Bei 50 Prozent der abgezählten Stimmen lagen die beiden großen Parteibündnisse nur 20.000 Stimmen auseinander, teilte der öffentlich-rechtliche Sender SVT mit.
Vorabprognosen Gunsten Linken
Vorabprognosen der Wahlbehörde zeigten, dass das linke Bündnis unter der Führung der Sozialdemokratenin Magdalena Andersson eine Mehrheit von einem Sitz gegenüber dem konservativen Koalitionsbündnis von Premierminister Ulf Kristersson hat.
Kristersson wird in der Regierung von den rechten Schwedischen Demokraten (SD) unterstützt, die neofaschistische Wurzeln haben; er hat versprochen, Regierungsämter für die SD zu besetzen, sollte er im Amt bleiben.
SD Verlieren an Zustimmung
Teilergebisse deuten aber darauf hin, dass die SD erstmals seit 2010 an Zustimmung verlieren.
Schweden hat zwei große politische Bündnisse mit jeweils vier Parteien auf der rechten und linken Seite – was Koalitions- und Minderheitsregierungen relativ häufig macht.
Am Sonntagabend bat Andersson ihre Anhänger, auf das Endergebnis zu warten, fügte aber hinzu, dass, wenn die aktuellen Ergebnisse Bestand hätten, „Schweden eine neue Regierung haben wird.“
Ihre Partei, die Sozialdemokraten, war seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs eine der führenden Kräfte in der schwedischen Politik.
Die SD, gegründet von Nazi-Sympathisanten in den 1980er Jahren, waren jahrelang stiefmütterlich behandelt, bis sie 2022 zur zweitgrößten Partei des Landes wurden, nachdem sie sich auf Gewaltkriminalität und Immigration konzentriert hatten.
Andersson und Kristersson Richten Worte an Öffentlichkeit
Nachdem sie ihre Stimme abgegeben hatte, erklärte Andersson, welche Wahl die schwedische Öffentlichkeit vor sich habe: „Sollen wir eine Regierung haben, die komplett von den Schwedischen Demokraten dominiert wird, etwas, das es in Schweden noch nie gab? Oder sollen wir eine Regierung haben, die von mir geführt wird, die Schweden in einem neuen Geist der Zusammenarbeit lenken wird?“
Kristersson betonte seinerseits, wie wichtig es sei, dass er und seine Allianz ihre Arbeit fortsetzen könnten. „Ich glaube, es gibt echtes Enthusiasmus dafür, dass wir unsere wichtige Arbeit fortsetzen können“, sagte er nachdem er seine Stimme in seiner Heimatstadt Strangnas abgegeben hatte.
Nationale Sicherheit, Bandenkriminalität und Sozialausgaben standen im Mittelpunkt der Wahlkampf.
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