BUDAPEST — Laut einer neuen Studie der ungarischen Forschungs- und Lobbygruppe ToxFree LIFE for All enthalten Kopfhörer von großen Marken giftige Chemikalien, die in die Haut der Nutzer migrieren könnten.
Das Team testete mehrere Modelle und fand in allen schädliche Substanzen; Bisphenol A war in 98 % der Proben enthalten, während sein Ersatzstoff Bisphenol S in mehr als 75 % vorkam. Phthalate und poly- und perfluoralkylische Substanzen fanden sich ebenfalls in allen Proben.
Forscherinnen und Forscher verknüpften diese Chemikalien mit ernsten Gesundheitsrisiken. Sie können im Körper Östrogen nachahmen, sagten Mitarbeiter von ToxFree LIFE for All. Mögliche Folgen sind Krebs, neurologische Entwicklungsstörungen bei Kindern und eine Verweiblichung bei Männern. Frühe Pubertät bei Mädchen zählt zu anderen potenziellen Schäden.
Jeder getestete Satz war positiv, unabhängig vom Preis. Modelle von Bose, Panasonic, Samsung und Sennheiser enthielten alle diese Substanzen. Billige Fälschungen schnitten nicht besser ab als Premium-Modelle.
Die in Kopfhörern verwendeten Kunststoffe sind die Hauptquelle. Harte Kunststoffteile enthielten die höchsten Konzentrationen. Hitze, mechanische Belastung oder Schweiß können die Chemikalien freisetzen, heißt es in der Studie. Hautkontakt durch die Nutzung über Stunden macht eine Exposition zum Thema.
ToxFree LIFE for All betonte, dass die langfristige Nutzung das Risiko erhöht. Viele Proben zeigten nur Spuren, die wahrscheinlich keine unmittelbaren Schäden verursachen. Dennoch führten Forscher aus, dass die tägliche Nutzung sich summieren könnte.
Das Team testete Ohrstöpsel und Over-Ear-Modelle, gab aber keine genauen Mengen an, die für eine Toxizität erforderlich wären. Die Hautabsorption stellt laut Bericht einen „relevanten Weg“ dar. Ähnliche Migration vermutet man auch von Komponenten der Kopfhörer zu Nutzern.
Europaweite Regeln behandeln Kopfhörer wie Fernseher. ToxFree LIFE for All ruft nach einer neuen Kategorie für tragbare Elektronik. Aktuelle Vorschriften ignorieren den direkten Körperkontakt und die langfristige Nutzung, argumentieren sie.
Praktische Schritte können die Exposition reduzieren. Wo möglich, sollten Lautsprecher bevorzugt werden. Die Nutzung von Kopfhörern sollte begrenzt und ihr Tragen während des Schlafens vermieden werden. Die Organisation gab diese Empfehlungen zusammen mit ihren Ergebnissen heraus.
Dieser Bericht trägt zur Kritik an Alltagskunststoffen bei. Brille-Framen und andere tragbare Produkte könnten ähnliche Prüfungen erfordern, obwohl ToxFree LIFE for All sich hier ausschließlich auf Kopfhörer konzentrierte.
Die Studie, die diese Woche veröffentlicht wurde, fordert Hersteller auf, die Kunststoffe zu überarbeiten. Sie betont die Ausdauer von Bisphenolen, auch nach gesetzlichen Verbotsmaßnahmen für BPA in einigen Produkten. BPS, als sicherer Ersatz gedacht, zeigte eine ähnliche Verbreitung.
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