Milan, Italien — Amber Glenns Olympische Träume veränderten sich am Dienstagabend schlagartig. Die US-Eiskunstläuferin, dreifache nationale Meisterin in Folge, verlor im Kurprogramm der Frauen bei den Olympischen Winterspielen 2026 in Mailand und Cortina. Ein fehlgeschlagener Dreifach-Loop kostete ihr Punkte und brachte sie auf den 13. Platz mit 67,39 Punkten.

Glenn landete zu Beginn ihres Programms einen riesigen Dreifach-Axel und folgte mit einem Dreifach-Flip. Sie versuchte anschließend einen Dreifach-Toe-Loop, rotierte aber nicht vollständig und landete stattdessen in einem Zweifach-Loop. Die Richter entschieden, dass dieser Element nicht zählt. Laut Eiskunstlauf-Experten kostete dieser Fehler allein sieben bis acht Punkte.

„Ich hatte es“, sagte Glenn ihrem Trainer sofort nachdem sie das Eis verließ, ihre Stimme brach. Tränen flossen über ihr Gesicht, als sie das Eis des Mediolanum Forums verließ. Alle drei US-Amerikanerinnen — Glenn, Alysa Liu und Isabeau Levito — qualifizierten sich für das Freiprogramm am Donnerstag. Liu, die aktuelle Weltmeisterin, belegt den dritten Platz hinter Ami Nakai und Kaori Sakamoto aus Japan.

Glenns Leistung markierte einen dramatischen Abend im Eiskunstlauf. Die US-Team, genannt „Blade Angels“, gewann zuvor im Teamwettbewerb die Goldmedaille. Glenn hatte diese Medaille vorher auf sozialen Medien an ihre Kritiker gezeigt. Diesmal nicht.

Die 25-jährige aus Plano, Texas, machte außerhalb des Eises Schlagzeilen. 2019 gab sie sich als bisexual und pansexual zu. Sie kritisierte öffentlich die Politik der Trump-Regierung gegenüber der LGBTQ+-Gemeinschaft. Der Gegenwind zwang sie für eine Zeit lang von sozialen Medien ab. Sie kehrte stärker zurück und gewann kürzlich ihre dritte US-Meisterschaft in Folge.

Am Mittwochmorgen teilte Glenn ihre Einstellung in ihren Instagram-Stories mit. „Die Welt hat sich für mich viele Male beendet, aber morgen kommt dennoch“, schrieb sie. „Weitermachen.“ Ihre Worte fanden rasch Unterstützung von Fans und anderen Eiskunstläuferinnen.

Das Kurprogramm fand unter starken Lichtern und vor einem voll besetzten Publikum statt. Nakai führte mit 74,02 Punkten. Sakamoto folgte mit 72,45. Liu erzielte 71,87 Punkte und belegte den dritten Platz. Levito landete auf dem achten Platz mit 68,92. Glenns 67,39 Punkte ließen sie deutlich hinter den Führungsspitzen zurück. Ein starkes Freiprogramm am Donnerstag könnte noch einen Platz unter den Top 10 retten, doch Medaillen scheinen unerreichbar, sagten Experten.

Die Verantwortlichen von US Figure Skating lobten die Tiefe des Teams. „Wir sind stolz, dass alle drei den Cut geschafft haben“, sagte ein Sprecher. Glenns Dreifach-Axel, einer der schwierigsten Sprünge im Frauen-Eiskunstlauf, unterstrich ihre rohe Kraft. Der Fehler geschah bei einer Kombination, die sie in den nationalen Meisterschaften perfekt absolvierte.

Glenn trainiert unter ihrer langjährigen Trainerin Cindy Kurtz in Texas. Sie sprach letzte Woche über den Druck. „Dies sind meine ersten Olympischen Spiele“, sagte sie. „Ich möchte zeigen, was amerikanischer Eiskunstlauf aussieht.“ Ihr Team-Gold hat bereits diesen Versprechen entsprochen.

Japan dominierte zu Beginn, mit Nakai und Sakamoto, die sich mit sauberen Sprüngen und Pirouetten vornahmen. Liu blieb nahe am Podest mit einem Dreifach-Lutz-Dreifach-Toe und präziser Fußarbeit. Levito kämpfte mit einem Schrittverlust, blieb aber in ihrem Rang.

Glenn fühlte sich von diesem Abend tief getroffen. Ihr Ergebnis lag über vier Punkte hinter der Spitze. Sie winkte den Zuschauern zu, bevor sie zum Kiss-and-Cry-Bereich ging. Dort umarmte sie ihren Trainer und vergrub ihr Gesicht in einem Handtuch.

Das Freiprogramm steht im Vordergrund. Liu bleibt eine Medaillenchance. Glenn strebt nach Rettung. Ihre Instagram-Nachricht signalisiert, dass sie nicht aufhört zu kämpfen.