Tausende Iraner nahmen an der Trauerfeier für Ali Larijani, ehemaligen Vorsitzenden des Nationalen Sicherheitsrates des Iran, und Gholamreza Soleimani, Kommandanten der paramilitärischen Basij-Einheiten, in Teheran am Mittwoch teil. Die beiden Funktionäre wurden bei israelischen Luftangriffen am Montagabend getötet, bei denen auch Larijanis Sohn und mehrere Leibwächter in einem Versteck an den Rand der Hauptstadt starben.

Auswirkungen auf die politische und militärische Struktur des Iran

Larijani, der als de facto Chef der iranischen Regierung galt, spielte eine zentrale Rolle in der Sicherheits- und Außenpolitik des Landes. Sein Tod, zusammen mit dem von Soleimani, markiert einen schweren Schlag für die Führungsstruktur des Iran. Larijani hatte die brutale Niederschlagung der anti-regime-Proteste in diesem Jahr überwacht, bei der etwa 30.000 Demonstranten ums Leben kamen. Sein Fehlen wird voraussichtlich eine Führungsleere schaffen, mit Unsicherheit darüber, wer, wenn überhaupt jemand, seine Rolle übernehmen wird.

Der neue iranische Oberste Führer, Ayatollah Mojtaba Khamenei, hat sich seit seiner Ernennung noch nicht öffentlich gezeigt, was Spekulationen über seinen Gesundheitszustand und sogar über sein Leben oder Tod auslöste. Dies führte zu wachsender Unsicherheit in der politischen und militärischen Hierarchie des Landes, wobei einige Analysten annehmen, dass das Regime unter diesen Verlusten Schwierigkeiten hat, die Kontrolle zu behalten.

Israel setzte in der Region seine militärischen Operationen fort, wobei der israelische Verteidigungsminister Israel Katz bestätigte, dass ein separates Angriff Soleimani tötete. Katz bezeichnete die Ermordungen als schweren Schlag für die iranische Führung und sagte, dass Larijani und Soleimani ‘innerhalb eines Nachts eliminiert und in die Tiefen der Hölle, zusammen mit dem Chef des Vernichtungsprogramms, Khamenei, und allen anderen eliminierten Mitgliedern der Achse des Bösen, eingegangen sind.’

Regionale Reaktionen und angespannte Beziehungen

Tehran reagierte auf die Ermordungen mit unmittelbaren militärischen Maßnahmen, indem es Angriffe auf seine Golfnachbarn und Israel startete. Einige dieser Angriffe verwendeten fortschrittliche Raketen, die Luftabwehrsysteme umgehen können, wobei zwei angeblich in der Nähe von Tel Aviv landeten. Die Angriffe unterstrichen die wachsende Intensität des Konflikts, wobei keine Zeichen für einen Waffenstillstand in Sicht sind.

Die iranische Regierung betonte, dass der Verlust von Larijani und Soleimani die laufenden militärischen Operationen nicht stören werde. Behörden gaben an, dass Ersatz für beide in den politischen und militärischen Reihen rasch erfolgt sei. Die Wirksamkeit dieser Ersatzkräfte bleibt jedoch unklar, bedingt durch die hervorstechende Rolle der beiden getöteten Funktionäre.

Analysten diskutieren, ob der Tod von Larijani einen größeren Schlag für das Regime bedeutet als die frühere Ermordung des Ayatollas Khamenei am 28. Februar. Im Gegensatz zu Khamenei, der sich größtenteils aus der Öffentlichkeit zurückgezogen hat, war Larijani eine sichtbare und einflussreiche Figur, die häufig in staatlichen Fernsehprogrammen zu sehen war. Seine jüngste Erscheinung umfasste eine deftige Warnung an US-Präsident Donald Trump, ihn zu bitten, ‘sorgsam zu sein, nicht eliminiert zu werden.’

Während einer kürzlichen Quds-Tag-Demonstration bezeichnete Larijani israelische und US-Angriffe auf Teheran als ‘aus Verzweiflung’, und behauptete, dass ‘ein starker Mensch gar nicht Demonstranten bombardieren würde.’ Seine Kommentare spiegelten die fortgesetzte Selbstsicherheit des Regimes in Bezug auf seine militärischen Fähigkeiten wider, obwohl es kürzlich Verluste erlitten hatte.

Öffentliche Stimmung und symbolische Bedeutung

Die Trauerfeiern in Teheran wurden von Tausenden Menschen besucht, darunter hochrangige Regierungsbeamte, Militärführer und Mitglieder der Öffentlichkeit. Teilnehmer riefen Slogans wie ‘Allahu Akbar’ und forderten Rache, was die weit verbreitete Wut und Trauer über die gezielten Angriffe widerspiegelte.

Die Trauerfeiern fanden in der Enghelab-Straße, dem Zentrum Teherans, für Larijani, Soleimani und Dutzende iranischer Marinepersonal statt, die bei einem anderen Vorfall getötet wurden. Die Marinepersonal wurden am 4. März nahe der Küste Sri Lankas bei einem US-Torpedoangriff auf ein iranisches Kriegsschiff getötet. Der Verlust dieser Soldaten verschärfte das Gefühl des nationalen Trauerns weiter.

Die iranische Regierung betonte, dass diese Ereignisse Teil eines breiteren Musters aus fremden Angriffen sind, wobei Behörden erklärten, das Land gebe eine starke Antwort auf die Angriffe. Die Trauerfeiern haben sowohl öffentliche als auch militärische Unterstützung für die Haltung der Regierung gezeigt, was eine vereinte Front gegenüber wahrgenommenen Bedrohungen unterstreicht.

Da die Spannungen weiter ansteigen, wird der Verlust von Schlüsselpersonen wie Larijani und Soleimani wahrscheinlich langfristige Auswirkungen auf die regionalen Politiken und militärischen Strategien des Iran haben. Die Situation bleibt dynamisch, mit weiteren Entwicklungen in den nächsten Tagen erwartet, während die Regierung versucht, ihre Führung zu stabilisieren und auf anhaltende Feindseligkeiten zu reagieren.