Papst Leo XIV. hat EU-Staaten aufgefordert, die ‘gewichtige Herausforderung’ der Migration anzugehen. Er besuchte die italienische Insel Lampedusa, einen der wichtigsten Einstiegsorte für Flüchtlinge aus Afrika, wie der BBC-Bericht. Der Pontifex rief Europa in einer Messe auf der Insel dazu auf, Neuankömmlinge besser zu integrieren und die Lebensbedingungen in ihren Heimatländern zu verbessern. Jahrlich erreichen Tausende Migranten Lampedusa.

Gedenken und Botschaft

Der Papst begann seine Reise mit einem Besuch auf dem Friedhof in Lampedusa und betete an den Gräbern von Flüchtlingen, die auf der gefährlichen Überfahrt über das Mittelmeer ums Leben kamen. Er besuchte auch das Gedenkmal ‘Tor Europas’ für die Toten und sprach mit einer Migrantenfamilie. ‘Diejenigen, die in diesem Meer ihr Leben verloren haben, sind Opfer sowohl von Entscheidungen, die getroffen wurden, als auch von Entscheidungen, die nicht getroffen wurden’, sagte der Papst.

Weitere Migrationsentwicklungen

Sein Besuch erfolgte zwei Wochen nachdem die EU strengere Migrationsregeln genehmigt hatte, die härtere Grenzkontrollen und weitreichendere Festnahmemöglichkeiten erlauben, wie der BBC-Bericht. Dies spiegelt einen Trend wider, bei dem Regierungen ihre Haltung gegenüber unerlaubter Migration verhärten. Dazu gehören Maßnahmen, die in vielen Ländern, darunter Großbritannien und Italien, eingeführt wurden, um Migration abzuschrecken. Mehr als 14.000 Menschen erreichten Italien im ersten Halbjahr, meist von Libyen aus, wie die UN-Flüchtlingsorganisation meldete. Fast 60 Prozent kamen in Lampedusa an.

Aufruf an die USA

Zudem richtete der Pontifex zum 250. Jubiläum der US-Unabhängigkeit einen Appell an die Amerikaner, Flüchtlinge aufzunehmen und zu schützen, wie der DW-Bericht. In einem Brief an sein Heimatland betonte er, dass der katholische Wert der Lebenswürde auch ‘Willkommenskultur, Schutz und Unterstützung von Flüchtlingen’ umfasse. ‘Flüchtlinge mit Mitgefühl und Großzügigkeit aufzunehmen ist nicht nur eine Handlung der Nächstenliebe, sondern auch eine Anerkennung der Würde, die jedem Menschen zukommt’, schrieb er. Dies erfolgte einen Tag nachdem er beschrieben hatte, wie ‘nachfolgende Flüchtlingswellen’ eine Rolle bei der Gründung der USA gespielt hätten. In einer Videobotschaft an das National Constitution Center in Philadelphia sagte er, dass das Wort ‘Amerika’ weltweit ein ‘Symbol für Freiheit’ sei, weil das Land Flüchtlinge aufgenommen habe.