Der Ballon d’Or 2026 wird am 26. Oktober in London verliehen, um das 70-jährige Jubiläum der Auszeichnung zu feiern. Die Änderung des Austragungsorts ehrt Sir Stanley Matthews, den ersten Empfänger im Jahr 1956. Die Verleihung kehrt 2027 nach Paris zurück. Die Auszeichnung, die seit 2024 gemeinsam von France Football und der UEFA vergeben wird, wird von einer internationalen Jury aus 100 Kandidaten ausgewählt, wie Wettbasis berichtet.

Kandidaten und Erwartungen

Der englische Kapitän Harry Kane hat eingeräumt, dass er zu den Top-Kandidaten für den Ballon d’Or 2026 zählt. In einem Interview mit dem ehemaligen englischen Mittelfeldspieler Owen Hargreaves sagte Kane: „Bei Fußballmeinungen gibt es so viele Meinungen, so viele Argumente für verschiedene Spieler, und die Leute lieben diesen Spieler, weil er schnell ist, weil er einen hervorragenden IQ hat und weil seine Abschlüsse großartig sind.“ Kane gilt zusammen mit Kylian Mbappé, Lamine Yamal, Khvicha Kvaratskhelia und Rodri als Favorit, wie der Real Broadcasting Network berichtet.

Michael Olise, der aktuell bei Crystal Palace spielt, ist ebenfalls im Gespräch. Seine herausragenden Leistungen bei Bayern München und der französischen Nationalmannschaft haben das Interesse von Vereinen wie Real Madrid geweckt, die in seiner Kombination mit Mbappé Potenzial sehen. ESPN geht jedoch davon aus, dass Olise eher um den Ballon d’Or 2027 konkurrieren wird als um die Auszeichnung 2026. Jude Bellingham, der vom Trainer Thomas Tuchel zum besten Spieler der WM 2026 ernannt wurde, gewinnt ebenfalls an Aufmerksamkeit. Seine Erholung nach einer durchwachsenen Saison 2025 hat ihn unter die Top-Chancen gesetzt.

Wechsel in den Abstimmungskriterien

Die Organisation hinter dem Ballon d’Or betonte kürzlich, dass die Auszeichnung nun individuelle Leistungen stärker betont als den Teamerfolg. In einem Artikel auf ihrer offiziellen Website vom 9. August 2026 wiederholte die Organisation die aktualisierten Kriterien, die France Football im März 2022 festgelegt hatte. Laut diesen Regeln sind die drei wichtigsten Kriterien in absteigender Relevanz: individuelle Leistungen und entscheidende, beeindruckende Momente; kollektive Leistungen und Titel; und schließlich allgemeine Klasse und Fair-Play. Die Streichung der Karriereentwicklung als Faktor bedeutet, dass Spieler wie Kane und Mbappé, die eine herausragende Saison hinter sich haben, nun unabhängig vom Erfolg ihres Teams belohnt werden können.

Diese Änderung könnte das Ergebnis der Ausgabe 2026 beeinflussen, insbesondere nach der WM 2026. Spieler, die sich dort besonders hervorgetan haben, wie Bellingham und Vinicius Jr., könnten ihre Chancen erhöhen, selbst wenn ihre Vereine keine Titel gewonnen haben. Vinicius erzielte beispielsweise 22 Tore in 36 Spielen für Real Madrid in der Saison 2024/25, konnte aber keinen Titel mit dem Verein gewinnen. Der Independent en Español stellte fest, dass seine Leistung bei der WM, bei der Brasilien nicht über das Viertelfinale hinauskam, aufgrund seiner individuellen Brillanz dennoch eine Bewertung rechtfertigen könnte.

Wetten und öffentliche Wahrnehmung

Laut Wettbasis ist Kane derzeit der Favorit im Wettmarkt für den Ballon d’Or 2026. Seine Chancen werden jedoch eng von Mbappé und anderen aufstrebenden Talenten wie Yamal unterbunden. Der Wettmarkt spiegelt die Wettbewerbsfähigkeit der Auszeichnung wider, mit einer breiten Palette von Kandidaten. Kane, gefragt nach den Debatten um die Auszeichnung, sagte, er sei „freudig, dass ich im Rennen bin“, und betonte die Bedeutung der Abstimmung in der Fußballwelt.

Der Ballon d’Or 2026 entwickelt sich zu einer stark umstrittenen und heiß diskutierten Auszeichnung. Da die Abstimmungskriterien individuelle Exzellenz betonen, könnte die endgültige Entscheidung von spezifischen herausragenden Leistungen abhängen, nicht vom allgemeinen Teamerfolg. Mit fortschreitender Saison werden die Leistungen von Kane, Mbappé, Bellingham und anderen intensiv beobachtet, da sie um den prestigeträchtigsten individuellen Fußballpreis konkurrieren.