Kuba steckt in einer schweren Energiekrise. Überall auf der Insel häufen sich die Blackouts, und die Bevölkerung protestiert. Laut Al Jazeera hat der Mangel an Kraftstoff das nationale Stromnetz lahmgelegt. Am Mittwoch gab es einen Defizit von mehr als 2000 Megawatt während der Stoßzeiten.

Einfluss der US-Sanktionen

Kubas Präsident Miguel Diaz-Canel schiebt die verschärfte Krise den US-Sanktionen in die Schuhe. Er bezeichnete sie als „genozidale Energieblockade“. Laut Al Jazeera sagte Diaz-Canel, dass am Mittwoch bereits etwa 1100 Megawatt Stromerzeugung infolge des Kraftstoffmangels verloren gegangen seien. Die Einschränkungen bei der Lieferung von Kraftstoff, die die USA verhängt haben, würden das Land stark beeinträchtigen, betonte er. Kuba müsse für seine 10 Millionen Einwohner Strom bereitstellen.

Die Sanktionen wurden im Januar 2026 verschärft, als Präsident Donald Trump ein Dekret erließ, das mit Zöllen gegen Länder drohte, die Kraftstoff an Kuba liefern. Laut dw.com hat diese Maßnahme dazu geführt, dass Kuba’s Hauptlieferanten Venezuela und Mexiko die Lieferungen gestoppt haben. Seit Dezember kam nur noch ein russischer Öltanker im April mit Kraftstoff an.

Proteste und wachsende Frustration

Die Frustration der Bevölkerung brach in Protesten aus. Am Mittwochabend schlugen Bewohner in Havanna mit Töpfen und Pfannen. Ein Einwohner von San Miguel del Padron, einem Vorort von Havanna, sagte der AFP, die Menschen forderten in der westlichen Stadtteils Playa laut „Schalten das Licht ein!“, berichtete Al Jazeera.

Ähnliche Demonstrationen wurden in anderen Stadtteilen der Hauptstadt gemeldet. Die Menschen kämpfen nicht nur mit Stromausfällen, sondern auch mit Mangel an Lebensmitteln und Medikamenten, wie dw.com berichtete. In einigen Bezirken waren die Bewohner bis zu 20 Stunden am Tag ohne Strom. In mehreren Provinzen können Blackouts Tage andauern.

Internationale Reaktionen und Bemühungen

Trotz der Blockade versucht Kuba weiterhin, Kraftstoffimporte zu organisieren, sagte Energieminister De la O Levy. Allerdings hat der Krieg im Iran die Ölpreise in die Höhe getrieben und die Situation damit komplizierter gemacht. „Kuba ist offen für jeden, der uns Kraftstoff verkaufen will“, erklärte der Minister, wie dw.com berichtete.

Die Vereinten Nationen kritisierten kürzlich die US-Blockade. Sie bezeichneten sie als rechtswidrig und sagten, sie behindere das Recht der kubanischen Bevölkerung auf Entwicklung und störe zudem ihre Rechte auf Nahrung, Bildung, Gesundheit, Wasser und Sanitäreinrichtungen, wie Al Jazeera berichtete.