Brandschutzkräfte im Südwesten Frankreichs kämpfen mit der Eindämmung von Waldbränden, da starke Winde die Flammen in Richtung Bordeaux treiben; Ein Beamter sagte, sie seien „weit davon entfernt, das Feuer unter Kontrolle zu haben.“

Evakuierungen und Notmaßnahmen

In der Nacht wurden sieben Städte westlich von Bordeaux zur Evakuierung aufgefordert. Damit stieg die Zahl der Flüchtenden auf über 220.000. In der Region um Bordeaux wurden fast 60.000 Menschen evakuiert.

In Spanien, wo der Ausnahmezustand ausgerufen wurde, halfen bessere Wetterbedingungen den Einsatzkräften außerhalb von Madrid. Premierminister Pedro Sánchez räumte ein, dass „komplexe Zeiten vor uns liegen.“

Auswirkungen auf lokale Gemeinschaften

Eine Leiche eines Mannes im Alter von etwa 70 Jahren wurde in seinem Auto gefunden, als Feuerwehrleute einen Brand im Salt de l’Aigua-Rinnsal in Manises löschten. In Frankreich wurden etwa 200.000 Menschen aus den südwestlichen Regionen Gironde und Landes evakuiert.

Frankreich hat seine Streitkräfte mobilisiert, um die Einsatzkräfte zu unterstützen. Soldaten räumen Gestrüpp und schaffen Brandschneisen. Am Samstagmorgen befand sich das Feuer etwa 40 bis 50 Kilometer von Bordeaux entfernt, doch der Wind trieb den Rauch weiter in die Stadt.

Ein britisches Paar, das in Bordeaux Urlaub machte, berichtete, dass sich die Flammen am Freitagabend verschlimmerten. Sie beschrieben, wie der Rauch sofort in ihre Lungen drang und die Asche ihr Schwimmbecken bedeckte und ihre Füße schwarz färbte, sobald sie nach draußen gingen.

Internationale Reaktion und Prognosen

Frankreichs Präsident Emmanuel Macron will mit Ministern eine Notfallsitzung abhalten. Insgesamt toben etwa 30 Brände im Land. Die Regierung bezeichnete die Lage als „völlig außergewöhnlich.“ In Spanien tobten Brände weiterhin in der Nähe von Madrid, doch die Regionalregierung verzeichnete Fortschritte wegen geringerer Windgeschwindigkeit, höherer Luftfeuchtigkeit und niedrigerer Temperaturen.

Madrids Regionalpräsidentin Isabel Díaz Ayuso bezeichnete die Situation als „den schlimmsten Brand in der Geschichte der Region.“ Sánchez sagte, dass bislang in diesem Jahr 130.000 Hektar in Spanien abgebrannt seien. Das liegt über dem zehnjährigen Durchschnitt von 100.000 Hektar.

Hadja Lahbib, EU-Kommissarin für Krisenmanagement, warnte, dass der Schaden durch Brände in Europa die bisherigen Rekorde wahrscheinlich übertreffen werde. Sie betonte, dass die Brände früher als gewöhnlich begonnen hätten. Im April aktivierte die Niederlande das EU-Schutzmechanismus.

Lahbib sagte der BBC, dass im vergangenen Jahr eine Million Hektar im Sommer abbrannten. Sie erwartet auch in diesem Jahr einen historischen, „traurigen Rekord“, da die Saison früher begonnen habe. Sie warnte zudem, dass weitere Brände wahrscheinlich seien, da Wetterdienste eine weitere Hitzewelle ankündigten.

Frankreich hat den Schutzmechanismus aktiviert und wird Wasserbomber erhalten, darunter drei Canadair-Flugzeuge aus Kroatien und zwei Air Tractors aus Portugal. Zudem kommen Black-Hawk-Hubschrauber aus Tschechien und der Slowakei sowie 40 Mitglieder eines rumänischen Waldbrandteams.