Der Texas-Senatsprimärwahlkampf geht in eine Stichwahl zwischen Senator John Cornyn und Gouverneur Ken Paxton über, nachdem weder Kandidat mehr als 50 Prozent der Stimmen erzielen konnte. Der Stichwahltermin ist auf den 26. Mai festgelegt. Der Wahlkampf ist bereits der teuerste Senatsprimärwahlkampf in der Geschichte der USA geworden, mit über 75 Millionen US-Dollar an Werbungskosten. Beide Kandidaten kämpfen um die Chance, im November gegen demokratische Herausforderer anzutreten.

Cornyn, 74 Jahre alt, hat etwa 71 Millionen Dollar für seinen Wahlkampf ausgegeben, was der höchste Betrag unter allen Kandidaten ist. Sein Wahlkampf konzentriert sich stark auf persönliche Angriffe gegen Paxton, 63 Jahre alt, der beschuldigt wird, seiner Frau untreu gewesen zu sein und 2023 vor Gericht gestellt worden zu sein. Cornyns Team hat auch eine Werbung gezeigt, in der er mit der demokratischen Senatskandidatin Jasmine Crockett vor dem US-Kongress tanzt, was Kritik und Kontroversen ausgelöst hat.

Paxton, der 2023 wegen angeblichen Bestechungsvergehens und anderer Vergehen vor Gericht gestellt wurde, wurde vom Texas-Senat freigesprochen. Später kam er zu einem Deal, um schwere Betrugsvorwürfe in den frühen 2024 zu vermeiden. Trotz dieser Probleme hat Paxton in mehreren Umfragen einen geringen Vorsprung, mit nur 4,4 Millionen Dollar an Werbungskosten, was deutlich weniger ist als Cornyns Ausgaben.

Die Stichwahl hat die Republikaner gezwungen, Ressourcen vom allgemeinen Wahlkampf abzuziehen, in dem sie hoffen, den Senatssitz zu behalten. Die Demokraten haben Texas, einen Bundesstaat, den sie lange Zeit umwerben wollen, intensiv ins Visier genommen. Die innenpolitische Auseinandersetzung könnte ihre Chancen schwächen. Der National Republican Senatorial Committee (NRSC) veröffentlichte Umfragen, die zeigen, dass Cornyn in hypothetischen Duellen gegen demokratische Kandidaten wie State Rep. James Talarico und Rep. Jasmine Crockett besser abschneidet.

Allerdings warnte der NRSC, dass Paxton möglicherweise nicht die beste Wahl sei, um den Sitz im November zu halten. Republikanische Wahlkampfbeamte in Washington drückten Bedenken über Paxtons Fähigkeit aus, eine breitere Wählerschaft anzusprechen, aufgrund seiner umstrittenen Vergangenheit und rechtlichen Probleme.

Trotz dieser Bedenken haben prominente rechte Gruppen und Mitglieder des Repräsentantenhauses Paxton unterstützt, einige davon haben sich mit der Senatsführung verärgert. Präsident Donald Trump, der einflussreichste Figur in der Primärwahl, blieb neutral, obwohl alle drei Kandidaten nach seiner Unterstützung suchten. Trump besuchte Texas am Freitag, ohne offiziell einen Kandidaten zu unterstützen.

Die Demokraten haben eine Zunahme bei der Frühstimmenabgabe verzeichnet, mit 1,5 Millionen Stimmen in der demokratischen Primärwahl, gegenüber 1,3 Millionen in der republikanischen Primärwahl, laut Daten von VoteHub. Diese Frühstimmenabgabe, die die von 2018 übertrifft, deutet darauf hin, dass die Demokraten die republikanische Auseinandersetzung und die öffentliche Aufmerksamkeit der Wahl nutzen.

Die Stichwahl zwischen Cornyn und Paxton hat auch die breiteren innerparteilichen Spannungen innerhalb der Republikaner ins Licht gerückt. Mit der Mehrheit im Senat auf dem Spiel, könnte das Ergebnis dieser Wahl weitreichende Auswirkungen auf die Fähigkeit der Partei haben, die Kontrolle über das Gremium zu behalten.

Rep. Wesley Hunt, der ebenfalls um den Sitz kandidierte, hat über 12 Millionen Dollar für seinen Wahlkampf ausgegeben, aber nur den dritten Platz belegt. Sein Entscheid, Kandidat zu werden, wird von einigen Analysten als unabsichtlich zur Erhöhung der Wahrscheinlichkeit einer Stichwahl beigetragen, was die Republikaner gezwungen hat, mehr Geld in die Primärwahl zu investieren, anstatt in die allgemeine Wahl.

Sowohl Cornyn als auch Paxton haben Hunt beschuldigt, in der letzten Phase der Primärwahl Abstimmungen im Repräsentantenhaus verfehlt zu haben und Unterstützung von beiden Kandidaten abzuziehen. Diese innenpolitische Auseinandersetzung hat die Spaltung innerhalb der Partei nur vertieft und stellte die Machbarkeit beider Kandidaten für die allgemeine Wahl im November in Frage.

Die Stichwahl wird voraussichtlich ein teurer und umstrittener Wahlkampf werden, mit beiden Kandidaten wahrscheinlich viel Geld in Werbung und Outreach investierend. Das Ergebnis der Stichwahl wird direkt auf die allgemeine Wahl auswirken und entscheiden, ob Texas weiterhin ein republikanisches Hochburg bleibt oder zu einem Ziel für demokratische Gewinne wird.