US-Präsident Donald Trump hat bekanntgegeben, dass China während des Besuchs von Präsident Xi Jinping 200 Boeing-Jets bestellen wird, wie ein Clip auf Fox News zeigte. „Er hat heute zugesagt, 200 Jets zu bestellen. Das ist eine große Sache. Boeings“, sagte Trump im Interview mit Fox News.

Reaktionen aus der Industrie und Analystenerwartungen

Analysten hatten während Trumps China-Besuch mit einer beträchtlichen Flugzeugbestellung gerechnet. Einige erwarteten allerdings einen größeren Deal, wie Jefferies mit einer Schätzung von bis zu 500 Flugzeugen. Boeing-Chef Kelly Ortberg und andere Top-Manager US-amerikanischer Unternehmen begleiteten Trump auf dem Trip. Ortberg hatte bereits in einer Unternehmenskonferenz gesagt, dass der US-China-Gipfel eine „bedeutende Gelegenheit für uns“ sein könnte, die eine Flugzeugbestellung beinhalten könnte. „Ich sage Ihnen nicht die genaue Zahl der Flugzeuge, aber es ist eine große Zahl“, fügte er hinzu.

Boeing hat seit fast zehn Jahren keine große Bestellung aus China mehr erhalten, obwohl das Land Flugzeuge von Airbus kauft. Trump nannte keine genauen Modelle, doch Analysten vermuten, dass die Bestellung hunderte Boeing 737 Max umfassen könnte. Weder Boeing noch das Weiße Haus haben sich bislang zu dem Deal geäußert. Die Boeing-Aktie fiel nach der Meldung um fast 4 %.

Wachsende Konkurrenz im globalen Luftfahrtmarkt

Während der Boeing-Deal möglicherweise eine Veränderung in Chinas Beschaffungsstrategie signalisiert, entwickelt das Land gleichzeitig eigene Fähigkeiten im Luftfahrtsektor. Der staatliche Hersteller Comac betreibt mittlerweile seinen ersten selbst entwickelten Passagierflugzeugtyp, den C919. Präsident Xi Jinping bezeichnete das Flugzeug als „Meilenstein im Streben nach Selbstbestimmung“.

Der C919 konkurriert direkt mit dem Airbus A320 und dem Boeing 737 Max. Seine Reichweite von 4075 Kilometern ist jedoch etwas kürzer als die seiner etablierten Konkurrenten. Trotz dieser Herausforderungen hat Comac bereits über 1000 Bestellungen für den C919 erhalten, wie CEO He Dongfeng berichtete. Der Jet wird derzeit von Air China, China Southern und China Eastern betrieben.

Airbus-Chef Guillaume Faury hat anerkannt, dass Comac das bestehende Duopol im Luftfahrtsektor stören könnte. „Der Sektor könnte sich von einem Duopol zu einem potenziellen Triopol verändern“, sagte Faury. Er betonte, dass China etwa ein Fünftel des weltweiten Flugzeugbedarfs abdeckt. Wenn Comac den C919 weiterentwickelt und Zertifizierungen in Europa und den USA erhält, könnte das Unternehmen zu einem echten globalen Wettbewerber aufsteigen.

Langfristige Auswirkungen auf den Luftfahrtsektor

Die mögliche Boeing-Bestellung und der Aufstieg von Comac zeigen größere Veränderungen im globalen Luftfahrtmarkt. Während Boeing und Airbus den Markt lange dominierten, verändert Chinas wachsende wirtschaftliche und technologische Macht die Branchendynamik. Die Entwicklung des C919 und der mögliche Boeing-Deal zeigen, wie China sich sowohl als Konsument als auch als Produzent kommerzieller Flugzeuge positioniert.

Der Boeing-Deal bleibt derzeit unbestätigt durch das Unternehmen oder das Weiße Haus. Comac arbeitet weiterhin an der Verbesserung seines Flugzeugs und der Ausbau seiner Kundenbasis. In den nächsten Jahren wird sich wahrscheinlich die Konkurrenz im Luftfahrtsektor erhöhen, wobei Chinas Ambitionen die langjährige Dominanz westlicher Hersteller herausfordern könnten.