Eine Frau isoliert sich auf den Pitcairninseln, einem abgelegenen britischen Überseegebiet im Südlichen Pazifik, nachdem sie mit einem Hantavirus infizierten Menschen auf einem Kreuzfahrtschiff in Kontakt kam. Laut einer Sprecherin der lokalen Regierung zeigte sie bislang keine Symptome.

Reiseverlauf und Hantavirus-Ausbruch

Das britische Auswärtige Amt bestätigte, von einer Reisenden des MV Hondius zu den Pitcairninseln Kenntnis zu haben. Die Behörden sagten, sie sei keine Verdächtige und die Gefahr für die Öffentlichkeit bleibe gering.

Die Frau flog am 7. Mai von San Francisco aus, stoppte in Tahiti und dann in Mangareva in Französisch-Polynesien, wie die Regierung von Französisch-Polynesien mitteilte. Es wurden keine Angaben veröffentlicht, wann und wo sie das Schiff verließ, um in die USA zu reisen.

Bestätigte und vermutete Fälle

Drei Menschen starben nach ihrer Reise auf dem niederländisch geführten MV Hondius. Bei zwei von ihnen handelte es sich um bestätigte Hantavirus-Fälle, bei dem dritten zeigten sich Symptome, bevor Tests durchgeführt werden konnten. Dieser Fall gilt als der erste Infizierteste im Ausbruch.

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) bestätigte neun Fälle, zwei weitere gelten als vermutet. Behörden warnen, dass sich die Lage ändern könnte und weitere bestätigte Fälle auftreten könnten.

Hantaviren werden normalerweise durch Ratten übertragen. Allerdings kann der Andes-Stamm – vermutlich der, den einige Passagiere in Südamerika erkrankten – auf Menschen übertragen werden. Symptome umfassen Fieber, extreme Erschöpfung, Muskelschmerzen, Bauchschmerzen, Erbrechen, Durchfall und Atemnot.

Isolation und Gesundheitsmaßnahmen

Die Frau, die nicht öffentlich genannt wurde, isoliert sich derzeit auf Pitcairn, der einzigen bewohnten der vier vulkanischen Inseln im britischen Überseegebiet. Das britische Auswärtige Amt koordiniert mit den lokalen Behörden und der UK Health Security Agency (UKHSA), um die Risiken für die Frau und die Inselbewohner zu managen.

Die UKHSA empfiehlt eine Isolationszeit von 45 Tagen für enge Kontakte von Infizierten, wie die Passagiere des Schiffs. Es ist noch unklar, wann die britischen Behörden oder die lokalen Behörden von dem möglichen Risiko Kenntnis erhielten.

Der Sprecher der Pitcairn-Regierung sagte der BBC: „Wir arbeiten eng mit den Gesundheitsbehörden und der britischen Regierung zusammen, um die Situation zu managen. Das Wohlergehen unserer Gemeinschaft hat oberste Priorität.“

Französisch-Polynesien teilte mit, dass die Frau durch die Inseln reiste, ohne die Behörden zu informieren. Bei einer Notfallversammlung wurde entschieden, sie nicht in das Gebiet zurückkehren zu lassen, solange sie eine Gefahr darstellt. Die Behörden stellten fest, dass sie derzeit asymptomatisch und daher nicht ansteckend sei.

Französisch-Polynesien bestätigte außerdem, dass die Passagiere des Fluges von San Francisco nach Tahiti, auf dem die Frau reiste, nicht als enge Kontakte gelten. Das Infektionsrisiko für sie gilt als sehr gering.

Das MV Hondius, das 147 Passagiere und Crewmitglieder aus 23 Ländern an Bord hat, verließ am 1. April Ushuaia, Argentinien. Am 11. April starb ein 70-jähriger Niederländer an Bord. Seine 69-jährige Ehefrau verließ das Schiff am 24. April in St. Helena und starb später in einem Klinikum in Johannesburg. Eine deutsche Frau starb ebenfalls am 2. Mai an Bord. Beide Frauen wurden als bestätigte Fälle eingestuft.

Das MV Hondius ist derzeit auf dem Weg nach Niederlande und soll am 17. Mai in der niederländischen Stadt Rotterdam eintreffen. Britische Sanitäter wurden mit dem Fallschirm auf ein weiteres abgelegenes britisches Überseegebiet, Tristan da Cunha, geschossen, um einen britischen Einwohner zu assistieren, der am 14. April dort an Bord ging und möglicherweise an Hantavirus erkrankte.