Ölpreise fielen am Mittwoch kurz unter 100 Dollar pro Barrel, nachdem US-Präsident Donald Trump sagte, die USA würden Iran innerhalb von ‘zwei bis drei Wochen’ verlassen, berichtete die BBC. Diese Aussage erfolgte vor einer Rede, in der Trump ‘wichtige Updates zu Iran’ geben werde.

Marktreaktionen auf Trumps Äußerungen

Nach Trumps Ankündigung stiegen europäische Aktienmärkte. Im Vereinigten Königreich legte der FTSE 100-Index um 1,3 % zu, während der Dax in Deutschland um 2,1 % und der Cac in Frankreich um 1,8 % stieg. In Asien schloss der Nikkei 225-Index in Japan um 5,2 % höher, und der Kospi in Südkorea sprang um 8,4 % an.

Aktien in Asien und Europa stiegen, als Investoren auf die Möglichkeit eines schnellen Endes des Konflikts mit Iran reagierten. Der Hang Seng in Hongkong stieg um 2 %, und der CSI 300-Index in China erhöhte sich um 1,7 %. Europäische Märkte folgten, wobei der FTSE 100 im Vereinigten Königreich am Ende um 1,8 % stieg, der größte Tagesgewinn seit fast einem Jahr.

Auswirkungen des Iran-Konflikts auf den Ölpreis

Seit Beginn des Kriegs zwischen den USA und Israel mit Iran stiegen Öl- und Gaspreise, nachdem Teheran drohte, Schiffe im Hormuz-Gürtel anzugreifen. Dieser Schlüsseltransportweg ist für die globale Energieversorgung von Bedeutung, und jede Störung hat die Preise weiter in die Höhe getrieben.

Am Mittwoch meldete QatarEnergy, dass ein von der Firma gemieteter Treibstofftanker von einem Raketenangriff getroffen worden sei. Das Unternehmen gab bekannt, dass keine der Besatzungsmitglieder verletzt worden sei und keine Umweltbeeinträchtigung durch den Vorfall erfolgt sei. Das qatarische Verteidigungsministerium bestätigte, dass Iran drei Cruise-Raketen abgefeuert habe, zwei davon wurden abgefangen, während die dritte den Tanker traf.

Ölpreise stiegen im März um bis zu 64 % und erreichten nahezu 120 Dollar pro Barrel, den größten monatlichen Anstieg seit 1990. Laut Nicolas Daher vom Economist Intelligence Unit spiegelt dieser Anstieg den Energieversorgungsschock wider, der durch den Irak-Krieg im Jahr 1990 verursacht wurde.

Der jüngste Anstieg der Ölpreise wurde durch Erwartungen getrieben, dass der Konflikt bis mindestens Ende April andauern wird. Daher bemerkte, dass diese Erwartung den Energiemarkt in einem Zustand der Unschärfe lässt. Ölraffinerien kaufen auch aggressiver Rohöl, während sie versuchen, die Produktion zu erhöhen, da es weltweit zu Mangel an Kerosin und Diesel kommt, sagte Ole Hansen von Saxo Bank.

Weiterer Krieg und Marktturbulenzen

Der Krieg in Nahost geht weiter, wobei die Hauptstadt Libanons, Beirut, am Dienstag durch Luftangriffe getroffen wurde. Die israelische Armee gab bekannt, dass sie einen hochrangigen Führer der Hisbollah angriff. Dieser anhaltende Konflikt hat die Finanzmärkte in einen Zustand der Unsicherheit gebracht.

Trump, der am Dienstag aus dem Oval Office sprach, sagte, Iran wolle ‘einen Deal machen’, doch ob ein Deal geschlossen wird, sei ‘irrelevant’ für den amerikanischen Zeitplan. Er fügte hinzu, dass die USA ‘alles, was sie haben, ausmerzen’ wollen.

Emma Wall, Chief Investment Strategist bei Hargreaves Lansdown, sagte, dass die Märkte ‘die Optimismusnachrichten aus dem Weißen Haus glauben’. Sie bemerkte, dass Trumps Äußerungen zwar einen schnellen US-Ausstieg aus der Region andeuten, aber die Energieunterbrechung möglicherweise noch einige Monate andauern könnte, was Inflation und Wachstum beeinflussen könnte.

Unterdessen haben Investoren begonnen, ihre Wetten auf Zinserhöhungen in Großbritannien in diesem Jahr zu verringern. Geldmärkte erwarten jetzt etwa 41 Basispunkte Zinserhöhung für den britischen Zinssatz bis Ende 2026, was von 66 Basispunkten, die am Anfang der Woche erwartet wurden, abfällt. Dies deutet auf eine Änderung der Erwartungen bezüglich zukünftiger Geldpolitik hin.

Der Goldpreis, der am Dienstag um 3,5 % gestiegen war, erhöhte sich am Mittwoch um weitere 2,5 % und erreichte das höchste Niveau seit fast zwei Wochen, über 4.786 Dollar pro Unze.