Der US-Treasurer hat Iran mit ‘der grössten Finanzoffensive aller Zeiten’ gedroht. Laut einem Bericht der BBC sagte Scott Bessent, dass der Krieg zwischen den USA und Israel mit Iran ‘seinen Endspurt erreicht’. Bessent kündigte an, alle wirtschaftlichen Beziehungen zum Iran zu beenden und betonte, dass Länder, die finanziell mit Iran zusammenarbeiten, ebenfalls isoliert würden.

Wirtschaftliche Spannungen eskalieren

Die Drohung Bessents folgt auf mehrere U-Turns und verlängerte Fristen aus der Regierung von US-Präsident Donald Trump. Iran verwarf die Aussagen Bessents und kündigte an, alle Öl-Exporte aus der Region einzustellen, ‘wenn der Krieg weitergeht’, berichtete die Nachrichtenagentur Reuters.

Die iranische Regierung hat zudem eine neue Warnung an Schiffe ausgestellt, nicht durch den Hormuz-Strick zu fahren, ohne ihre Zustimmung. Laut der Agentur passiert normalerweise ein Fünftel des weltweiten Öls und Gases diesen Meereng, der südlich von Iran liegt. Seit Beginn des Konflikts Ende Februar ist der Durchgang jedoch de facto blockiert.

Vorherige diplomatische Schritte

Bessent äusserte sich in einem Kommentar für das Financial Times-Magazin. Er gab keine Einzelheiten über die wirtschaftliche Druckstrategie gegen Iran preiszugeben, doch er wird voraussichtlich in einer Pressekonferenz in den USA um 13:00 Uhr Ortszeit (18:00 Uhr BST) am Montag nähere Angaben machen. ‘Die Welt sollte verstehen, dass unser Ziel ist, jede wirtschaftliche Lebensader zu beenden, die die autoritäre Regierung in Teheran am Leben hält, bis Teheran alleine steht’, schrieb er in seinem Kommentar.

Die USA haben bereits mehrere Drohungen gegen Iran ausgesprochen, während ihres Krieges mit dem Land. Im April sagte Trump, ‘eine ganze Zivilisation wird heute Abend sterben’, wenn Iran nicht auf einen Deal zuginge, um den Krieg zu beenden und den Hormuz-Strick freizugeben. Die USA zogen schließlich von dieser Position zurück, nachdem der Vermittler Pakistan intervenierte und mehr Diplomatie forderte.

Historischer Kontext und aktuelle Sanktionen

Die iranische Regierung steht bereits unter harten wirtschaftlichen Sanktionen der USA. Der ehemalige US-Präsident Barack Obama und mehrere US-Verbündete hatten 2015 einen Deal mit dem Iran vereinbart, der viele Sanktionen aufhob, im Austausch dafür, dass Iran sein Atomprogramm eingeschränkt hat. Trump zog sich 2018 aus diesem Deal zurück, nannte ihn ‘im Kern defekt’ und setzte alle US-Sanktionen gegen Iran erneut durch.

Während der Amtszeit von US-Präsident Joe Biden unternahm er einige Versuche, den Obama-Deal wiederzubeleben, doch das gelang nicht. Im April dieses Jahres startete die Trump-Regierung eine Welle von Sanktionen gegen ausländische Banken und Unternehmen, die Geschäfte mit Teheran machten, nachdem klar geworden war, dass ihre militärischen Operationen nicht dazu führten, dass die iranische Regierung kapituliert.