Israelische Luftangriffe in Südlibanon haben am Mittwoch 17 Menschen getötet, berichten BBC und Al Jazeera; Die Opfer wurden in mehreren Orten im Land registriert, darunter in der Stadt Tyrus sowie in den Gemeinden Habboush, Adshit und Kfar Reman. AFP und NNA berichteten. Dass zwei Personen aus einem brennenden Auto geborgen wurden, nachdem ein israelisches Drohnenangriff stattgefunden hatte.
Verstärkter Konflikt und steigende Opferzahl
Das libanesische Gesundheitsministerium teilte mit, dass elf Menschen am Dienstag in der Gegend Massaken al-Shaabiya in Tyrus und anderen Teilen der Stadt getötet wurden. Der israelische Militär gab am Dienstag erstmals auch für das christliche Viertel von Tyrus eine Evakuierungsanordnung heraus. Zudem teilte das Militär mit, dass es am Dienstag sechs Infrastrukturstellen von Hisbollah in Tyrus sowie startbereite Raketenwerfer in anderen Teilen von Südlibanon angegriffen habe.
Weitere Angriffe in den Gemeinden Habboush und Adshit führten jeweils zu einem Todesopfer, wie NNA meldete. In Kfar Reman wurden bei zwei getrennten Angriffen mindestens vier Menschen getötet. Ein weiterer israelischer Angriff in der Stadt el-Buss, ebenfalls im Tyrus-Bezirk, tötete drei Menschen und verletzte neun weitere. Al Jazeera berichtete, dass Tyrus in den letzten Tagen wiederholt angegriffen wurde, wobei am Montag fünf Menschen getötet und vier Sanitäter verletzt wurden.
Die Gesamtzahl der Todesopfer des israelischen Vorgehens stieg seit dem 2. März auf 3666 an, wie das libanesische Gesundheitsministerium weitergab. Zudem wurden 11321 Menschen verletzt. Der Konflikt hat zudem mehr als eine Million Menschen vertrieben, was einem Fünftel der Bevölkerung Libanons entspricht. AFP zitierte das israelische Militär mit der Angabe, dass etwa 300000 Zivilisten aus Libanon evakuiert hätten.
Internationale Reaktionen und Menschenrechtsbedenken
Der UN-Menschenrechtschef Volker Türk teilte am Mittwoch mit, dass er auf Wunsch der libanesischen Regierung ein Team von Menschenrechtsbeobachtern nach Libanon entsenden werde. Das Team werde mögliche Menschenrechtsverletzungen seit Beginn des März durch alle Beteiligten untersuchen und seine Ergebnisse Ende Juli vorstellen. Die gesammelten Beweise könnten bei möglichen Kriegsverbrechenverfahren verwendet werden.
Israel wurde über die Mission informiert, doch es ist unklar, ob es kooperieren wird. Der Konflikt begann am 2. März, als Hisbollah Raketen ins Land feuerte, um auf einen israelischen Angriff zu reagieren, bei dem der iranische Oberste Führer getötet wurde. Die neueste Eskalation erfolgte nach einem israelischen Angriff auf Beirut am Sonntag, der zu einem Anstieg des Konflikts zwischen Israel und Iran führte.
Regionale Spannungen und Eskalation
Die Welle tödlicher Angriffe folgte auf einen Austausch von Schüssen zwischen Iran und Israel, der die bisher stärkste Eskalation seit dem Beginn des sogenannten Waffenstillstands am 8. April darstellte. Obaida Hitto von Al Jazeera sagte, dass Israel seit dem vorübergehenden Abstand der Schusswechsel zwischen Iran und Israel kontinuierlich eskaliert habe. Hisbollah teilte mit, dass seine Kämpfer in den südlichen Gebieten Bayada und Yohmor Sammlungen israelischer Truppen und Militärfahrzeuge mit Raketenstürmen und Granatenangriffen bekämpften.
Hisbollah, eine iranisch verbündete bewaffnete Gruppe in Libanon, ist nun in intensiveren Kämpfen mit Israel engagiert, während US- und israelische Angriffe auf Iran zu einem umfassenderen regionalen Konflikt führen. AFP berichtete, dass israelische Behörden am 5. Mai Luftangriffe in Beirut gegen Hisbollah durchgeführt hätten. Vor den Luftangriffen gab das israelische Militär Evakuierungsanordnungen an Zivilisten in Südlibanon, wie die staatliche Nachrichtenagentur NNA meldete.
Die libanesischen Behörden gaben bekannt, dass seit dem 2. März mindestens 72 Menschen getötet, 437 verletzt und etwa 83000 aus ihren Häusern geflohen seien. Die anhaltende Gewalt hat zu einer erheblichen humanitären Krise in der Region geführt, wobei beide Seiten sich gegenseitig beschuldigen, Zivilisten getötet und Infrastruktur zerstört zu haben.
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