Der erste Öl-Tanker, der im Hormuz-Streit angegriffen wurde, war der Skylight, ein Schiff unter der Flagge der Republik Palau, wie der maritime Sicherheitsdienst Oman bestätigte. Der Angriff geschah um fünf Seemeilen (9,26 km) nördlich des Hafens Khasab am Sonntagmorgen und markiert eine erhebliche Eskalation der regionalen Spannungen.

Angriffsdetails und Evakuierung der Besatzung

Der maritime Sicherheitsdienst Omans bestätigte den Angriff in einer Erklärung, die auf X geteilt wurde. Das Schiff hatte 20 Besatzungsmitglieder an Bord, darunter 15 indische und 5 iranische Staatsbürger. Alle wurden evakuiert, und vorläufige Berichte zeigen, dass mindestens vier Personen verletzt wurden und medizinische Behandlung erhielten.

Der Vorfall folgt auf eine Erklärung der Islamischen Revolutionsgarde (IRGC) Irans, die den Hormuz-Streit für internationale Schifffahrt gesperrt erklärte. Diese Erklärung erfolgte am Samstag, nach jüngsten US- und israelischen Angriffen auf Iran, bei denen der Oberste Führer Ayatollah Ali Khamenei getötet und iranische Raketenrache ausgelöst wurden.

Die omanischen Behörden erklärten zudem, dass der Hafen Duqm von einem Drohnenangriff getroffen wurde, was die wachsenden Sicherheitsbedenken in der Region verstärkt. Oman hat sich historisch als Vermittler zwischen Iran und den USA in Atomverhandlungen eingesetzt, wodurch die aktuelle Situation besonders komplex wird.

Schließung des Hormuz-Streits und Störungen im Schiffsverkehr

Nach den Warnungen der IRGC ist der Hormuz-Streit praktisch für internationale Schifffahrt gesperrt, und keine Schiffe dürfen durchfahren. Obwohl Teheran keine offizielle Vollsperrung bekannt gab, hat die Bedrohung sofort Störungen im Schiffsverkehr ausgelöst.

Der Schiffsverkehr ist massiv eingebrochen, wobei viele Schiffe entweder außerhalb des Golfes von Oman anhalten oder während der Fahrt umkehren. Die meisten großen Reedereien und Betreiber haben ihre Operationen durch den Hormuz-Streit eingestellt, und Versicherer haben die Deckung für alle Reisen in diesem Bereich eingestellt, was Transporter massiven Risikoprämien oder einem direkten Verweigerungsrisiko aussetzt.

Hervorragende Beispiele sind der sehr große Rohölfrachter KHK Empress, der teilweise mit omanischem Rohöl geladen ist, und der Desh Abhimaan, der unter der Flagge Indiens fährt. Beide Schiffe kehrten um, was die Ernsthaftigkeit der Situation unterstreicht.

Laut Analysten bricht der globale Ölmarkt auf erhebliche Volatilität. Öl-Futures werden mit einem Anstieg erwartet, wobei Brent-Rohöl möglicherweise auf 100 Dollar pro Barrel steigt, ein Niveau, das zuletzt nach der Invasion Russlands in der Ukraine im Jahr 2022 gesehen wurde.

Globale Ölmarkt und OPEC+-Reaktion

Analysten von Barclays und anderen Firmen haben ihre Prognosen auf dieses Niveau erhöht und warnen, dass eine prolongierte Sperrung bis zu 20 Millionen Barrel pro Tag blockieren könnte, was etwa 20 % des globalen Angebots entspricht.

Die acht OPEC+-Länder – Saudi-Arabien, Russland, Irak, Vereinigte Arabische Emirate, Kuwait, Kasachstan, Algerien und Oman – trafen sich virtuell am Sonntag, um die globalen Marktsituationen und Aussichten zu prüfen. In einer Pressemitteilung kündigten sie eine kleine Erhöhung des Öloutputs um 206.000 Barrel pro Tag ab April an.

Die Erklärung informierte auch, dass die acht OPEC+-Länder „monatliche Sitzungen abhalten werden, um Marktsituationen, Einhaltung und Kompensation zu überprüfen“, wobei die nächste Konferenz für den 5. April geplant ist. Dieser Schritt zielt darauf ab, den Markt zu stabilisieren, während die aktuelle Unsicherheit besteht.

Bislang ist keine kinetische iranische Marineblockade materialisiert, aber die praktische Schließung und das Versicherungsloch haben extreme Volatilität verursacht. Schiffsverfolgungsmonitore zeigen, dass der überwiegende Teil des Verkehrs auf beiden Seiten des Hormuz-Streits gestoppt ist, und jede weitere Eskalation oder Entspannung wird den Marktreaktionen entsprechen.

Da sich die Situation weiter entwickelt, beobachtet die internationale Gemeinschaft genau, mit dem Potenzial für weitere Störungen des globalen Ölhandels und der wirtschaftlichen Stabilität.