NEW DELHI — Souveräne KI brauche tiefe grenzüberschreitende Kooperationen, keine Abkehr von globalen Tech-Mächten. Das sagte Kanadas Minister für KI und digitale Innovation Evan Solomon am Donnerstag auf dem KI-Gipfel. Neben indischen Offiziellen betonte er gemeinsame Ziele bei der Kontrolle digitaler Zukunft und Minimierung von KI-Risiken.

Solomon traf mehrmals Indiens IT-Minister Ashwini Vaishnaw. Beide Seiten entwerfen mehrere Memoranden of Understanding zur Formalisierung der Zusammenarbeit. »Wir teilen das Ziel, souveräne KI aufzubauen und Optionen zu schaffen, nicht nur einen Kunden aus einem Land«, sagte Solomon. Er nannte Tata Consultancy Services mit rund 10.000 Mitarbeitern in Kanada als Beispiel für integrierte Tech-Stacks.

Souveräne KI definiere sich durch Besitz von Infrastruktur von Rechenzentren bis zur Anwendungs-IP, erklärte Solomon. Kanada beherbergt Cohere, eines von nur vier großen Sprachmodellen weltweit als Alternative zu US- und chinesischen Modellen. »Souveränität bedeutet keine Isolation, sondern vertrauensvolle Partnerschaften und Optionen«, sagte er. Kanada schloss kürzlich eine Allianz für souveräne Technologie mit Deutschland. Indien sehe er als Schlüsselpartner in Bildung, Forschung, Stack-Aufbau und IP-Sicherung.

KI-Sicherheit bilde einen Kernpfeiler, fügte Solomon hinzu. Auf dem Gipfel stellte KI-Pionier Yoshua Bengio LawZero vor, ein System zur Überwachung und Bekämpfung schädlicher KI-Aktionen. Kanada plant umfangreiche Finanzierung per Absichtserklärung, andere Länder stoßen zu. Solomon hofft auf Indiens Mitwirkung, da Vaishnaw technische und gesetzliche Schutzmaßnahmen unterstütze.

LawZero ziele auf schädliche KI-Verhalten ab, Datenschutz obliege Regierungen, präzisierte Solomon. Kanada aktualisiere Datenschutzgesetze für Sicherheit, Privatsphäre und Transparenz bei KI-Daten. »Man braucht technische Lösungen, in die wir investieren, und Governance«, sagte er.

Auf Ängste vor Jobverlusten, besonders in Indiens großer Belegschaft, ging Solomon ein. Industrielle Revolution und Internet-Boom schufen mehr Jobs, als sie vernichteten, betonte er. Regierungen müssten schnell in Umschulungen investieren. »In der ersten KI-Welle haben Nutzer der Technologie klare Vorteile«, sagte Solomon. Schnelle Entwicklung erfordere parallele Investitionen in Humankapital.

Die Gespräche bauen auf enge indo-kanadische Tech-Beziehungen auf. Mit Tatas Präsenz in Kanada und gemeinsamer Abneigung gegen Abhängigkeit von Dominanzakteuren zielt die Partnerschaft auf Balance von Innovationsgeschwindigkeit und Autonomie. Solomons Auftritt unterstreicht Kanadas Streben nach multipolarer KI-Landschaft mit Alliierten wie Indien gegen Risiken.