Demokrat Xavier Becerra, ehemaliger US-Gesundheitsminister, wird laut CNNs Decision Desk in Kalifornien in die November-Wahl um das Gouverneursamt ziehen. Sein Sieg sichert einen Demokraten für die Stichwahl, nachdem sich zuvor Sorgen um Stimmenaufteilung bestanden. In einem Video auf X bedankte sich Becerra und sagte: „Ich bin sehr gerührt und geehrt, in die Stichwahl zu ziehen, um euer nächster Gouverneur zu werden.“
Kandidaten für die November-Stichwahl
Es ist noch unklar, wen Becerra in der Stichwahl bekämpfen wird. Laut Die Zeit und STERN.de ist das Rennen ein enges zwischen Becerra und Republikaner Steve Hilton, ehemaliger Fox News-Moderator und Enkel des Hotelmagnaten Conrad Hilton. Beide Kandidaten liegen aktuell laut NBC News über 26 Prozent. Sollte Hilton den zweiten Platz sichern, würde er einen harten Kampf erwarten, bedingt durch die Wählerregistrierungszahlen. In Kalifornien sind etwa 4,6 Millionen mehr Demokraten als Republikaner registriert, wie aktuelle Statistiken zeigen.
Der demokratische Milliardär Tom Steyer, der bereits 215 Millionen Dollar in seine Kampagne investiert hat, ist ebenfalls im Rennen. Ein Teil des Geldes wurde genutzt, um Becerras Amtszeit in der Biden-Regierung anzugreifen. Sollte Steyer in die Stichwahl ziehen, würde es bedeuten, dass ein Demokrat den am Mandatsende stehenden Gouverneur Gavin Newsom 2027 ablöst. Der aktuelle Gouverneur ist nicht wiedergewählbar und plant, 2028 Präsidentschaftskandidat zu werden.
Unerwarteter Aufstieg in den Umfragen
Bis vor Kurzem galt Becerras Wahlkampf noch als aussichtslos, da Umfragen ihn um 4 Prozent führten. Nachdem sein Hauptkonkurrent aus der Demokratischen Partei, Rep. Eric Swalwell, aufgrund von Vorwürfen sexueller Nötigung aus dem Rennen ausstieg, gewann Becerra an Schwung. Laut Los Angeles Times führt er nun in den Umfragen und ist der unerwartete Favorit in einem Rennen, das Wähler und politische Analysten gleichermaßen verwirrt. Becerra begründet seinen Erfolg mit der Suche nach Erfahrung statt „Glitz und Spektakel“.
Erfahrung als Wahlkampfthema
Becerra betont seine 35 Jahre im öffentlichen Dienst, darunter als Generalstaatsanwalt von Kalifornien und US-Gesundheitsminister. „Ich bin bereit, den Kampf aufzunehmen, um Kaliforniens Versprechen zu erfüllen und sicherzustellen, dass wir eine Regierung haben, die unseren Fähigkeiten entspricht“, sagte er am Wahltag. Als Generalstaatsanwalt hatte Becerra über 120 Klagen gegen die Trump-Regierung eingereicht, unter anderem zu Themen wie Immigration und Klimapolitik. Er hat zugesagt, diese Haltung auch als Gouverneur fortzusetzen.
Sein Wahlkampf verlief jedoch langsam. Erst nach dem Ausstieg von Swalwell und zunehmender Unterstützung innerhalb seiner Partei begann Becerra an Boden zu gewinnen. Sowohl die Los Angeles Times als auch ABC7 berichten, dass sein Aufstieg Debatten ausgelöst hat, ob seine Unterstützung organisch oder künstlich angeheizt sei. Theorien reichen von reiner Glücksgeste bis hin zu Online-Kampagnen mit fragwürdigen Taktiken.
Mit der Abstimmung in den Primaries weitgehend abgeschlossen, ist Becerras Weg in die Stichwahl nun gesichert. Der nächste Schritt ist die Vorbereitung auf ein Rennen, das teuer und herausfordernd sein könnte – besonders wenn der Gegner ein Mit-Demokrat wie Steyer ist, der bereits über 200 Millionen Dollar in die Wahl investiert hat.
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