Die NHLPA erwägt. Eine Untersuchung gegen Mike Babcock einzuleiten, bevor die Edmonton Oilers seine Einstellung finalisieren, berichten mehrere Quellen. Babcock hatte im September 2023 seinen Posten als Trainer der Columbus Blue Jackets niedergelegt, nachdem die NHLPA eine Untersuchung eingeleitet hatte, weil er angeblich Spieler gebeten hatte, ihm Fotos von ihren Handys zu zeigen – ein Schritt, den manche als Eindringen in die Privatsphäre betrachteten.
Umstrittenheit um Babcocks Rücktritt
Laut The Columbus Dispatch führte die NHLPA die Untersuchung durch und beendete sie im September 2023. Nicht alle Spieler sahen das Ereignis gleich. Einige, darunter der Blue Jackets-Kapitän Boone Jenner und der Verteidiger Zach Werenski, verteidigten Babcock und behaupteten, die Anfragen seien harmlose Versuche gewesen, sich mit der Mannschaft anzufreunden. Andere hingegen sahen darin einen Vertrauensbruch.
Nach Abschluss der Untersuchung teilte die NHL die Ergebnisse mit den Blue Jackets mit, und Präsident John Davidson gab zu: „Wir haben uns geirrt“, als sie Babcock eingestellt hatten. Der Trainer trat vor Saisonbeginn zurück, und der Assistenztrainer Pascal Vincent übernahm die Rolle des Cheftrainers. Davidson und damaliger General Manager Jarmo Kekalainen wurden später aus ihren Positionen entlassen, wobei Davidson in eine Beratertätigkeit wechselte.
Babcocks Trainererfolge und die Überlegungen der Oilers
Trotz der Kontroversen zählt Babcock zu den erfolgreichsten Trainern der NHL-Geschichte. Er gewann 2008 den Stanley Cup mit den Detroit Red Wings und ist elfter in der Liste der Trainer mit den meisten Siege der NHL mit 700 Siegen. Er trainierte zudem Kanada zum Olympiasieg 2010 und 2014 und führte 2004 ein Weltmeister-Team an, wodurch er in die IIHF Triple Gold Club aufgenommen wurde.
Die Oilers, die nach dem Abgang von Kris Knoblauch einen neuen Cheftrainer suchen, haben Gespräche mit Babcock geführt, wie ESPN berichtet. Demnach wurde das Führungsteam des Vereins über die Einstellung informiert. Babcock traf sich zudem mit dem Eigentümer Daryl Katz und Spielern, darunter Star-Offensivspieler Connor McDavid, der dem Bericht zufolge nach privaten Gesprächen dem Engagement zugestimmt hat.
Die NHLPA hat bis Dienstagabend keine offizielle neue Untersuchung gegen Babcock beantragt. Eine Quelle aus der Liga sagte, die Vereinigung beobachte die Lage, insbesondere da Spieler sich über den Status offener Ermittlungen an sie gewandt hätten.
Kontroverse und Risiko für die Oilers
Laut Al Bat steht die Entscheidung der Oilers unter hohem Druck. Der Verein sucht einen Trainer mit Meisterschaftserfahrung und Erfolgsbilanz, doch Babcocks Geschichte bei den Blue Jackets hat Bedenken hinsichtlich der Teamdynamik ausgelöst. Seine Anfrage nach Fotos der Spieler wurde als Verletzung der Privatsphäre wahrgenommen und führte direkt zu seinem Rücktritt.
Die Situation wurde von spanischsprachigen Medien als „Pulverfass“ bezeichnet, wobei die NHL eintritt, um sicherzustellen, dass die Kontroverse nicht übersehen wird. Die mögliche Einstellung hat auch eine starke mediale Aufmerksamkeit ausgelöst, mit wachsendem Druck von Spielern, Management und der Öffentlichkeit.
Laut SPORT1 möchte der Verein seine Leistung steigern, nach drei aufeinanderfolgenden Playoff-Ausfällen. Der letzte Stanley Cup-Sieg liegt bei den Oilers seit 1985 zurück, und der Verein sucht einen neuen Anführer, der sie zum Sieg führen kann. Babcocks möglicher Rücktritt in die NHL bedeutet sowohl eine strategische Gelegenheit als auch ein Reputationsrisiko für die Organisation.
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