brown nicht als Top-50-Spieler einstufe, obwohl er mit seinen beeindruckenden Statistiken in dieser Saison den zweiten All-NBA-Team erhielt.

Interne Differenzen und finanzielle Überlegungen

Laut King und Amick glaubten einige Mitglieder der Boston-Führung, dass Browns Einfluss nicht seiner Reputation entsprach. Doch Präsident des Basketball-Operations Brad Stevens blieb ein starker Verfechter von Brown, was ihn zum bestbezahlten Spieler der NBA machte, nach einer enttäuschenden Playoff-Leistung 2023.

Browns Gehalt von 57,7 Millionen Dollar für die kommende Saison ist das siebthöchste der Liga. Doch viele Teams glauben nicht, dass er produktiv genug ist, um diesen Kosten zu entsprechen. Einige Konkurrenz-Manager sagten den Autoren, dass Stevens wahrscheinlich überrascht war, dass der Markt für Brown so schwach blieb, da das Team ihn noch nie zuvor verkaufen wollte.

Es wurde als zu riskant angesehen, Brown für eine weitere Saison zu behalten, da dies zu einem Trade-Request führen könnte, der die Celtics in eine schlechtere Verhandlungsposition brächte. Browns Erfahrung im vergangenen Jahr, als er der primäre Angriffsspieler war, während Tatum sich von einer Achillessehnenverletzung erholte, wurde als Warnsignal gesehen. Zudem teilte Browns Trainer Drew Hanlen auf Social Media, wie effektiv die Celtics waren, als Brown den Ball übernahm.

Die Autoren erwähnten mögliche Probleme, wenn die Celtics mit beiden Spielern in den Trainingcamp eingestiegen wären und Tatum die Angriffsführung zurückerwartet hätte. Es ist schwer vorstellbar, dass Brown bereit wäre, eine sekundäre Rolle zu übernehmen, was es im Herbst schwieriger gemacht hätte, ihn weiterzugeben.