Der Liverpooler Stadtrat hat die Ausschreibungen für ein großes Projekt zur CO2-armen Heizung gestartet. Der Vertrag umfasst die Planung, den Bau und den Betrieb eines Pilot-Wärmenetzes, das von Oktober 2026 bis 2027 laufen wird. Cllr. Liam Robinson, der Stadtratsvorsitzende, bezeichnete es als einmalige Chance, die Stadt-Heizung zu verändern.

Bewerbungen können bis zum 1. Juli gestellt werden, vollständige Angebote sind bis zum 28. Juli erforderlich. Die offiziellen Planungen sehen vor, bis zum 14. Oktober einen Gewinner zu küren. Laut Beschaffungsdokumenten erfolgt die Bewertung der Angebote anhand von technischen Fähigkeiten (52,5 %), Preis (35 %) und sozialem Nutzen (12,5 %).

Das Netzwerk würde Wärme aus Quellen wie dem Fluss Mersey oder der Abwasserbehandlungsanlage Sandon Dock zu mehreren Gebäuden leiten. Diese Anordnung ist effizienter und emmissionsärmer als dezentrale Gasboiler, wie die Schätzungen des Stadtrats zeigen. Die jährlichen CO2-Einsparungen könnten bei voller Auslastung bis zu 72.000 Tonnen erreichen.

„Der Übergang in die Beschaffung ist ein großer Meilenstein – das bedeutet, Ambitionen in Ergebnisse umzusetzen“, sagte Robinson. Er betonte die Schaffung von Arbeitsplätzen, die Ausbildung von Fähigkeiten und die Unterstützung von Haushalten, die von den Energiekosten betroffen sind. „Durch das Advanced Zoning Projekt werden wir Abwärme nutzen, CO2-Emissionen reduzieren und echte Arbeitsplätze für lokale Menschen schaffen“, fügte er hinzu.

Liverpool trat letztes Jahr dem Programm des Departments for Energy Security and Net Zero bei. Das Pilotprojekt könnte, wenn es erfolgreich ist, auf die gesamte Stadt ausgeweitet werden. Die Stadt nutzt bereits Wärmevernetzungen: Das Mersey Heat Projekt von Peel NRE versorgt den Three Graces-Kulturkomplex, Liverpool Waters und die umliegenden Bürogebäude.

Robinson betonte, dass das Vorhaben mehr als nur Rohre und Pumpe sei. „Dies ist nicht nur ein Infrastrukturprojekt; es geht darum, in die Zukunft Liverpools zu investieren“, sagte er. Eine Ausweitung würde die Bezahlbarkeit, die Energieversorgungssicherheit und langfristige Vorteile für vulnerable Bewohner verbessern, fügte er hinzu.

Auch andere Stadträte im Norden Englands planen ähnliche Schritte. Trafford startete im Dezember seine eigene Ausschreibung für ein Wärmenetzbauvorhaben im Wert von 1,4 Milliarden Pfund. Die offiziellen Angaben erwarten eine Bekanntgabe des Gewinners im Mai.

Wärmevernetzungen zentralisieren die Produktion, um Abfälle zu reduzieren. Liverpools Projekt nutzt lokale Ressourcen wie Flusswasser für eine nachhaltige Energieerzeugung. Erfolg hier könnte ein Vorbild für andere Regionen im Umkreis sein.