Die Nigerian Communications Commission (NCC) hat vorgeschlagen, dass Telekommunikationsanbieter eine 14-tägige Benachrichtigung vor der Deaktivierung von SIM-Karten geben müssen, wenn diese aufgrund von Inaktivität oder Postpaid-Churn deaktiviert werden. Dieser Schritt ist Teil einer umfassenderen regulatorischen Initiative, die den Verbraucherschutz und den Kampf gegen Telekommunikationsbetrug verstärken soll.

Verbraucherschutzmaßnahmen

Der Vorschlag, der in einem Beratungspapier mit dem Titel Stakeholders Consultation Process for the Telecoms Identity Risks Management Platform vom 26. Februar 2026 enthalten ist, wurde von Aminu Maida, dem Executive Vice Chairman und Chief Executive Officer der NCC, unterzeichnet. Das Dokument wurde auf der Website der Kommission veröffentlicht und legt eine Reihe von Änderungen der Quality-of-Service (QoS) Business Rules dar.

Laut den vorgeschlagenen Änderungen müssen Telekommunikationsanbieter betroffene Kunden vor einer geplanten Churn-Benachrichtigung über eine alternative Leitung oder per E-Mail informieren. Das Dokument besagt: „Bevor eine Postpaid-Leitung gekündigt wird, muss der Anbieter den betroffenen Kunden über eine alternative Leitung oder per E-Mail über die bevorstehende Kündigung seiner Leitung informieren.“ Diese Benachrichtigung muss mindestens 14 Tage vor dem endgültigen Kündigungsdatum gesendet werden.

Dasselbe gilt für Vorzahlungskunden, wobei Anbieter Kunden mindestens 14 Tage vor dem endgültigen Kündigungsdatum über eine alternative Leitung oder per E-Mail informieren müssen. Aktuell gilt gemäß Abschnitt 2.3.1 der QoS Business Rules, dass eine Leitung eines Abonnenten deaktiviert werden kann, wenn sie sechs Monate lang nicht für eine Einnahmeveranstaltung genutzt wurde. Bei weiterer Inaktivität für weitere sechs Monate besteht die Gefahr, dass der Abonnent das Nummern vollständig verliert, außer bei nachgewiesenen Netzwerkproblemen.

Kampf gegen Telekommunikationsbetrug

Der neue Vorschlag ist Teil einer umfassenderen regulatorischen Überprüfung, die mit der Einführung des Telecoms Identity Risk Management Systems (TIRMS) verbunden ist, einer Plattform, die darauf abzielt, Betrug durch wiederverwendete, getauschte und gesperrte Mobilfunknummern zu bekämpfen. Die NCC erklärte, dass TIRMS eine sichere, regulatorisch unterstützte Plattform ist, die darauf abzielt, Betrug zu verhindern, der sich aus gekündigten, getauschten und gesperrten Mobile Station International Subscriber Directory Numbers (MSISDNs) im Telekommunikationsnetz Nigerias ergibt.

Laut der Kommission wird die Plattform „einen einheitlichen Ansatz für alle Sektoren in Bezug auf die Integrität und Nutzung registrierter MSISDNs im Nigerianischen Kommunikationsnetz bereitstellen.“ Neben der 14-tägigen Benachrichtigungspflicht schlug die NCC vor, dass Anbieter alle gekündigten Nummern innerhalb von sieben Tagen nach Abschluss des Churn-Prozesses an TIRMS melden müssen, um die Aufsicht und Verantwortung zu stärken.

Der Beratungsprozess, den die Kommission als in Übereinstimmung mit Abschnitt 58 des Nigerianischen Kommunikationsgesetzes 2003 sieht, bleibt für 21 Tage nach Veröffentlichung geöffnet. Stakeholder sollen ihre Kommentare bis spätestens 20. März 2026 abgeben.

Die vorgeschlagenen Änderungen sollen ein wachsendes Problem von Telekommunikationsbetrug adressieren, das Verbrauchern und Unternehmen jährlich Millionen Naira kostet. Laut Branchenberichten ist der Telekommunikationsbetrug in Nigeria in den letzten zwei Jahren um 22 % gestiegen, wobei die meisten Vorfälle mit inaktiven oder gekündigten SIM-Karten in Verbindung gebracht werden, die für illegale Aktivitäten wiederverwendet werden.

Verbraucherschutzaktivisten begrüßten den Schritt und betonten die Notwendigkeit von Transparenz und Verantwortung im Telekommunikationssektor. „Dies ist ein entscheidender Schritt, um Verbraucher vor plötzlichen Dienstunterbrechungen und Betrug zu schützen“, sagte Chidi Nwachukwu, ein Aktivist für Verbraucherrechte. „Die 14-tägige Benachrichtigung bietet Nutzern eine Übergangszeit, um Probleme zu lösen, bevor ihre Nummern deaktiviert werden.“

Zukünftige Auswirkungen

Die Umsetzung von TIRMS und der 14-tägigen Benachrichtigungspflicht könnte weitreichende Auswirkungen auf Telekommunikationsanbieter und Verbraucher haben. Anbieter müssen ihre internen Systeme und Prozesse aktualisieren, um die neuen Regeln zu erfüllen, was zu höheren Betriebskosten führen könnte. Die langfristigen Vorteile, Betrug zu reduzieren und das Vertrauen der Verbraucher zu stärken, könnten diese Anfangskosten überwiegen.

Für Verbraucher könnten die Änderungen zu weniger Dienstunterbrechungen und einem geringeren Risiko führen, Opfer von Telekommunikationsbetrug zu werden. Die NCC betonte, dass das Ziel der Reformen darin besteht, die Integrität des Telekommunikationsnetzes sicherzustellen und die Interessen aller Stakeholder zu schützen.

Da die Beratungsphase abläuft, wird mit einer Finalisierung des regulatorischen Rahmens im April 2026 gerechnet. Die vorgeschlagenen Maßnahmen könnten als Vorbild für andere afrikanische Länder dienen, die mit ähnlichen Problemen im Telekommunikationssektor kämpfen.