Drei Passagiere auf dem Kreuzfahrtschiff MV Hondius starben an einer Hantavirus-Erkrankung, wodurch Gesundheitsbehörden potenziell betroffene Reisende überwachen; Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) bewertet das globale Risiko als gering, wie ein internationaler Konsens unter Gesundheitsexperten ergab.
Was ist Hantavirus und wie wird es übertragen?
Hantavirus ist eine Gruppe von Viren. Die natürlicherweise in Ratten lebt, ohne diese krank zu machen; Menschen werden vor allem durch Einatmen von Aerosolen aus Kot, Urin oder Speichel infiziert — Eine Mensch-zu-Mensch-Übertragung ist selten, aber möglich, wie eine spanische Non-Profit-Organisation erklärte.
Der Ausbruch auf der MV Hondius wird auf das Andes-Hantavirus zurückgeführt, das ursprünglich in Südamerika vorkommt. Ein Experte für Infektionskrankheiten bei VCU Health erklärte, dass Hantavirus-Stämme auf bestimmte geografische Regionen beschränkt seien. Im aktuellen Fall gehe es um das Andes-Hantavirus aus Südamerika. Ein größerer Ausbruch auf Kreuzfahrtschiffen sei extrem unwahrscheinlich. Hantavirus-Ausbrüche auf Karibik- oder Mittelmeer-Kreuzfahrten seien praktisch ausgeschlossen.
In den Amerikas gibt es jährlich hunderte Fälle. Die WHO schätzt, dass es jährlich zwischen 10.000 und 100.000 Infektionen gibt, hauptsächlich in Ostasien und Nord- sowie Mitteleuropa, wo die Krankheit endemisch, aber mild ist.
Geschichtlicher Hintergrund und Sterblichkeitsrisiko
2018 kam es in Epuyén, einer kleinen ländlichen Stadt in der argentinischen Provinz Chubut, zum schwersten Hantavirus-Ausbruch. Elf Menschen, die sich zu einer Geburtstagsfeier trafen, starben. Andere erkrankten schwer, konnten aber überleben. Die Sterblichkeitsrate lag bei 32 Prozent – vergleichbar mit den frühen Phasen der COVID-19-Pandemie. Der Ausbruch begann mit einer einzigen Übertragung durch ein Rattenvirus, den langschwänzigen Pygmypadderrat. Drei Menschen mit Symptomen nahmen an sozialen Veranstaltungen teil und wurden zu „Super-Verbreitern“, wie eine Studie im New England Journal of Medicine berichtete.
Heute beobachtet die Welt das niederländische Kreuzfahrtschiff MV Hondius. Die WHO meldete acht Fälle, drei davon tödlich, im Zusammenhang mit diesem Ausbruch. Dutzende von Menschen, die mit Passagieren in Kontakt standen, werden überwacht.
Laut WHO stellt das Hantavirus ein geringes Risiko für die öffentliche Gesundheit dar. Die Organisation riet von unnötiger Panik ab, betonte aber die Bedeutung von Überwachung und Nachverfolgung möglicher Fälle.
Symptome und Maßnahmen
Hantavirus-Symptome beginnen oft mit milden, grippeähnlichen Beschwerden. In schwereren Fällen kann das Virus sich zu einer Hantavirus-Lungenkrankheit (HPS) entwickeln, die mit dem Andes-Stamm in Verbindung steht und eine Sterblichkeitsrate von bis zu 50 Prozent hat. Laut Frankfurter Rundschau beginnen die ersten Symptome mit hohem Fieber, starker Erschöpfung und Kopfschmerzen, wobei sich die Krankheit in einigen Fällen sehr schnell verschlechtert.
Vorbereitungen für die Rückführung der Passagiere von der MV Hondius laufen nach drei Todesfällen an Bord. Das Schiff verließ Kapp Verde nach den Evakuierungen und steuert die Kanaren an. Das US-amerikanische Zentrum für Krankheitskontrolle (CDC) überwacht aktiv US-Passagiere, die an Bord waren.
Experten betonen, dass das Risiko eines größeren Hantavirus-Ausbruchs auf Kreuzfahrtschiffen extrem gering ist. Das Virus ist selten und nicht leicht zwischen Menschen übertragbar. In geschlossenen Räumen wie einem Kreuzfahrtschiff erhöht sich das Risiko einer Mensch-zu-Mensch-Übertragung leicht. Laut VCU Health seien Hantavirus-Ausbrüche auf Karibik- oder Mittelmeer-Kreuzfahrten äußerst unwahrscheinlich.
In Deutschland ist Hantavirus bereits verbreitet und wird hauptsächlich durch die Rötelmaus übertragen, eine Art, die Wälder und angrenzende Gärten bewohnt. Die Inkubationszeit kann stark variieren, von zwei bis vier Wochen, wobei einige Fälle bis zu 60 Tage dauern können, bis Symptome auftreten. Die Anfangsphase der Krankheit ähnelt der Grippe, ist aber in der Regel schwerer.
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