ZÜRICH — Die Schweizerische Nationalbank (SNB) legte am Donnerstag detaillierte Regelungen für eine neue erweiterte Flüssigkeitsunterstützung offen, die dazu dienen soll, Schweizer Banken in Krisen zu stabilisieren. Die sogenannte ELF (Emergency Liquidity Facility) bietet Banken eine schnelle und skalierbare Möglichkeit, Bargeld vom Zentralbank unter Verwendung genehmigter Sicherheiten zu sichern.
Bankvertreter haben seit dem Regierungsintervention im März 2023, als Credit Suisse an UBS verkauft wurde, nach klaren Rückhaltungsmechanismen für Flüssigkeit gefragt — Obwohl dieser Deal eine größere Katastrophe verhinderte, zeigte er Lücken in den Notkreditmechanismen auf. Die neueste Erklärung der SNB geht direkt auf diese Bedenken ein.
Unter der ELF können Banken Kreditansprüche, die von Immobilien abhängig sind, oder eine breite Palette von Wertpapieren als Sicherheiten einsetzen — Kreditgeber wählen entweder eine oder beide Kategorien, um Zugang zu Mitteln zu erhalten. Die Zentralbank betonte die Einfachheit des Prozesses: Standardisierte Schritte bedeuten, dass keine langwierigen Genehmigungen während von Paniken nötig sind.
Für die wenigen systemisch wichtigen Banken in der Schweiz, deren Zusammenbruch sich auf die gesamte Wirtschaft auswirken könnte, wird die SNB zusätzliche Sicherheiten pro Fall prüfen. Die operativen Regeln zur Übertragung von Vermögenswerten können je nach Institution unterschiedlich sein, wie in der Erklärung festgestellt wurde.
Die Einrichtung startet am 1. Januar 2027. SNB-Beamte erwarten, dass sie die allgemeine Resilienz des Bankensektors stärkt. „Dies verbessert unsere Fähigkeit, Flüssigkeit genau dann bereitzustellen, wenn Märkte einfrieren“, sagte die Bank.
Die Details wurden inmitten der Bemühungen veröffentlicht, das Vertrauen in die Schweizer Finanzwelt wiederherzustellen. Der Zusammenbruch von Credit Suisse resultierte aus hohen Verlusten, Kundenabflüssen und einem Flüssigkeitsmangel, den Standardwerkzeuge nicht vollständig abfedern konnten. Die ELF baut auf bestehenden Notkrediten auf, aber bietet Flexibilität und Geschwindigkeit.
Banken verwenden bereits SNB-Repos und Intraday-Kredite, doch diese erwiesen sich im Jahr 2023 als unzureichend. Das neue System akzeptiert risikoreichere Vermögenswerte wie Immobilien, die in der Schweiz mit ihrer starken Immobilienfinanzierung verbunden sind. Wertpapiere umfassen Regierungsschulden, Unternehmensschulden und Aktien, sagten Quellen, die mit dem Plan vertraut sind.
Teilnahme erfordert die Erfüllung von Kapital- und Solvenzstandards. Die SNB wird Zinsen auf der Grundlage der Politikzinsen plus einer Prämie berechnen, um sicherzustellen, dass es ein letztes Mittel bleibt. Beamte lehnten unbegrenzten Zugang ab, um moralische Gefahren zu vermeiden.
FINMA, die Schweizer Marktaufsichtsbehörde, billigte die Maßnahmen. Seit dem Skandal um Credit Suisse hat sie die Aufsicht über große Banken verstärkt und forderte stärkere Flüssigkeitspuffer. Die ELF ergänzt diese Regeln und bietet einen Sicherheitsnetz, wenn private Märkte austrocknen.
Analysten sehen das Konzept als direkte Reaktion auf globale Bankängste. Die Pleiten regionaler US-Banken im Jahr 2023 verstärkten den Aufruf nach robusten Zentralbankinstrumenten. Die Schweiz, Heimat von UBS und anderen, die Billionen verwaltet, kann sich ähnliche Schwächen nicht leisten.
Die SNB gab letztes Jahr erstmals Hinweise auf Verbesserungen der ELF. Die Erklärung am Donnerstag füllt die operativen Lücken, von der Bewertung von Sicherheiten bis zu den Setzungszeiten. Banken müssen Vermögenswerte im Voraus registrieren, um den Prozess zu beschleunigen.
Obwohl kleinere Kreditgeber gleichberechtigt sind, profitieren Riesen wie UBS am meisten. Ihre riesigen Immobilienportfolios – über 1 Billion Schweizer Franken im gesamten Sektor – werden zu tragfähigen Sicherheiten. Dies könnte in Krisen gezwungene Verkaufsaktionen verhindern.
Kritiker fürchten, dass Steuerzahler Risiken tragen könnten, wenn Sicherheiten verlieren. Die SNB entgegnete, dass Abzüge und Überkollateralisierung Verluste minimieren. Historische Daten zeigen, dass Zentralbankkredite selten zu Schreibabgaben führen.
Die Umsetzung beginnt mit Tests im späten Jahr 2026. Die vollständige Umsetzung entspricht den Reformen in Europa nach der Krise. Schweizer Behörden hoffen, dass die ELF das Image des Landes als stabilen Bankenstandort stärkt.
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