Der linke Präsidentschaftskandidat Columbiens, Iván Cepeda, hat die Wahl gegen den Trump-gebackenen Millionär Abelardo de la Espriella abgegeben. Cepeda erhielt 12,7 Millionen Stimmen, während De la Espriella 12,96 Millionen Stimmen bekam. Der Sieg lag mit 0,96 Prozentpunkten im engsten Bereich der jüngeren Geschichte. Cepeda nannte dies einen Akt demokratischer Verantwortung.

Abgabe und Kritik an ausländischer Einmischung

Cepeda erklärte in einer Erklärung: „In dieser Phase der Abstimmung habe ich entschieden, das Ergebnis des Prozesses zu akzeptieren, das zeigt, dass Abelardo de la Espriella der neue Präsident der Republik ist. Ich tue dies als Akt demokratischer Verantwortung. Ich tue dies, um zum Zusammenleben, Frieden und Dialog unter den Kolumbianern beizutragen.“ Cepeda betonte, dass die Akzeptanz des Ergebnisses nicht bedeute, die Wahrheit aufzugeben oder zu schweigen, obwohl er während der Wahlkampf schwerwiegende Bedenken geäußert hatte.

Cepeda kritisierte zudem die USA für ihre wahrgenommene Einmischung: „Wir haben die offene und unangemessene ausländische Einmischung in die inneren Angelegenheiten Kolumbiens verurteilt. Insbesondere die Eingriffe, die durch die Regierung der Vereinigten Staaten und insbesondere durch Präsident Donald Trump im Interesse der Kandidatur von Abelardo de la Espriella vorgenommen wurden.“ Dies war eine direkte Anspielung auf die öffentlichen Empfehlungen Trumps für De la Espriella.

Trump-Unterstützung und Wahlkontext

Trumps Unterstützung für De la Espriella war ein zentraler Punkt der Wahl. Nach dem ersten Wahlgang lobte Trump De la Espriella für seinen Sieg und bezeichnete Cepeda als „radikalen linken Marxist“. Nach dem zweiten Wahlsieg erklärte Trump, De la Espriella habe „leicht“ gewonnen, obwohl der Sieg mit 0,96 Prozentpunkten der engste in der jüngeren Geschichte Columbiens war.

Cepeda hatte ursprünglich geplant, auf das endgültige Rechtszählungsergebnis zu warten, das noch in Bearbeitung ist. Doch nach einer 4500-Wörter-langen Social-Media-Veröffentlichung, in der er den Übergang mit De la Espriella ankündigte, änderte er seine Haltung. Cepeda verglich den Übergang mit der Übergabe des Schwerts von Simón Bolívar, ein nationales Symbol, an einen Vizekönig, eine Anspielung auf den Trump-gebackenen Kandidaten.

Regionale politische Verschiebung und De la Espriella’s Plan

De la Espriella kündigte an, dass Kolumbien dem „Schild der Amerika“ beitreten werde, eine Trump-gebackene Initiative, die rechte Regierungen in Lateinamerika verbindet. Nach seiner Amtsübernahme am 7. August bleiben nur noch vier Länder in der Region unter linker Regierung. De la Espriella, der während der Wahlkampf ankündigte, die Linke „auszuhöhlen“, betonte in seiner Siegesrede eine versöhnliche Haltung. Er versprach, dass diejenigen, die mit seinen Politiken nicht einverstanden seien, nichts zu befürchten hätten.

Als zweitplatzierte Kandidatur ist Cepeda berechtigt, einen Sitz im Senat einzunehmen, wo er sich als „demokratische, wache und konstruktive Opposition“ verpflichtet.