Der mit einem Oscar nominierte deutsche Regisseur Wim Wenders hat angekündigt, seinen 1975 gedrehten Film „Wrong Move“ nicht mehr zu verbreiten, and In einer Erklärung auf Instagram teilte er mit, dass der Film von „allen aktuellen Formen der Verbreitung und Aufführung“ zurückgezogen werde. Die Schauspielerin Nastassja Kinski war damals 13 Jahre alt, als sie für den Film ohne Oberteil gefilmt wurde.
Die Bitte der Künstlerin
Vor einer Woche sagte Kinski einer deutschen Zeitung, dass sie Wenders seit Jahren bat, den Film zu ändern. „Das war mein erster Film, er war mein erster Regisseur und er hat mich nicht geschützt“, erklärte sie der „Süddeutschen Zeitung“. Wenders entschuldigte sich dafür. Dass Kinski damals besser geschützt werden sollte. „Dafür entschuldige ich mich Ihnen, Nastassja, uneingeschränkt, ohne Wenn und Aber“, sagte er.
Öffentliche und Industrie-Reaktion
Ihr Anwalt sagte der Nachrichtenagentur AFP, dass die Entscheidung „überfällig“ sei. Wenders betonte, dass die vielen Reaktionen, Kommentare und Gespräche der letzten Tage eine große Rolle bei seiner Entscheidung gespielt hätten. „Dafür bin ich dankbar“, fügte er hinzu. „Nur ein offener und respektvoller Austausch kann zu einer Neubewertung von Positionen und Verantwortungen führen.“
Wenders will nun einen „breiten Dialog“ mit Filminstitutionen und Gruppen suchen. Erst nachdem eine „gemeinsam vereinbarte Lösung“ gefunden sei, daran werde auch Kinski beteiligt –, werde der Film wieder zugänglich gemacht. Kinskis Anwalt begrüßte die Entscheidung, fügte aber hinzu: „Ich bedauere auch, dass sie erst durch öffentlichen Druck erfolgt ist.“
Kontroverse Szene und Filmgeschichte
„Wrong Move“ war einer der Filme, für die Wenders bei den Deutschen Filmpreisen als bester Regisseur ausgezeichnet wurde. Der Film enthält eine sexuell aufgeladene Szene mit Kinski und einem männlichen Mitwirkenden, der damals Mitte 30 war. Am Freitag erhielt Wenders bei den Deutschen Filmpreisen eine Ehrung für sein Lebenswerk und nutzte seine Rede, um zu erklären, dass er sich mit der Frage beschäftige, ob er die Szene dauerhaft aus dem Film schneiden sollte, berichtete der Hollywood Reporter.
Kinski spielte später auch nackt in den Filmen „To the Devil a Daughter“ (1976) und „Stay As You Are“ (1978). Im Jahr 1997 sagte sie über diese frühen Rollen: „Wenn ich damals jemanden gehabt hätte, der mich schützte, oder wenn ich mich sicherer gefühlt hätte, hätte ich gewisse Dinge nicht akzeptiert. Nacktheit. Und innerlich hat es mich nur zerrissen.“ Kinski fand später internationale Anerkennung in Filmen wie Wenders’ Kultfilm „Paris, Texas“ (1984) und in seinem Film „Faraway, So Close“ (1993).
Kommentare
Noch keine Kommentare
Be the first to share your thoughts