Iván Cepeda. Der linke Präsidentschaftskandidat Kolumbiens, gab am Mittwoch nach vorläufigen Wahlergebnissen die Stichwahl zu — Er verlor knapp gegen den rechten Unternehmer Abelardo de la Espriella; Laut The Guardian akzeptierte Cepeda das Ergebnis als demokratische Verantwortung und erklärte, er tue dies, um zum Zusammenleben, Frieden und Dialog unter Kolumbianern beizutragen.

Wahlergebnisse und knapper Abstand

Cepeda erhielt 12,7 Millionen Stimmen, was nur 250.000 weniger sind als die 12,96 Millionen von De la Espriella. Laut EL PAÍS English war dies die engste Wahl in der jüngeren Geschichte Kolumbiens für einen Präsidentschaftskandidaten, mit einem Vorsprung von 0,96 Prozentpunkten. Trotz des engen Abstands entschied sich Cepeda, das Ergebnis zu akzeptieren, anstatt auf die endgültige, rechtlich bindende Zählung zu warten, die noch läuft.

Als Zweitplatzierte ist Cepeda berechtigt, einen Sitz im Senat zu beanspruchen. Er versprach, eine „demokratische, wache und konstruktive Opposition“ zu üben, wie AOL.com meldete. De la Espriella, der während der Wahlkampfphase drohte, die Linke „abzuschaffen“, zeigte in seiner Siegesrede einen versöhnlichen Ton an und betonte, dass Menschen mit anderen Ansichten nichts zu befürchten hätten.

Fremdeinfluss und politische Wende

Cepeda kritisierte US-Präsident Donald Trump für seine Unterstützung von De la Espriella. In Bezug auf Trumps Beiträge sagte Cepeda: „Wir verurteilten die offene und unangemessene fremde Einmischung in die inneren Angelegenheiten Kolumbiens. Insbesondere die Eingriffe durch die Regierung der USA und besonders durch Präsident Donald Trump zugunsten der Kandidatur von Abelardo de la Espriella.“ Laut The Guardian hatte Trump Cepeda als einen „radikalen linken Marxist“ bezeichnet und De la Espriella nach seinem Sieg in der ersten Runde gelobt.

Die Kolumbianer stimmten am Sonntag gegen die politische Elite, die das Land seit Jahrzehnten regiert, ab, berichtete EL PAÍS English. Der linke Führer Gustavo Petro gewann die erste Runde mit 40 Prozent der Stimmen, während der Populist Rodolfo Hernández 28 Prozent erhielt. Die politische Tradition, bekannt als uribismo, geprägt von ehemals Präsident Álvaro Uribe, dominierte die kolumbianische Politik zwei Jahrzehnte lang, doch nun könnte sich eine Wende abzeichnen, da Petro näher an der Präsidentschaft ist.

Übergang und regionale Wende

Am Dienstagabend kündigte Cepeda an, den Übergangsprozess mit dem künftigen Präsidenten zu beginnen, wie The Guardian meldete. In einem 4500-Wörter-Beitrag in den sozialen Medien drückte er das Gefühl aus, Simón Bolívars Schwert, ein symbolisches Relikt im kolumbianischen Präsidentenpalast, „einem Vizekönig“ zu übergeben, eine Anspielung auf Trumps Unterstützung von De la Espriella.

Sobald De la Espriella am 7. August im Amt ist, wird Kolumbien Teil der „Shield of the Americas“-Initiative werden, die von Trump unterstützt wird und rechte Regierungen in Lateinamerika zusammenbringt. Laut The Guardian werden nach der Machtübernahme von De la Espriella nur noch vier Länder in der Region von der Linken regiert.

Cepedas Kapitulation markiert einen bedeutenden Moment in der kolumbianischen Politik, da das Land in eine neue Ära unter einer rechten Regierung mit internationalen Verbündeten übergeht. Trotz der Niederlage betonte Cepeda demokratische Prinzipien und bekannte sich zu Dialog und Frieden unter den Kolumbianern.