Der US-Treasurer Scott Bessent hat in einem Gastbeitrag für das Financial Times-Magazin gewarnt, dass Iran der größten Finanzoffensive je ausgesetzt sei, meldet der BBC. Bessent nannte keine konkreten Maßnahmen, erwarte aber, dass er am Montag um 13:00 Uhr Ortszeit (18:00 Uhr BST) bei einer Pressekonferenz in den USA weitere Details nennen wird.
Ökonomischer D-Day
Bessent beschrieb die geplanten Maßnahmen als einen „ökonomischen D-Day“, der darauf abzielt, die wirtschaftlichen Lebensadern Irans zu durchtrennen, berichtet das Public Radio of Armenia. Er betonte, dass jedes Land, das sich finanziell mit Iran verbünde, ebenfalls isoliert werde. „Die Welt muss verstehen, dass unser Ziel darin besteht, jede wirtschaftliche Lebensader zu durchtrennen, die die Regierung in Teheran am Leben hält, bis Teheran allein steht“, schrieb er.
Laut dem Public Radio of Armenia folgen Bessents Kommentare auf eine Reihe von Umdenkern und verlängerten Fristen seitens der Trump-Administration zu früheren Drohungen, and Iran hat die Aussagen abgelehnt und warnte, dass es alle Ölexporte aus der Region beenden werde, „wenn der Krieg weitergeht“, meldet Reuters. Zudem habe Iran eine neue Warnung an den Schiffsverkehr ausgesprochen, wonach Schiffe ohne seine Genehmigung nicht durch den Hormuz-Streifen passieren dürften.
Ökonomische Auswirkungen weltweit
Der Krieg mit Iran hat bereits erhebliche wirtschaftliche Auswirkungen, wobei höhere Ölpreise Sorgen um die Lebenshaltungskosten verstärken. In den USA sind Benzinpreise mittlerweile über 4 Dollar pro Gallone gestiegen, und die Kostensituation zählt zu den wichtigsten Sorgen der Wähler vor den Zwischenwahlen im November, meldet der BBC. Am Montag lag ein Barrel Brent-Rohöl, der globale Ölpreisindex, bei 93 Dollar.
Vor Beginn dieses Monats kündigte die US-Regierung an, in die Anleihenmärkte eingreifen und mehr Staatsverschuldung zurückkaufen zu wollen, um die Nachfrage nach Anleihen zu steigern und Zinsen zu senken. Doch die Auswirkungen dieser Ankündigung hielten nur kurz an, da die langfristigen Kreditkosten am Folgetag wieder stiegen.
Historischer Hintergrund und Sanktionen
Die iranische Regierung steht bereits unter harten wirtschaftlichen Sanktionen der USA. Laut BBC hatte der ehemalige US-Präsident Barack Obama sowie mehrere US-Verbündete 2015 mit dem Iran einen Deal vereinbart, bei dem viele Sanktionen aufgehoben wurden, im Austausch dafür, dass Iran sich verpflichtete, sein Atomprogramm einzuschränken. Doch die Trump-Administration verfolgte einen anderen Ansatz und legte den Fokus auf wirtschaftliche Maßnahmen, um Iran von globalen Handelsmärkten abzuschneiden, anstelle militärischen Drucks.
Trump hatte zuvor dramatische Drohungen ausgestoßen, darunter im April, als er sagte: „Eine ganze Zivilisation wird heute Nacht sterben“, wenn Iran nicht auf einen Deal zur Beendigung des Krieges und zur Freigabe des Hormuz-Streifens eingehe. Die USA zogen sich schließlich zurück, nachdem der Vermittler Pakistan interveniert und mehr Diplomatie gefordert hatte.
Die Trump-Administration hat nun eine sogenannte letzte Offensive gestartet, um Irans wirtschaftliche Lebenslinien zu durchtrennen; Laut Financial Times bezeichnete Bessent die Strategie als „die größte Finanzoffensive, die je gegen ein feindliches Land zusammengestellt wurde“.
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