Suche und Beobachtung laufen an der Grenze zwischen Nepal und Tibet, nachdem eine Gletscherkatastrophe am Mittwoch eine tödliche Flut ausgelöst hatte — Chinesische staatliche Medien berichteten über erhebliche Opferzahlen, während nepalesische Behörden den Schaden als „riesige Verluste“ beschrieben. Der Vorfall, zunächst für ein Erdbeben gehalten, wurde später vom United States Geological Survey (USGS) als „Gletscherkollaps“ bestätigt, bei dem ein Gletscher oder ein Teil davon mit so großer Kraft auseinanderbrach, dass ein Magnitude von 5,2 gemessen wurde.
Ursachen der Lawine und Flut
Mike Searle, Professor für Erdwissenschaften an der Oxford University, erklärte der BBC, dass der Gletscher Stunden oder Tage vor der Flut zusammenbrechen könnte, as Er vermutete, dass zuerst eine Lawine ausbrach, wodurch sich Wasser ansammelte und den Fluss stauten, bis er in einer „riesigen Flut“ platzte. Das Material raste durch nördliche nepalesische Städte, darunter Touristen- und Pilgerorte.
Risiko einer zweiten Flut
Am Freitag waren laut dem chinesischen Fernsehsender CCTV bereits 2,5 Millionen Kubikmeter Wasser im Staudammsee angestaut. Behörden warnen, dass bis zum Wochenende bis zu drei Millionen weitere Kubikmeter hinzukommen könnten, was ein „hohes Risiko eines Bruchs“ auslöst. Der See entstand, als Geröll den Chhochen Khola und Purepu Tsangpo Fluss stauten. Er liegt in der Nähe des Langtang Lirung Gipfels, wo der zusammengebrochene Gletscher vermutlich seinen Ursprung hat.
Ein chinesisches Militär-Drone dokumentierte am Freitagmorgen einen Lawinenabgang, bei dem geschätzt 50.000 Kubikmeter Eisgeröll in den Staudammsee gelangten. Daraufhin wurden Warnungen ausgestellt und Notfall-Fluchtvorbereitungen getroffen. Rettungsarbeiten wurden vorübergehend ausgesetzt, da der See kontinuierlich überlief und Angst vor neuen Überschwemmungen oder Geröllflüssen bestand.
Rettungsarbeiten und Beobachtung
Am Freitag Nachmittag berichteten chinesische staatliche Medien, dass das „Risiko des Staudamms im Oberlauf unter Kontrolle“ sei, und Rettungsarbeiten wurden fortgeführt. Ingenieurteams wurden entsendet, um Wasserstände und Wetterbedingungen zu überwachen, während Dronen Ausrüstung und Vorräte in betroffene Gebiete brachten. Der Staudammsee liegt mehrere Kilometer stromaufwärts vom Hafen Gyirong, einem wichtigen Landgrenzübergang zwischen Nepal und China, der am Mittwoch stark von der ersten Flut getroffen wurde.
Experten sagten der BBC, dass sich der See im Laufe der Zeit möglicherweise von selbst entleeren könnte, doch das unmittelbare Risiko bleibe bestehen. Die Grenzregion, etwa 40 Meilen nördlich von Kathmandu, kämpft weiterhin mit Herausforderungen, während chinesische und nepalesische Behörden den Katastrophenfolgen Herr werden.
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