Rohölpreise erreichten am Montag einen neuen Höchststand von 118,21 Dollar pro Barrel für West Texas Intermediate (WTI) und 118,22 Dollar für Brent-Rohöl. Das entspricht einem Anstieg von jeweils 30,04 Prozent und 27,54 Prozent. Der Sprung erfolgte im Kontext wachsender Sorgen um anhaltende Lieferengpässe im Nahen Osten, wo der Krieg zwischen den USA, Israel und Iran in die zweite Woche geht, ohne dass ein Ausweg in Sicht ist.
Einfluss auf globale Märkte
Asiatische Aktienmärkte verfielen nach dem starken Anstieg der Rohölpreise, wobei Indizes in Seoul, Tokio und Taipein deutlich abfielen. Der Anstieg der Rohölpreise kommt zu einem Zeitpunkt, an dem Investoren bereits vorsichtig sind, was die Bewertung von Technologieunternehmen und hohe Investitionen in KI angeht, was die Marktsorgen verstärkt.
Der starke Anstieg der Ölpreise hat Angst vor einem erneuten Anstieg der Inflation ausgelöst, was die globale Wirtschaftswachstumsrate beeinträchtigen und Zentralbanken daran hindern könnte, Zinssenkungen zur Unterstützung der Expansion vorzunehmen. Im Hormuz-Streit, durch den ein Fünftel der globalen Rohöl- und Gaslieferungen fließt, ist seit Beginn des Kriegs am 28. Februar der Seeverkehr zum Stillstand gekommen.
Steigende regionale Spannungen
Irans Racheangriffe gegen ölproduzierende Golfstaaten haben die Sorgen um Lieferkettenstörungen verstärkt. Berichte zufolge haben Angriffe auf Ölfelder in Süd-Irak und im nördlichen Kurdistans ein von den USA betriebenes Ölfeld gezwungen, die Produktion einzustellen. Die Vereinigten Arabischen Emirate und Kuwait haben ebenfalls mit der Reduzierung ihrer Produktion begonnen, was den Auswirkungen auf die globale Energieversorgung noch mehr zusetzt.
Seit Beginn des Konflikts ist der WTI-Preis um mehr als 75 Prozent gestiegen, während Brent um über 60 Prozent angestiegen ist. Die physische Störung der Ölförderung hat zu einem deutlichen Rückgang der Exportströme und dem Ausbau von Lagerstätten geführt. Katar hat die Verflüssigung an Schlüsselgasanlagen eingestellt – eine Maßnahme, die selbst bei einer Entspannung des Konflikts Wochen dauern könnte, um umgekehrt zu werden.
Märkteinflüsse und Warnungen von Analysten
Stephen Innes von SPI Asset Management warnte, dass der Markt nicht nur auf Schlagzeilen reagiert, sondern auf eine tatsächliche Störung der physischen Ölförderung. Er betonte, dass Ölpreise über 100 Dollar nicht nur ein Rohstoff-Boom sind, sondern eine Steuer für die globale Wirtschaft.
Präsident Donald Trump hingegen versuchte, Investoren zu beruhigen, indem er sagte, dass der Preisanstieg nur vorübergehend sei und ein „kleiner Preis für die Sicherheit und den Frieden der Welt“ sei. Er schrieb auf sozialen Medien, dass nur „Idioten“ anders denken würden, was die Position der Regierung stärkt, dass die Situation sich stabilisieren würde, sobald die nukleare Bedrohung durch Iran beseitigt wäre.
Trotz dieser Beruhigungen warnte Michael O’Rourke von JonesTrading, dass die schlimmsten Entwicklungen noch vor den Investoren liegen könnten, und prognostizierte, dass der „risk-off“-Modus bis zu konkreten positiven Nachrichten andauern könnte. Die US-Wirtschaft hat zudem unerwartete Arbeitsplatzverluste im Februar verzeichnet, wobei die Arbeitslosenquote leicht gestiegen ist, was die wirtschaftliche Unsicherheit weiter verstärkt.
Um 02:30 Uhr GMT lag der WTI-Preis bei 116,00 Dollar pro Barrel, was um 27,6 Prozent gestiegen ist, was darauf hindeutet, dass der Aufwärtstrend bei den Ölpreisen fortgesetzt werden könnte. Während sich die Situation weiterentwickelt, steht die globale Wirtschaft vor der doppelten Herausforderung, Energiekosten zu managen und wirtschaftliche Stabilität zu gewährleisten, während geopolitische Spannungen andauern.
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