Der 86-jährige Ayatollah Ali Khamenei wurde am Sonntag nach Angaben iranischer staatlicher Medien in einem Angriff der USA und Israel getötet. Sein Sohn Mojtaba Khamenei wurde nun von der Assembly of Experts als neuer Oberster Führer Irans ernannt.
Auswirkungen auf die politische Stabilität
Ayatollah Ali Khamenei, der über Jahrzehnte die letzte Instanz in staatlichen Angelegenheiten, militärischen Fragen und auswärtigen Beziehungen war, ist tot. Sein Tod wirft Unsicherheit über den Nachfolgeprozess, die Regierungsführung und die Zukunft des islamischen Regimes auf.
Während des laufenden Konflikts zwischen den USA und Iran berichtete Iran International, dass die Assembly of Experts, eine 88-köpfige Institution, die unter der Verfassung für die Ernennung des Obersten Führers zuständig ist, Mojtaba Khamenei unter Druck der Revolutionsgarden ausgewählt hat. Dies löste Debatten über die Legitimität und die Konsequenzen dieser Übergabe aus.
Wer ist Mojtaba Khamenei?
Mojtaba Khamenei ist der zweitälteste Sohn von Ali Khamenei und ein mittelrangiger Geistlicher mit enger Verbindung zu den Revolutionsgarden. Er diente während des Iran-Irak-Kriegs in den Streitkräften und wird vermutlich im Hintergrund die Arbeit des Amtes des Obersten Führers leitete.
Viele Beobachter hatten ihn schon lange als möglichen Nachfolger in Betracht gezogen, obwohl das New York Times berichtete, dass Ali Khamenei letztes Jahr drei hochrangige Geistliche als mögliche Nachfolger benannt hatte, wobei Mojtaba nicht unter ihnen war.
Laut dem Middle East Institute in Washington könnte die Ernennung von Mojtaba Unruhen auslösen, da Ali Khamenei ursprünglich einen reibungslosen Übergang durch die Benennung von hochrangigen Geistlichen angestrebt hatte. Das Institut betonte auch, dass ein Regimewechsel nicht garantiert ist, selbst wenn führende Persönlichkeiten sterben.
Verfassungs- und religiöse Herausforderungen
Das Middle East Institute erklärte, dass die Verfassung verlangt, dass die Assembly of Experts einen Führer mit politischer Erfahrung ernennen muss. Mojtaba hat in der Regierung keine formelle politische Position inne, was seine Aussichten auf das Amt schwächen könnte.
Auch die schiitische islamische Tradition verbietet die Erbfolge für die Oberhoheit. Die Rolle soll nicht durch die Blutlinie weitergegeben werden, außer bei den 12 göttlich bestimmten Imamen. 1989 wurde Ali Khamenei zum Obersten Führer ernannt, statt Ahmad Khomeini, dem Sohn von Ruhollah Khomeini, aufgrund dieses Prinzips.
Im Jahr 2023 erklärte Ali Khamenei, dass Diktatur und Erbfolgeregelung nicht islamisch seien, wie das Stimson Center berichtete. Im Jahr 2024 erklärte Ayatollah Mahmoud Mohammadi Araghi, dass der Oberste Führer die Untersuchungen zu der möglichen Führung von Mojtaba beendete und vor der Verbreitung von Verdächtigungen einer Erbfolge warnte.
Trotz der Berichte über die Ernennung von Mojtaba Khamenei weisen Analysten auf verfassungsrechtliche und religiöse Herausforderungen hin, die seine Herrschaft erschweren könnten. Das Middle East Institute warnte, dass die Wahl von Mojtaba innere Unruhen innerhalb des islamischen Regimes auslösen könnte.
US-Präsident Donald Trump äußerte sich zu dem Tod von Ali Khamenei und erklärte, dies gebe den Iranern ihre „größte Chance“, ihr Land zurückzugewinnen und forderte die Menschen auf, sich gegen die islamische Führung zu erheben, die seit 1979 regiert.
Die Situation bleibt unklar, während Mojtaba Khamenei in das Amt des Obersten Führers tritt und sowohl innere als auch äußere Herausforderungen bewältigen muss.
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