Temu, die günstige E-Commerce-Plattform, bekannt für extrem preiswerte Gadgets und Arbeitskontroversen, bietet nun Peptide an, die unter Biohackern beliebt sind. Diese kurzen Aminosäureketten, die für Muskelwachstum, Gewebeheilung und kognitive Verbesserungen beworben werden, tauchen in Suchergebnissen für Preise ab 4,14 Dollar für ein 12er-Paket an Hautverfestigungsoligopeptiden auf.

Eine 12-Dollar-Transaktion bringt drei Fläschchen BPC-157, eine Substanz, die aus menschlichen Magenproteinen stammt und als Heilmittel vermarktet wird. In den Angeboten finden sich Pillen, Cremes, Augentropfen und Glasampullen, die für Injektionen geeignet sind. Reddit-Diskussionen zeigen, dass Biohacker über Spritzen mit von Temu bezogenen Peptiden sprechen.

Diese Produkte befinden sich in einem rechtlichen Graubereich in den USA. Viele stammen von chinesischen Herstellern, die sie mit der Aufschrift „nur für Forschungszwecke“ versehen. Sie gelangen als Pulver, die Nutzer mit Wasser vermischen, um sie zur Injektion oder zur Infusion zu verwenden, berichtet die New York Times. Das FDA listet mehrere Peptide als Rohstoffe für Medikamente, deren Verkauf für menschliche Verwendung ohne Genehmigung verboten ist.

Der Tech-Boom in San Francisco begann. Mitarbeiter von Start-ups mischen DIY-Peptid-Kombinationen, um ihre Leistung zu optimieren, was den risikofreudigen Geist des Ökosystems widerspiegelt. Ein Lieferant erzählte der Times, dass der typische Käufer eher wie ein Starbucks-Barista aussieht als nur Elite-Techniker.

Die Angebote auf Temu stimmen oft nicht mit den Aussagen überein. Einige als GLP-1s bezeichnete Produkte – synthetische Peptide, die hinter Gewichtsverlust-Medikamenten wie Wegovy stehen – enthalten oft keine relevanten Inhaltsstoffe. Die Qualität bleibt ein Risiko, mit keiner Garantie für Reinheit oder Inhalt.

Die Größe der Plattform beschleunigt den Zugang. Temu wurde beliebt, indem es mit extrem niedrigen Preisen für Elektronik, Kleidung und Kuriositäten die Konkurrenz unterbietet. Der Eintritt der Peptide markiert den Sprung der Biohacking-Praxis von Nischenlaboren zu Massenmarkt-Impulskäufen.

Nachdem Journalisten Temu kontaktiert hatten, betonte ein Sprecher das Modell der Plattform mit unabhängigen Verkäufern. „Unabhängige Händler bieten Produkte an, die den Plattformregeln und Kontrollen unterliegen“, hieß es in der Erklärung. Temu verbietet Peptide, die auf der Liste der Rohstoffe des FDA stehen, sowie Artikel mit nicht genehmigten medizinischen Aussagen und sterilen Spritzen zur Injektion. Verstöße führen zur Entfernung durch Vorab-Prüfungen, Überwachung und Nutzermeldungen.

Nach der Nachfrage verschwanden Suchanfragen nach „Peptiden“ oder „GLP-1s“. Glasfläschchen und Spritzen verschwanden, und es blieben hauptsächlich topische Cremes und Salben übrig. Proaktive Scans haben wahrscheinlich den Rest entfernt.

Experten warnen vor Risiken. Nicht untersuchte Peptide bergen das Risiko von Kontamination, falscher Dosierung oder unbekannten Nebenwirkungen. Im Gegensatz zu sorgfältig getesteten GLP-1-Medikamenten fehlen den Temu-Varianten klinische Studien. Das DIY-Geist der Biohacking-Praxis, die einst auf Silicon Valley beschränkt war, lockt nun eine breitere Bevölkerung, die nach schnellen Lösungen sucht.

US-Regulierungsbehörden haben gelegentlich eingeschritten. Das FDA zielt auf illegale Händler ab, doch die chinesische Herstellungsherrschaft überschwemmt die Graumärkte. Peptide stoßen in Online-Märkte mit Nootropika und anderen nicht genehmigten Leistungsverstärkern.

Bislang finden Nutzer auf Temu, die nach Peptiden suchen, nur begrenzte Auswahl. Topische Optionen bleiben bestehen, doch die Versuchung für Injektionen ist vorerst verblasst. Dieses Ereignis unterstreicht die Herausforderungen der Aufsicht auf großen Plattformen, auf denen die Angebote stündlich zunehmen.