US-Finanzminister Scott Bessent sagte, dass Präsident Donald Trumps Plan, eine allgemeine Zollsteuer von 10 % auf 15 % zu erhöhen, in dieser Woche umgesetzt werden könnte. Während eines Auftritts bei CNBC bestätigte Bessent, dass die Maßnahme, die seit Monaten diskutiert wird, laut den neuesten Äußerungen der Regierung kurzfristig in Kraft treten wird.
Ablauf der Zollanpassungen
Der vorgeschlagene Anstieg folgt auf einen bedeutenden Wechsel der US-Handelspolitik zu Beginn dieses Jahres. Im Juni entschied sich der Oberste Gerichtshof, dass die meisten vorherigen Zölle von Präsident Trump, die auf eine Vielzahl von Importen aus China und anderen Ländern abgelegt wurden, verfassungswidrig sind. Diese Entscheidung machte die bestehenden Zölle unter dem International Emergency Economic Powers Act (IEEPA) ungültig und zwang die Regierung, alternative rechtliche Mechanismen zur Einführung von Handelsbeschränkungen zu suchen.
Laut Bessent ist die aktuelle allgemeine Zollsteuer von 10 % eine vorübergehende Maßnahme, die für 150 Tage gilt, und soll innerhalb von fünf Monaten durch eine umfassendere Palette von Zöllen ersetzt werden, die unter den Abschnitten 301 und 232 des US-Handelsgesetzes fallen. Diese Bestimmungen ermöglichen der Regierung, Zölle aufgrund von nationaler Sicherheit und Handelsungleichgewichten zu erheben, und Bessent drückte Vertrauen aus, dass die Zinssätze innerhalb von fünf Monaten auf ihre früheren Niveaus zurückkehren würden.
„Ich bin der Überzeugung, dass die Zinssätze innerhalb von fünf Monaten auf ihr altes Niveau zurückkehren werden“, sagte Bessent. „Sie sind sehr langsam, aber sie sind robuster“, fügte er hinzu, sich auf die neuen Zölle beziehend.
Märkter Reaktion und wirtschaftliche Auswirkungen
Die Ankündigung löste Wellen in den Finanzmärkten aus. US-Aktienfuturen verloren frühere Gewinne nach Bessents Kommentaren zu den höheren Zöllen. Um 7:49 Uhr in New York waren Kontrakte auf den S&P 500 etwa 0,1 % gefallen, nachdem sie zuvor bis zu 0,4 % gestiegen waren. Analysten stellten fest, dass die Unsicherheit um die neuen Zölle einige Investoren dazu veranlasst hat, vorsichtiger zu sein, insbesondere in Branchen, die stark von Importen abhängen.
„Der Markt reagiert auf die Unsicherheit bezüglich des Zeitpunkts und der potenziellen Auswirkungen der neuen Zölle“, sagte ein Finanzanalyst, der Anonymität gewünschte. „Obwohl die Regierung ihre Absicht klar ausgedrückt hat, sind der genaue Umsetzung und die Dauer des 15 %-Satzes für viele Investoren noch unklar.“
Energie-Marktbedenken und US-Strategie
Bessent sprach sich auch gegen Bedenken aus, die sich aus dem laufenden US-Israel-Konflikt mit dem Iran auf den globalen Ölmarkt auswirken könnten. Er untermauerte das Risiko, indem er sagte, dass es genügend globale Ölversorgung gibt, und dass die Regierung bereit ist, Schritte zu unternehmen, um den Sektor zu unterstützen.
„Ich würde alle bitten, durch das Geräusch hindurchzusehen und zu erkennen, wohin wir auf der anderen Seite dieses Problems mit den Rohöl-Märkten gehen“, sagte Bessent. „Die Rohöl-Märkte sind sehr gut versorgt. Es gibt Hunderte Millionen Barrel, die auf dem Wasser außerhalb des Golfs sind.“
Der Finanzminister hob die Pläne der Regierung hervor, Versicherung für Ölfrachter zu bieten und sicherzustellen, dass Schiffe durch den Hafen von Hormuz sicher passieren können, unterstützt vom US-Marine. Diese Maßnahmen sollen globale Märkte beruhigen und den Ölfluss trotz der geopolitischen Spannungen gewährleisten.
Bessent wies auch auf Chinas starken Abhängigkeit von Ölimporten aus dem Persischen Golfe hin, wobei er feststellte, dass mehr als 50 % der Energiebedarfs Chinas aus diesem Bereich stammen. „Sie haben wahrscheinlich 95 % des iranischen Rohöls gekauft. Das ist offensichtlich vorerst auf Eis gelegt“, sagte er, was darauf hindeutet, dass der laufende Konflikt erhebliche wirtschaftliche Folgen für China haben könnte.
Handelsbeziehungen und potenzielle Sanktionen
Als man Bessent nach Trumps jüngster Vorschlag eines Handelsembargos mit Spanien fragte, sagte er, dass es sich um eine gemeinsame Anstrengung mehrerer Behörden handeln würde. Er bestätigte nicht, ob solche Sanktionen umgesetzt werden würden, wies aber darauf hin, dass das Finanzministerium eine Rolle bei potenziellen Maßnahmen spielen würde.
„Es wäre eine gemeinsame Anstrengung“, sagte Bessent. „Ich habe keine spezifischen Kommentare dazu, ob eine solche Sanktion umgesetzt wird.“
Die Haltung der Regierung gegenüber Handel und Sanktionen wird sowohl von Verbündeten als auch von Feinden genau beobachtet. Mit den neuen 15 % Zöllen, die bald in Kraft treten werden, wird sich das wirtschaftliche und geopolitische Landschaft in den nächsten Monaten vermutlich verändern, was den Handel, die Marktsicherheit und die internationale Beziehungen beeinflussen wird.
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