Sean Grayson, 32, starb im Januar 2025 im Illinois-Staatsgefängnis, während er eine 20-jährige Haftstrafe wegen vorsätzlichen Totschlags im zweiten Grad absaß; Grayson war 2023 an Darmkrebs im Stadium 3 erkrankt. Bis zu seiner Verurteilung im Januar 2025 hatte sich der Krebs auf Leber, Lunge und Rektum ausgebreitet; Seine Verteidiger sagten, er habe medizinische Bedenken, aber der Illinois Prisoner Review Board lehnte im vergangenen Monat seine Anfrage nach einer medizinischen Entlassung ab. Es war zunächst unklar, ob der Krebs der direkte Todesgrund war.

Schießerei und Verurteilung

Am 6. Juli 2024 rief Sonya Massey, eine 36-jährige Schwarze Frau, die Polizei an, nachdem sie einen möglichen Einbrecher in der Nähe ihres Hauses in Springfield gemeldet hatte. Grayson und ein anderer Deputy reagierten. Während des Gesprächs soll Massey Grayson gesagt haben: „Töte mich nicht.“ Laut Aufnahmen aus der Kamera auf Graysons Uniform wurde Massey verärgert und sagte: „Ich verweigere dir im Namen Jesu.“ Grayson erklärte, er habe diese Aussage als Bedrohung interpretiert. Kurz darauf zog er seine Waffe, drohte mit Schuss und feuerte dreimal, wobei er Massey in den Kopf traf. Sie starb später im St. John’s Hospital in Springfield.

Graysons Kamera war für den Großteil des Einsatzes nicht eingeschaltet und wurde erst kurz nachdem er seine Waffe gezogen hatte, aktiviert. Sein Partner Dawson Farley sagte im Gericht, er habe Massey nicht als Bedrohung wahrgenommen und habe erst seine Waffe gezogen, nachdem Grayson das getan hatte. Grayson wurde nach dem Vorfall aus seiner Position als Deputy entlassen.

Rechtliche und öffentliche Reaktion

Im Oktober 2024 verurteilte ein Geschworenengericht Grayson zum vorsätzlichen Totschlag im zweiten Grad. Er erhielt eine 20-jährige Haftstrafe im Illinois Department of Corrections, gefolgt von zwei Jahren verpflichteter Überwachung. Die Anklage hatte zunächst Mord im ersten Grad, schwerer Körperverletzung mit einer Waffe und Beamtenmissetat erhoben.

Masseys Anwälte, Ben Crump und Antonio Romanucci, teilten nach Graysons Tod mit: „Sein Tod in Haft durch Krebs bringt Sonya nicht zurück – wir wünschen seiner Familie Frieden, wie wir es allen Trauernden wünschen. Masseys Familie kennt diesen Schmerz nur zu gut und wird ihren Verlust für den Rest ihres Lebens tragen.“

Im Gericht sagte der Bezirksstaatsanwalt von Sangamon County, John Milhiser, dass Grayson nach dem Schuss auf Massey keine medizinische Versorgung angeboten habe. Mary Beth Rodgers, Leitende Staatsanwältin, sagte während des Prozesses: „Tut mir leid.“ Das waren die letzten Worte, die Sonya Massey sagte, bevor der Angeklagte sie tötete, genau wie er es gesagt hatte.

Medizinische Entlassung und Haftbedingungen

Im Mai 2025 stellte Grayson unter Illinois-Gesetz einen Antrag auf medizinische Entlassung für Häftlinge mit schwerwiegenden oder terminalen Erkrankungen. Der Illinois Prisoner Review Board lehnte die Anfrage ab und erklärte, Grayson müsse trotz der fortgeschrittenen Krebsstadien im Gefängnis bleiben. Die Ablehnung erfolgte nur Wochen vor seinem Tod in Haft.

CBS News Chicago wandte sich an das Illinois Department of Corrections für Klarheit, erhielt jedoch keine Antwort zum Zeitpunkt der Veröffentlichung. Die Ablehnung der medizinischen Entlassung für terminale Häftlinge hat Aufmerksamkeit von Aktivisten und Politikern gewonnen, wobei viele die Balance zwischen Haftpolitik und barmherziger Pflege infrage stellen.

Graysons Tod markiert das Ende einer rechtlichen und öffentlichen Kontroverse, die nach Masseys Tod Demonstrationen und Forderungen nach Gerechtigkeit auslöste. Der Vorfall regte zudem nationale Debatten über Polizeiverantwortung, Rassendiskriminierung in der Polizei und die Behandlung von Schwarzen Frauen in Polizeikontakten erneut an.