Der US-Supreme Court erlaubte am 25. Juni 2026 mit 6:3 Stimmen, dass die Trump-Administration das Temporary Protected Status (TPS) für mehr als 250.000 Haitianer und 6.000 Syrer beenden darf, berichteten WPLG Local 10 und News.at. Das Urteil bereitet den Weg für Abschiebungen und löste heftige Reaktionen bei Advocacy-Gruppen und Einwanderercommunitys aus, die argumentieren, dass die Situation in Haiti nach wie vor unsicher bleibe.

Gemeinschaftsreaktionen und Demonstrationen

Die Reaktionen der haitianischen Gemeinschaft in Südflorida waren sofort und emotional – Mitglieder versammelten sich in Miami, um gegen die Vereinbarung der Stadt mit der US-Behörde für Einwanderung und Zoll (ICE) zu protestieren, berichtete WPLG Local 10. Als die Nachricht vom Urteil des Supreme Courts unter den Demonstranten verbreitet wurde, umarmten und trösteten sich viele, was die tiefen Sorgen über potenzielle Abschiebungen widerspiegelte.

Paul Christian Namphy, ein führender Organisator der Family Action Network Movement, betonte die miteinander verbundenen Probleme, denen Einwanderercommunitys gegenüberstehen, „Alle diese Kämpfe sind miteinander verbunden“, sagte er. Advocacy-Gruppen argumentieren, dass Haiti nach wie vor zu gefährlich für eine Rückkehr sei, und verweisen auf anhaltende Gewalt, Instabilität und fehlende Grundversorgung.

Bedingungen in Haiti und rechtliche Argumente

Tessa Petit, Direktorin der Florida Immigrant Coalition, hob die humanitäre Krise in Haiti hervor. „Mein Volk kann nicht zurückkehren. Es ist real. Die Realität in Haiti ist real. Die unsicheren Bedingungen in Haiti sind real“, sagte sie. Das US-Außenministerium hat eine Reiseeinschränkung der Stufe 4 für Haiti ausgestellt, wegen weit verbreiteter Gewalt und Instabilität.

Namphy kritisierte das Urteil des Supreme Courts als „absolut absurd“. Advocates argumentieren, dass das Beenden des TPS für Haitianer auf falschen Annahmen über die Sicherheit des Landes basiert. Sie beschrieben die Möglichkeit einer Abschiebung als „Todesurteil“, da sie auf Bandengewalt und verschlechterte Sicherheitsbedingungen in Haiti verweisen.

Laut News.at betrifft das Urteil auch TPS-Inhaber aus elf weiteren Ländern, darunter Venezuela und Südsudan. Die Trump-Administration hatte bereits angekündigt, diese Schutzmaßnahmen zu beenden. Einwanderer aus diesen Ländern hatten das Urteil vor Gericht angefochten, argumentierten, es sei rassistisch motiviert, doch der Supreme Court bestätigte die Haltung der Regierung.

Weitere Auswirkungen

Das Urteil des Supreme Courts war nicht Gegenstand einer gerichtlichen Überprüfung, so der konservative Mehrheitsgerichtshof. Dieses Urteil hat jedoch Fragen aufgeworfen, ob das Beenden des TPS für Haitianer und Syrer rechtens ist. Advocacy-Gruppen fordern weiterhin gesetzgeberische Lösungen, um diese verwundbaren Bevölkerungsgruppen zu schützen.

Einwanderer mit TPS lebten in den USA unter vorübergehenden Schutzmaßnahmen, da die Bedingungen in ihren Heimatländern eine Rückkehr unsicher machten. Für Haitianer wurde das TPS erstmals 1998 aufgrund politischer Instabilität gewährt und zuletzt nach dem Erdbeben 2010 verlängert. Das Beenden des Programms könnte Tausende Familien, die in den USA leben, aus der Bahn werfen.