ZÜRICH — Ärzte, die die Sehkraft von Kindern mit der myelinoligodendrozytären Glykoprotein-Antikörper-assoziierten Erkrankung (MOGAD) überwachen, fanden heraus, dass optische Kohärenztomografie (OCT)-Scans bleibende Retina-Veränderungen besser erkennen als andere Tests. Diese seltene Autoimmunerkrankung betrifft häufig die Sehnerven und verursacht Entzündungen, doch Kinder erholen sich meist gut. Strukturelle Schäden bleiben jedoch bestehen.

Forscher in der Schweiz rekrutierte 12 Patienten im Durchschnitt 10,9 Jahre alt, alle bestätigt positiv auf MOGAD-Antikörper. Sie passten jeden Patienten mit einem gesunden Kontrollkind um die 11,5 Jahre an. Alle erhielten eine umfassende Augenuntersuchung: Musterumkehrung visuell evozierte Potenziale bei 15- und 60-minütigen Prüfgrößen, spektralbereichs-basierte OCT für Retina-Schichten, hoch- und niederkontrastige Sehschärfe in der Ferne, Nahsehschärfe und Farbsehtests.

VEP messen die P100-Peak-Zeiten, wichtige Signale aus dem Sehpfad. OCT beurteilte die peripapilläre Retina-Nervenfaser-Schichtdicke in globalen, temporalen, nasalen und papillomakulären Bündelsektoren sowie Makula-Volumen und zentrale Retina-Dicke. Das Team analysierte die Diskriminierbarkeit mit ROC-Kurven.

Die Ergebnisse zeigten, dass VEP-P100-Zeiten in der Regel zwischen Patienten und Kontrollen übereinstimmten. Retina-Nervenfaser-Schichtwerte sanken bei Kindern mit MOGAD insgesamt. ROC-Kurven zeigten eine ausgezeichnete bis hervorragende Trennung für globale, papillomakuläre Bündel-, temporale und nasale Sektoren – insgesamt und unterteilt nach Augen mit oder ohne vorherige Optikusneuritis.

VEPs schnitten schlechter ab, mit nur mäßiger oder schlechter Diskriminierung insgesamt. Die kleineren 15-minütigen Tests widersprachen diesem Trend und unterschieden sich deutlich zwischen entzündeten und gesunden Augen. Niederkontrastsehschärfe und Farbsehtests zeigten keine besondere Leistung bei der Erkennung kranker Augen.

„OCT-basierte pRNFL-Dicke unterschied MOGAD von Kontrollen mit hoher Genauigkeit, einschließlich bei Augen ohne vorherige ON“, besagt die Studie. VEPs boten begrenzten Nutzen, was OCT als Standard für subklinische strukturelle Schäden etabliert.

MOGAD betrifft das zentrale Nervensystem, wobei Optikusneuritis häufig der Auslöser bei Kindern ist. Frühere Arbeiten zeigen eine gute funktionelle Erholung, aber Scans wie OCT erkennen anhaltende Verdünnung. Diese Studie unterstreicht OCT als Biomarker, auch ohne Symptome.

Die Patienten kamen aus verschiedenen Teilen der Schweiz, um eine realistische Mischung sicherzustellen. Bei der Gruppe gab es keine schwerwiegenden Sehverluste, was der milderen Verlaufsform von MOGAD gegenüber Multipler Sklerose oder Aquaporin-4-Neuromyelitis optica entspricht. Dennoch ist eine frühzeitige Erkennung für die Überwachung und klinischen Studien wichtig.

Experten sehen Potenzial. Dünnere Nervenfasern signalisieren Axonverlust, eine heimliche Bedrohung. Die nicht-invasive OCT-Untersuchung – schnell und wiederholbar – passt gut in pädiatrische Kliniken. Zukünftige Arbeiten könnten Veränderungen im Laufe der Zeit verfolgen oder Therapien testen.

Die Ergebnisse erscheinen in Documenta Ophthalmologica. Leitautoren stammen vom Augenabteilungsteam des Universitätsspitals Zürich, unterstützt durch Forschungsgelder der Schweizerischen Nationalen Forschungsförderung. Zwölf pro Gruppe sorgen für solide Statistik bei Seltenheiten wie MOGAD, die etwa 1 von 100.000 Kindern pro Jahr betrifft.

Kliniker betrachten OCT nun für routinemäßige MOGAD-Untersuchungen. Es erkennt Probleme, bevor die Sehkraft nachlässt, und leitet die Versorgung in diesem Entmyelinisierungs-Rätsel.