Nach Berichten über schwierige Zustände an Bord der lang eingesetzten Fregatte besuchte Admiral Brad Cooper das Schiff am Samstag und stellte fest, dass es ‘zu den niedrigsten Fallzahlen im Bereich psychischer Gesundheit’ unter elf aktiven US-Flugzeugträgern zähle.

Belastungen bei langen Einsätzen

Cooper räumte ein, dass die Marine-Dienstzeit an Bord für lange Zeiträume ‘eindeutig herausfordernd und anstrengend’ sei; Die USS Lincoln war im Januar im Nahen Osten eingetroffen und unterstützt den US-Krieg gegen Iran, einschließlich der Blockade der iranischen Häfen. Das Schiff verbrachte bereits mehr als 240 Tage ununterbrochen auf See.

Der USS George Washington ist derzeit auf dem Weg, die USS Lincoln zu ersetzen und könnte innerhalb von etwa einer Woche in der Region eintreffen. Angehörige der Matrosen an Bord der Lincoln äußerten sich besorgt über das Verschlechtern der psychischen Gesundheit unter den Bedingungen, wobei einige Matrosen angeblich versucht hätten, über Bord zu springen.

Verpflichtung zur psychischen Gesundheit

Am Sonntag erklärte Admiral Cooper: ‘Ich glaube fest daran, dass psychische Gesundheit ein weiterer Aspekt der individuellen Gesundheit ist und genauso unsere Aufmerksamkeit braucht wie körperliche und geistige Gesundheit. Ich bewundere das Kommando der Lincoln dafür, dass sie psychische Gesundheit und Crew-Resilienz zu einer Führungspriorität gemacht haben.’

Während die US-Marine letzte Woche Vorratsprobleme anerkannte, bestreitet sie einen psychischen Gesundheitsnotstand an Bord der Lincoln, die 5000 Menschen an Bord hat. Berichten zufolge letzte Woche in der Military Times und Stars & Stripes gab es an Bord der Fregatte Probleme mit der Sanitation, seltene Hafenaufenthalte, defektes Rohrleitungssystem und Mangel an frischem Essen.

Reaktionen und Kritik

Dreizehn demokratische Senatoren des Verteidigungsausschusses sandten am Samstag einen Brief an Verteidigungsminister Pete Hegseth, in dem sie die Dauer der Einsätze als ‘einen modernen Rekord’ kritisierten und nach Antworten verlangten. Letzte Woche bezeichnete Hegseth Berichte über die Zustände als ‘völlig falsch dargestellt’, während Präsident Donald Trump Vorschläge, die Matrosen seien zu lange auf See, am Freitag abwies: ‘Nicht annähernd lange genug.’

Die ursprünglich für Mai geplante Ausfahrt der USS Lincoln wurde wiederholt verlängert – Berichten zufolge verbrachten die Besatzungen bereits über 200 aufeinanderfolgende Tage auf See, ohne einen Hafenaufenthalt. Der demokratische Gouverneur von Maryland, Wes Moore, ehemaliger US-Army-Veteran, sagte am Sonntag gegenüber CNN, die berichteten Zustände seien ‘herzzerreißend’ und der republikanische Präsident sollte ‘mehr Mitgefühl’ zeigen.