Mindestens neun Menschen starben, als Tausende Migranten aus Marokko in das spanische Enklave Ceuta von Marokko schwammen oder gingen, teilte die spanische Regierungsdelegation in Ceuta mit. Die Lage, die als ‘absoluter Chaos’ beschrieben wird, führte zur Einsetzung der Streitkräfte, um die Krise zu bewältigen. Videomaterial zeigte Menschenmengen, hauptsächlich Marokkaner, die um Breakwaters herum auf lokale Straßen gingen. Während die Mehrheit männliche Jugendliche waren, gab es auch Familien mit Frauen und kleinen Kindern.
Grenzübergreifung und steigende Todeszahl
„Die Situation ist absoluter Chaos“, sagte Rachid Sbihi, Leiter der Vereinigung, die spanische Zivilgardebeamte in Ceuta vertritt. „Es ist nicht möglich, genaue Zahlen zu nennen, aber es sind Tausende von Migranten, die überqueren“, erklärte er der Associated Press. Er fügte hinzu, dass die Grenze ‘vollständig zusammengebrochen’ sei.
Achraf Maimouni, Mitglied der marokkanischen Menschenrechtsvereinigung im nördlichen Marokko, beschrieb die Lage als ‘außergewöhnlich’. „Die Grenze von Tarajal wurde heute Morgen unter ungewöhnlichen Umständen geöffnet und Menschen überquerten sie“, sagte er. Laut lokalen Behörden starben in diesem Jahr bereits Dutzende, um Ceuta zu erreichen.
Änderungen in rechtlichen Verfahren und politische Auswirkungen
Die Flut folgte einem Urteil des spanischen Obersten Gerichts, das das automatische Zurückkehren von Migranten nach Marokko beendete, die bei der Überquerung nach Ceuta und Melilla erwischt wurden. Nach dem Urteil können nur Migranten, die die Landgrenze überwinden, sofort abgeschoben werden. Alle, die schwimmend einreisen, müssen nun den Standard-Abweisungsprozess durchlaufen, der Monate dauern kann und Asyl beantragen erlaubt.
Das spanische Innenministerium hat fast alle Einreisen nach Ceuta in diesem Jahr als landbasiert klassifiziert, obwohl Zeugen berichten, dass Menschen fast jede Nacht an Land kommen. Ministeriumsstatistiken zeigen 2.826 unregelmäßige Landeintritte in Ceuta zwischen dem 1. Januar und dem 15. Juli, was um 149 % gegenüber den 1.133 im gleichen Zeitraum 2025 steigt, während offiziell null Seineintritte für das ganze Jahr registriert wurden.
Auch die eigene Beamtenvereinigung der Guardia Civil, die AUGC, hat diese Klassifizierung öffentlich angefochten, argumentierend, dass die meisten dieser Menschen in Wirklichkeit Schwimmer seien, die an der Küste aufgegriffen wurden, und nicht Migranten, die die Grenze überwanden. „Wenn dies nicht korrigiert wird, sind wir in einem Monat wieder dort, wo wir im Mai 2021 waren“, sagte ein Gewerkschaftsvertreter, sich auf eine vorangegangene Masseinreise-Krise beziehend, als Tausende Menschen innerhalb weniger Tage nach Ceuta kamen, nachdem Marokko seine Grenzkontrollen aufgrund eines diplomatischen Streits mit Spanien gelockert hatte.
Internationale Reaktion und anhaltende Unsicherheit
Das spanische Innenministerium teilte mit, dass die marokkanische Regierung „eng mit Spanien zusammenarbeite“, um die Situation zu bewältigen, und dass marokkanische Polizisten „zahlreiche Menschen“ aufhalten würden, die versuchen, die Grenze zu überqueren. Die marokkanischen Behörden haben die Einreisen jedoch nicht öffentlich kommentiert, und das Innenministerium reagierte nicht auf Anfragen.
Drei Leichen wurden am Donnerstag an den Stränden der Costa del Sol gefunden. Die Opfer trugen Schnorchel und Flossen, aber keine Ausweise. Laut dem Olive Press starben am 27. Juli vier Menschen und etwa 20 wurden vermisst befürchtet, nachdem sie in einem einzigen Wochenendüberquerungsversuch in der Nähe von Castillejos, einer marokkanischen Küstenstadt gegenüber von Ceuta, versucht hatten, die Grenze zu überqueren.
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